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Hinter der Bühne

Hinter der Bühne

Die Konzertbesucher sehen an einem Local Heroes Abend bis zu neun Bands, werden von der Moderation und Musik aus der Konserve durch die Umbaupause begleitet oder holen sich ein Getränk. Aber was passiert eigentlich im Backstagebereich?

Mein zweites Wohnzimmer

Um Punkt 17 Uhr wird jedes Mal der Backstagebereich eingenommen und für das Enemy-Team zum Zuhause für die nächsten sieben Stunden. Ich beschreibe den Backstageraum auch gerne als mein zweites Wohnzimmer, wo nur noch der Fernseher fehlt.

„Was hast du gesagt?“

Es stapeln sich Tonnen an Equipment in der Gegend und auf dem noch übrigen Platz nehmen die Bands und die Crew dann Platz. Es stehen zwei Couches und ein Tisch drinnen und einige Sessel und das wichtigste: das Heiligtum, der Getränkekühlschrank. Von der Bühne schallt laute Musik der Band, die gerade On stage ist, deshalb ist es dort hinten immer eine Schreierei. „Was hast du gesagt?“ „Ich versteh dich nicht!“ „Sag das noch einmal“ oder ein einfaches „Häää?“ sind sicher die meist ausgesprochenen Sätze. Musiker versuchen verzweifelt eine Ecke zu finden, die noch nicht zugestellt ist und die eventuell ein bisschen ruhiger ist, um ihr Instrument zu stimmen. Das ist dort hinten einen Lebensaufgabe, kein Wunder, denn ca. 50 Musiker und einige Roadies/Filmer/Manager, das ergibt insgesamt eine einzige Geräuschkulisse, wo man manchmal sein eigenes Wort nicht mehr versteht.

Schlagzeugteile treffen einen schon mal im Vorbeigehen

Wenn man sich einmal einen der heißbegehrten Sitzplätze erkämpft hat, dann gibt man diesen nicht so schnell her. Man muss aber eine gewisse Grundhärte mitbringen! Schlagzeugteile und sonstiges Equipment werden vorbeigetragen und treffen einen schon mal im Vorbeigehen. Im Prinzip gilt es, immer die Deckung zu wahren und nie einfach nur blindlings entlang zu laufen, weil sonst kann es durchaus passieren, dass man über den einen oder anderen Beckenständer fällt beziehungsweise über den einen oder anderen Musiker, der sich aufgrund des Mangels an Sitzgelegenheiten einfach am Boden häuslich gemacht hat.

Wegen Überlastung betreten verboten!

Nichtsdestotrotz, ist der Backstageraum trotzdem ein begehrter Platz, alle wollen drinnen sein und keiner will raus gehen, auch nicht, wenn dort aufgrund von zu vielen Menschen auf einem Platz und Staugefahr auf dem Hauptdurchzugsgang eigentlich schon ein Schild draußen hängen sollte. „Wegen Überlastung betreten verboten!“ Oder vielleicht sogar ein Schild „Betreten auf eigenen Gefahr“, denn gefährlich und abenteuerlich ist es allemal.

Einfach mal Reise nach Jerusalem gespielt

Unsere Musiker lassen sich aber nicht davon beirren, auch wenn wirklich überhaupt kein Platz ist, einen Sesseltanz zu veranstalten. Da wird dann einfach mal auf vollkommen beengtem Raum „Reise nach Jerusalem“ gespielt. Das Schlimme daran: Es funktioniert irgendwie. Der Backstagebereich ist zwar eng, aber voll von Kreativität und Unsinn, wie dieses Beispiel schön zeigt.

Der Kühlschrank sauft wie ein Loch!

Und ganz wichtig: Ich möchte noch einmal auf den Stau vor dem Getränkekühlschrank hinweisen, der nebenbei gesagt, auch wenn man immer wieder Getränke holt, immer wieder leer ist! Wir sind der festen Überzeugung, dass die Getränke im Nirvana des Kühlschranks verschwinden, weil es liegt sicher nicht daran, dass unsere Musiker so viel trinken. So viel zum gefräßigsten Kühlschrank der Welt, der sauft wie ein Loch!

Achja – und die vielen sich umziehenden Musiker wollen auch noch einmal kurz erwähnt werden, es ist immer wieder interessant, die Modenschau der neuen Herrenunterbekleidung zu verfolgen, somit kann auch ich als Frau sagen: Ich bin immer am neuesten Stand, was Herr von Welt trägt.

BACKSTAGE

B wie Bühne
A wie Action
C wie Couch
K wie Kühlschrank
S wie Special
T wie Talent
A wie anstrengend
G wie geruchsintensiv

E wie enorm laut

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