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Novarock 2007

Novarock 2007
Die Höhe und Tiefen eines Festivals. Wie man es schafft an einem Tag alle Bands, die man sehen wollte, zu verpassen. Glaube dem Wetterbericht nie, pack immer Sonnencreme und Regenjacke ein und vergiss dann beides nicht im Auto! Pack bequeme Schuhe ein! Ein super Line up mit vielen Highlights und die 3 Top Saufspiele zum Schluss.

 

Vom 15. – 17. Juni war es mal wieder soweit. Das Novarock hat seine Eingangstore dieses Jahr zum dritten Mal geöffnet, um im ganz großen Stil den 160.000 Besuchern, die heißesten Acts 2007 zu präsentieren. Jede Menge Novarock-Fans haben lange gewartet und über ein halbes Jahr die Tickets zu Hause im Schrank liegen gehabt, nur darauf gewartet, dass dieses Wochenende endlich kommt. Schon am Donnerstag Abend gab es keine Aussicht mehr auf den idealen Zeltplatz, da schon alle Plätze verteilt bzw vergeben schienen. Unglaublich, dass schon einen Tag vor dem eigentlichen Start des Festivals so viele Leute den Weg nach Nickelsdorf auf sich genommen haben. Somit stand schon am Vorabend einer ausgelassenen Party am Campingplatz nichts im Wege! Obwohl es am Donnerstag nicht so ausgeschaut hat, als ob es der Wettergott gut mit uns und dem Festival meint (Regen und Hagel bei der Anreise), hat sich dann ab Freitag Vormittag doch noch die Sonne für den Besuch des Festivals entschieden und es hat ihr sichtlich gefallen.

Am Freitag Wahnsinnstemperaturen, die gleich am ersten Tag vielen Festivalbesuchern ein Andenken mit gegebenen haben (Sonnenbrand lässt grüßen!). Am Samstag hat uns die Sonne dann ein wenig geschont und ein paar Wolken haben sich ausgebreitet, der Wind hat in der Nacht ans Zelt geklopft und sicher das eine oder andere ein wenig in eine Schieflage gebracht. Untertags trotzdem wieder die Möglichkeit für ein intensives Sonnenbad und am Abend dann die ersehnte Abkühlung in Form von Regen. Am Sonntag hat die Sonne auch noch keine Müdigkeitserscheinungen gezeigt und uns noch einmal einen Tag lang eingeheizt und uns mit hochsommerlichen Temperaturen verwöhnt. Kategorie Wetter – durchaus positiv absolviert! Obwohl wichtiger Hinweis – viel Trinken ist bei solchen Temperaturen für den Kreislauf sehr hilfreich, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung können auch nicht schaden, dann kann man nämlich das Konzertprogramm genießen, ohne im Sanitäterzelt mit einem Kreislaufkollaps zu landen!

Aber so ein Festivaltag ist durchaus lange und man muss soviele Entscheidungen treffen. Geh ich jetzt runter und schau mir die Band an oder bleib ich am Zelt und trink ein Bier (das wärmetechnisch maximal 2 Grad unter der Außentemperatur liegt)? Die langen Wanderungen am Gelände von A nach B machen diese Entscheidung durchaus nicht leichter. Von der BlueStage zur RedStage geht man, im nur teilalkoholisierten Zustand, leicht 10-15 Minuten, von der hintersten Ecke der Zelte zur Essensversorgung geht man sicher auch 15-20 Minuten. Zum Auto geht man im Idealfall nur 30 Minuten. Die Distanzen lassen sowohl die Größendimensionen dieses Festivals erkennen, als auch die Schwierigkeiten, die man hat wenn der Orientierungssinn versagt und wenn man eine Blase am Fuß hat und somit in seiner Mobilität eingeschränkt ist. Trotzdem ist alles gut organisiert so wie wir es vom Novarock gewöhnt sind! Obwohl eine zusätzliche Wasserklo-Anlage durchaus kein Fehler gewesen wäre, denn wenn man zwischen 7-10 Uhr das Mobiklo (verständlicherweise) vermeidet und eine der begehrten Wassertoiletten aufsuchen will, muss man schon einige Zeit zum Anstellen mit einberechnen, was durchaus fast schon zu der einen oder anderen Katastrophe geführt haben könnte! In 6er Reihen vor den Duschen anstehen kann gar nichts und trägt sicher nicht zum verstärkten Bedürfnis der Körperhygiene bei, denn hier brauchte man beim Anstehen definitiv Stehvermögen und Ausdauer! Tipp: ein Bier mitnehmen zum Warten kann durchaus nicht schaden!

