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(You Know)?!

(You Know)?!

Aufgeklärt und sehr reflektiert regen (YOU KNOW) ?! mit ihrem Album “The Days Are Numbered” an zum Nachdenken und Aufstehen. Knackiger Punkrock erwartet euch in 13 Songs und der Blick ins Booklet zum intensiven Textstudium ist erwünscht.

Der Name ist vielleicht ein Rästel, genauso wie der Albumtitel. Dennoch haben die 5 Jungs aus Oberösterreich bei Remedy Records, die auch No Head on my Shoulders unterstützen, Support gefunden.



Euer Album “The Days are numbered” ist ein kräftiges Lebenszeichen des österreichischen Punkrocks und läuft bei mir in den letzten Tagen schon in Heavy Rotation. Vielleicht könnt ihr in 2 Sätzen erklären wer (You know) ?! eigentlich ist?
Beda: Danke, sowas hört man immer gerne! You Know besteht aus Mike (voc) aus St. Georgen / Attergau, Simon (git), Beda (git), Heitzi (bass) aus Attnang, und Schörgen (drums) aus Schwanenstadt. Wir spielen seit Nov. 2004 in dieser Formation, Mike war vorher Gitarrist und Sänger bei „Embrio Adventure“, der Rest spielte seit 2000 als „Liquid Fellow 79“ mit einem anderen Sänger.

Wie ist der Name (You know) ?! entstanden?
Beda:  Hinter dem Namen steht gar nicht so viel Geschichte wie manche meinen. Mike hat wiedermal einen Flyer für eine weitere Show unserer We-Won’t-Shut-Up-Serie (www.wewontshutup.com) entworfen und da wir noch keinen Namen hatten stand einfach „YOU KNOW?!“ drauf und dabei ists dann der Einfachheit halber geblieben. Wie das jetzt mit den Ruf- und Fragezeichen ist da bin ich mir selbst nicht so ganz sicher.



Wie darf man den Albumtitel „The Days are numbered“ verstehen? Soll das den Beigeschmack des vorprogrammierten Endes haben oder was möchtet ihr uns damit sagen?
Mike: Die Tage sind gezählt! Wir sind keine Schwarzmaler bzw. Schwarzseher. Es sind die Tage der Selbstverleumdung, der Heuchelei, der Manipulation und der Ego-Poliererei gemeint.
Das mag polemisch klingen. Wir machen aber darauf aufmerksam, dass wir ausnahmslos ALLE im selben Boot sitzen. Auf dem Album werden nach wie vor bebostehende gesellschaftliche und politische Problematiken aus einem sehr persönlichen Blickwinkel, der aufzeigt wie unterschiedlich die Realität oft wirken kann, verarbeitet. Andererseits könnte Mensch den Titel und die Songs auf dem Album aber auch als Dokumentation des Zerfalls alter Strukturen mit dem vorprogrammierten Ende derer als Schlusspunkt interpretieren.



Im Booklet habe ich gesehen, dass 1€ jedes verkauften Albums für das Hilfsprojekt Bock Ma’s gespendet wird, das zeugt von Verantwortungsbewusstsein. Wie wichtig war euch das, wie schwer war es, das durchzubekommen bei Remedy Records – und warum gerade dieses Hilfsprojekt?
Mike: Rassismus, Gesellschaftskritik usw. sind Thematiken unserer Musik. Am Bock Ma’s bekommt Mensch Gelegenheit aktiv zu Handeln anstatt „nur“ Musik darüber zu machen. Ich war damals vor 4 Jahren bei den ersten Überlegungen, ein derartiges Festival ins Leben zu rufen, direkt dabei. Unser Label-Boss weiß darüber schon länger Bescheid, dass wir in dieses Projekt tief involviert sind und so hat er es uns im Zuge des Deals angeboten, 1 Euro pro Platte ans Bock Ma’s Projekt zu spenden. So gesehen war es eine gemeinsame Entscheidung.
Das Bock Ma’s ist in seiner jetzigen Form eine einzigartige Angelegenheit. Durch die recht offenen Strukturen kann jeder Teil dieses Festivals werden.
Zusätzlich wird der Reinerlös dieser Veranstaltung an den Verein Ute Bock gespendet. Frau Bock wiederum holt mit ihrer Institution gestrandete Menschen von der Straße und bietet ihnen einen Neuanfang. Für mehr Infos zu den Projekten www.bockmas.at und www.fraubock.at