Das Line Up, Freitag 15.6.2007.
Die erste Band, die ich auch gesehen hab und nicht nur bis am Campingplatz gehört hab, war Reel Big Fish, die einen Song bis zum Exzess gespielt haben und alle möglichen Versionen davon gespielt haben von Country angefangen  bis hin zu einer Heavy Metal Ausgabe. Nach der 8 Version hat der Song seinen Reiz verloren und die Aktion hat so gewirkt, als wäre es ein verzweifelter Versuch die Spielzeit auszufüllen. Einige gute Songs haben sie uns vorenthalten, ob das so eine schlaue Idee war. Wahrscheinlich schon, weil die 12 Remixverisonen des Songs merken sich die Leute zumindest. Also „Auffallen“ kommt vor „alle Kracher spielen“. The Editors hätte ich dann gerne gesehen, weil die Bianca sie empfohlen hat, leider ist es sich nicht ausgegangen, weil sich die mit Papa Roach überschnitten haben. Nach 30 endlosen Minuten Umbau (das geht auch schneller – wir bauen ja schließlich auch in 10 Minuten um *g* ) kamen Papa Roach auf die Bühne. Gewohnt hässlicher Haarschnitt von Coby Dick und super Songs im Koffer, rocken sie für 65 Minuten die Red Stage. Ein bisschen zu viel von der neuen CD für meinen Geschmack, aber die großen Nummern von den vorigen CDs waren natürlich auch mit dabei. Der Sound war mäßig, weil in Zimmerlautstärke unterhalten in der 10 Reihe macht bei einem Festival keinen Spaß, aber einige Fans haben sich dadurch nicht beirren lassen. Teilweise waren hier die Fans lauter als die Band – auch schön! Bei ihren Langzeit-Fans haben sie sich auch bedankt, macht die Band sympathisch und freut mich im Besonderen, denn es ist schon 7 Jahre her, dass ich auf meinem ersten Papa Roach Konzert war und damals waren sie einfach Weltklasse. So jetzt nicht in Depressionen verfallen, es ging ja gleich weiter mit Machine Head bzw the Hives. Hier hätte sich für mich die Frage, wohin ich gehe nicht gestellt, da allerdings The Hives auf der Blue Stage gespielt haben, wollte ich mir dann den Weg nicht antun und habe mich für einen Imbiss und ein Getränk beim Zelt entschlossen und so die Zeit bis zu In Extremo überbrückt. In Extremo – jedes Mal wieder ein absolutes Highlight.

Während die anderen zu Incubus gerockt haben. Feuershow und gute Songs ohne Ende. Jedes Mal wenn die Pyrotechnik zugeschlagen hat, dann wurde es im Publikum, an diesem eh schon warmen Tag, noch einmal heißer. So kann es auch passieren, dass einigen die Hitze zu Kopf steigt und man spontan von der Seite Mal bei dem Song „Küss mich“ komisch von der Seite angeschaut wird und ein Mädel das ein wenig zweideutig sagt! Dankend abgelehnt, aber trotzdem schon seltsam! *g* (Gelle – vielleicht fühlt sich ja die Eine, die neben mir gestanden ist angesprochen). Fazit über den Auftritt von In Extremo: super Show wie immer und eine Songzeile hat mich bis in den Schlaf verfolgt zum Leidwesen meiner Zeltgenossin! Denn im Schlaf ist mir einmal ein „Nur ihr, nur ihr allein, könnt ein Teil des Ganzen sein“ ausgekommen. Entschuldigung dafür. Und dann war es auch schon wieder soweit. Mein persönlicher Top Act des Novarock 2007 ist dran. Billy Talent gaben sich ein wahres Feuerwerk ihrer Hits. Mitsingstimmung war bei mir angesagt und ich, ja ich – man soll es kaum glauben – auch ich war zum Shaken motiviert (und das obwohl ich doch eher immer das Klischee des Österreichischen Musikhörers verkörpere – Arme Verschränkt und wohlwollend mit dem Kopf im Takt wippend, maximal noch die Fußspitze rhythmisch bewegend). Naja, mit 2 Alben voller guter Songs, die sie fast alle gespielt haben, geht dann dieser Konzerttag zu Ende und rauf aufs Zelt, direkt in die Partyarea (die wir heute noch verweigert haben). Also rauf aufs Zelt und den Abend im Rahmen der Freunde noch ausklingen lassen.

Samstag, 16.6.07.
Hitze ist angesagt, alle Bands aktiv verweigert, aber den ganzen Tag die Musik der Red Stage vom Zelt aus verfolgt. Das meistgesagte Wort auf der Red Stage ist übrigens  „Motherfucker“. Apoptygma Berzerk, die Shine on geschrieben haben, den Song, den vom Hören eh jeder kennt, aber aussprechen kann den Namen der Band glaub ich keiner mehr (zu viel Alkohol)! Für diese Festival lieferten sie dann doch eher exotische Klänge und haben die Herzen von kommerziellen-Elektronik-Liebhabern höher schlagen lassen. Mir hat es auch gefallen. Isis, Ill Nino, Lordi, Stone Sour, In Flames haben wir natürlich musikalisch auch verfolgt. Sehr nett, aber keine Begeisterungsstürme meinerseits. Linkin Park sollen der Wahnsinn gewesen sein, tja, allerdings hat mich faulen Festivalbesucher der Weg zur BlueStage wieder mal abgeschreckt. Zu Manson wollte ich dann aber doch gehen. Fazit: diesen Weg hätte ich mir sparen können. Nach 4 Songs hat es mir gereicht und ich bin vollkommen enttäuscht wieder zurück zum Zeltplatz gewandert. Lieber Herr Manson, hat man den Koffer mit ihren Bühnenoutfits auf dem Flug nach Österreich verloren? War in diesem Koffer auch ihre Motivation für das Konzert drinnen? Uns präsentierte sich ein anscheinend von der Trennung gezeichneter vollkommen unschockierender Manson, der eher wie ein geschlagener Hund auf der Bühne stand. Unspektakulär, leider! Der Schock und Skandalrocker war entweder zu Müde oder er ist einfach zu alt geworden!

Sonntag, 17.6.07.
Da wir schon in der Nacht wieder nach Hause fahren wollten, haben wir unsere Zelte schon am Vormittag wieder abgebrochen und sind zur 1,5 Stunden Weltreise zum Auto angetreten. Deshalb so früh, weil unser Tag schon sehr früh mit Excuse me Moses (13 Uhr) gestartet hat. Österreicher, meine Damen und Herren, die den Weg zu einem der angesagtesten Festivals in Österreich geschafft haben. Super Start in den Tag. Lustig zu sehen war, dass bei Excuse me Moses mehr los war, als bei den nächsten zwei Bands, spricht für die Steirer, die wirklich alles gegeben haben! The Dykeenies waren auch sehr nett und Sarah Bettens war zwar nicht ganz meins, aber durchaus anhörbar. Wir warteten halt auf die Donots und haben uns schon in ein paar Songs eingesungen, während sie gespielt hat. 45 Minuten sind für ein Donots-Konzert viel zu kurz. Nichtsdestotrotz sehr sehr nett! Zwischen den Songs immer wieder zu einem Scherz und Plausch mit dem Publikum aufgelegt, verkünden sie unter anderem, dass es im Herbst ein neues Album geben wird. Zum Leidwesen der Fans geben sie daraus einige Songs zum Besten, was die Mit-Sing-Stimmung leider vollkommen zerstört hat, aber die Songs klingen gut und deshalb sag ich euch, freut euch auf das Album! Der Mann, der jetzt Uwe heißt, der sicher nicht wirklich Uwe heißt, und die Macht über den Wasserschlauch hatte, hat nicht so ganz mitgespielt, wie Donots Wasser von ihm fürs Volk forderten, naja – man kann nicht alles haben. Danach waren H-Blockx am Programm, naja, schauen wir mal auf die Red Stage und begutachten was Children of Bodom so verzapfen. Drüben angekommen, 3 Blasen mehr *g* lauschen wir dann den gewohnt harten, aber durchaus melodiösen Songs von Children of Bodom. Nett nett, aber bitte, T-Shirts wo mich die Köpfe der Band anlächeln sollte man dann doch kritisch hinterfragen.