Euer Booklet ist wirklich ein Highlight – ihr habt da eine Sprechblase drinnen mit „Don’t hate the Media. BE the Media!“ Wozu wollt ihr die Leute damit anregen?
Mike: Es gibt immer wieder Angelegenheiten und Zustände, die beengend und störend auf uns wirken. Die Freiräume in unserer Gesellschaft werden zusehens beschnitten.

Leute, vernetzt euch! Statt „Scheiß, Medien!“ zu schreien selbst zum Medium werden. Schreibt Musik, besetzt Häuser, veranstaltet Benefizveranstaltungen, geht geschlossen zu öffentlichen (politschen) Veranstaltungen und sagt eure Meinung….



Wo seht ihr eure persönlichen musikalischen Einflüsse?
Beda: 90’s punk (NOFX, Lagwagon, Strung Out, Propagandhi …), Metal, älteres Zeug wie Bad Religion, Iron Maiden, Kiss, Guns’n’Roses, Bon Jovi, AC/DC, durch meine älteren Brüder auch Zeug wie U2, REM, Toto, Bob Marley, Rolling Stones,….

Simon: rock, metal, punk der 90iger (nirvana, silverchair, guns`n roses, iron maiden, metallica, strung out, nofx, lagwagon, die ärzte,…)
Mike: Bands, bei denen ich mich selber finde, sind Good Riddance, Kill your Idols, Propagandhi, Red lights Flash, From Ashes Rise, Lagwagon, Iron Maiden.



Welcher Song gefällt euch selber am Besten und warum?
Beda: Anxiolytic Agent – Songwriting
Simon: who will answer (abwechslungreich)

Die österreichische Szene ist vielseitig und oftmals unterschätzt. Wie schätzt ihr das Potenzial der Szene ein?
Beda: Meiner Meinung nach kann man sich in Österreich szenetechnisch gar nicht beklagen, vor allem, wenn man die Größe des Landes bedenkt. Bands wie Red Lights Flash und Rentokill sind für mich um einiges ernstzunehmender wie viele – aus welchem Grund auch immer – von größeren Labels gepushten Bands. Auch bei uns im Bezirk Vöcklabruck gibt’s haufenweise talentierte Bands wie z.B. Krasty, die schön langsam eh jedem ein Begriff sein sollten, oder die Darrians, die leider immer sehr unterschätzt werden.


Mike: Das stimmt meiner Meinung nach nur mehr teilweise. Inzwischen sind viele Bands aus unserem kleinen Land im Ausland auch sehr aktiv und erfolgreich. Im Myspace-Zeitalter spielt es jetzt auch wirklich keine große Rolle mehr, woher Mensch kommt. Die so genannte Szene ist in den letzten Jahren ganz gut mit den restlichen europäischen Netzwerken zusammengewachsen bzw. befindet sich meiner Meinung nach in einer großartigen Wachstumsphase.



Habt ihr euch schon Gedanken über eure Zukunft gemacht? Was wird passieren?


Beda: Zuerst mal ein neuer Proberaum (unser legendäres altes „Haus“ wurde uns leider von der Gemeinde Attnang-Puchheim weggenommen), dann würden wir gerne mal auf Tour gehen, und natürlich laufend neue Songs schreiben, um dann nächstes Jahr ein neues Album aufzunehmen.



Danke für’s Interview!

http://www.youknowtheband.com
http://www.myspace.com/youknowtheband

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