Less Than Jake erfolgreich verpasst, sahen wir noch die letzte halbe Stunde von Flogging Molly – meinen tiefen Respekt vor dieser Band, die es schafft, gute Stimmung und Tanzlaune bis in die letzte Reihe zu verbreiten. Mando Diao haben wir dann ausgelassen um einen bestimmten Security auf der RedStage zu suchen, da meine Begleitung schon am ersten Tag ein Auge auf diesen geworfen hat. Allerdings siegte die Feigheit ihrerseits zuerst und dann anschließend noch das Pech! So haben wir halt Within Temptation gesehen, weil wir schon mal drüben waren. Nett und Gesangsstark, aber kein Megahighlight. Bevor dann Slayer gekommen sind, haben wir uns für den Rückzug aus dem ersten Wellenbrecher entschieden, weil so ein Slayer Moshpit dann doch eher weniger etwas für zwei arme, kleine, hilflose Mädels ist. Wieder rüber zur Blue Stage, wo wir noch 2 Songs von Mando Diao gesehen haben, die aber zu wenig Eindruck für mehr Kommentar hinterlassen haben. Und dann beginnt das Warten auf The Killers, die Band, bei der sich viele Fragen, wie die überhaupt Headliner werden konnten. Dazu muss ich sagen, jetzt wo ich sie gesehen habe, hab ich die Headliner-Qualitäten dieser Band durchaus kennen gelernt. Um 23.30 angesetzt und dann um 00.00 tatsächlich on Stage, nach einem längerem ungarischen Tänzchen. Lange haben wir sie nicht gesehen, weil wir das Heimfahrchaos rechtzeitig vermeiden wollten (aber zu unserer Überraschung kein Chaos am Parkplatz – top Organisation- DANKE). Die Songs, die wir gehört haben waren allerdings super!!!!  

Zum Abschluss dieses ewigen Berichts für euch noch die Top 3 Trinkspiele 2007!
Auf Platz 3 – ein alter Schenkelklopfer!2x Klatschen, 2 mal auf die Schenkelklopfen und dabei 2 mal hintereinander rhythmisch den eigenen Tiernamen sagen und dann als Schwierigkeit schlecht hin, muss dann noch der Tiername eines anderen Mitspielers 2x gesagt werden und dann muss der Nächste reagieren. Wer mit dem Rhythmus nicht klar kommt trinkt, wer nicht rechtzeitig reagiert trinkt und wer sich selber nicht spürt, weil er das Spiel trotz seines einfachen Aufbaus nicht versteht trinkt auch! 2silbige Tiernamen empfohlen. Känguru ist ein Grenzfall, schwierig aber schaffbar, sucht euch einen Namen den ihr auch 2x hintereinander schnell sagen könnt. Für Profis kann man dann die Geschwindigkeit erhöhen bzw. hilft es wenn man die Verwirrungstaktik auspackt und andere Mitspieler anschaut, als man nennt, das endet meistens im Chaos und bewirkt das 3 Leute auf einmal trinken.
Ich sag nur Affe Affe Faultier Faultier.

Auf Platz 2 ist ein Spiel, das ich persönlich sehr seltsam finde, aber die Regeln sind einfach!Man braucht einen Würfel dazu, wenn man eine gerade Zahl (Hilfestellung: also 2,4 od. 6) würfelt, muss man trinken, wenn man eine ungerade Zahl (Hilfestellung: 1,3 od 5) würfelt, darf man weiter würfeln, solange bis eine gerade Zahl kommt, dann muss man trinken. Also egal was passiert, man trinkt, es ist maximal eine Frage der Zeit.

Auf Platz 1 – das Denkspiel Nummer Eins –Bottle Fish. Für die Intellektuellen unter uns! Man sitzt im Kreis und zählt durch. Uhrzeigerrichtung empfohlen, wenn man nicht mehr weiß, welche Richtung das ist, ist die Richtung egal, Hauptsache es geht reihum. Man zählt, jeder sagt eine Zahl, anstatt Zahlen die einen 5er drinnen haben oder durch 5 teilbar sind sagt man Bottle, Zahlen die einen 7er drinnen haben oder durch 7 teilbar sind werden durch Fish ersetzt. Immer wenn Bottle oder Fish gesagt wurden, gibt es einen Richtungswechsel! Wie schaut das dann ungefähr aus?!?! 1 – 2 – 3 – 4 – Bottle Richtungswechsel – 6 – Fish Richtungswechsel – 8 – 9 – Bottle Richtungswechsel – 11 – 12 – 13 – Fish Richtungswechsel – Bottle Richtungswechsel – 16 – Fish Richtungswechsel – 18 – 19 – Bottle Richtungswechsel – 21 – 22 – 23 -24 – Bottle Richtungswechsel – 26 – Fish Richtungswechsel – Fish Richtungswechsel – 29 – Bottle Richtungswechsel – 31 – 32 – 33 – 34 – Bottle Fish Richtungswechsel … und weiter kommt man meistens eh nie. Immer wenn der Falsche weiter zählt, falsch weitergezählt wird, oder auf Bottle/Fish vergessen wird, wird getrunken, das Spiel wird mit zunehmender Spieldauer und Alkoholpegel schwieriger! Der Festival Sommer ist ja noch jung. Vielleicht könnt ihr das eine oder andere Spiel noch ausprobieren! Der Autor übernimmt keine Haftung! Ich sag nur eins – Don’t Drink and Drive!!!!

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