Home   /   Live Reviews  /   Above The Fray – Hyrtl

Above The Fray – Hyrtl

Above The Fray – Hyrtl

Vor langer Zeit hat das Rätsel begonnen, ob die Luft in und rund um Perchtoldsdorf besser ist, das Wasser dort musik-fördernde Stoffe enthält, oder was zur Hölle dort los ist, warum gerade dieses Fleckchen in Österreich so große musikalische Potenziale hervorbringt.

Ein volles Hyrtl hat heute bereits schon einige Zeit vor Konzertbeginn auf zwei mehr oder weniger lokale Perchtoldsdorfer-Bands (die einen mehr aufgrund ihres Wohnsitzes und die anderen mehr wegen der Liebe zur Location und den Perchtoldsdorfern und Perchtoldsdorferinnen) gewartet. Anlass für den heutigen Abend waren eine EP-Präsentation von ABOVE THE FRAY und das Bühnendebüt von THIS AMITY.

 

Kurz nach 21:00 Uhr drängen die Massen, die vorher noch vor dem Hyrtl gestanden sind ins Lokal, weil die ersten Schläge vom Schlagzeuger von THIS AMITY zu hören sind. Ganz cool und wie ein alter Profi gibt Patrick, den Auftakt für den 20-Minuten-Auftritt der neuen Formation um Frontman Gerry, den viele vielleicht noch von seiner vorherigen Band END OF APRIL kennen. Gemeinsam mit Alex (auch vorher END OF APRIL), Aram (two minutes left) und Marc (a screaming symphony) rocken die fünf Herren die kleine Bühne des Hyrtls, nicht verwunderlich, dass sie sich bei so viel geballter Energie und Motivation das eine oder andere mal in die Quere kommen – doch Verletzte gab es keine! Die Erfahrung, welche die Jungs mitbringen macht sich gleich zu Beginn des Konzertes bemerkbar. Der Sound ist sehr ausgefeilt und presst druckvoll über die Bühne in den Publikumsbereich. Die charismatischen Publikumsanimationen des Sängers verbreiten gute Stimmung und von Mitklatschen über Mitsingen ist hier alles drinnen. Die stimmliche Vierecks-Konstellation aus Gerry (Leadsänger), Marc (Backing Vocals), Aram (Backing Vocals) sowie den aggressiven Shouts von Alex schaffen einen musikalisch facettenreichen Bogen, der sich an die instrumentellen Strukturen anschmiegt. Hart aber herzlich würde ich hier als treffende Beschreibung sehen. Sehr rund und stimmig wirkt das Auftreten auf der Bühne als auch das Arrangement der Songs selbst. Eine Textzeile, welche sie auch bereits in einem Song verewigt haben „This is the night I won’t fail“ kann bei dieser Band für meinen Geschmack ruhig weiter gefasst werden – this is the band which won’t fail. Spaß hatte hier sowohl die Band als auch das Publikum. Homepage ist in Arbeit, Songs werden recordet, bereits nach dem kurzen Gastspiel bin ich bereits gespannt auf die weitere Entwicklung dieser Band. Näheres gibt es hoffentlich bald auf www.myspace.com/thisamity

 

Wenn ich vorher schon geglaubt habe, dass das Hyrtl voll war, wurde ich von ABOVE THE FRAY eines besseren belehrt. Die Band um Martin Gyenge oder Maff wie ihn alle liebevoll nennen präsentierte ihre EP „The Brightside“ dem schon gespannten Publikum. Fünf Songs und ein Remix wurden auf CD gebündelt und samt netten verträumten Artwork unters Volk gebracht. Die mittlerweile schon bühnenerprobte Kombo hat ihre Erfahrung und Scharm zu 100% spielen lassen. Ihrem Ruf als Ambitionierte Musiker und Profis der Publikumsmotivation haben sie wieder einmal alle Ehren gemacht. Professionelles Auftreten ist hier an der Tagesordnung. Musikalisch 1A schafft es diese Band trotz Melodie-Punk-Rock-Emo-Wurzeln Songs zu kreieren, welche neben eingängigen Songstrukturen wenig Raum fürs Anecken lassen. Die glasklare Stimme wird von der Musik sanft eingebettet, diese malt einen feinverzierten Rahmen um die Lyrics, welche nicht mit Mitsing-Arrangements geizen. In einer Musikszene, die aktuell verstärkt auf harte Töne und Shouts setzt, wird hier ein interessantes Kontrastprogramm geboten. Popige Songs, bei denen es mich nicht wundern würde, wenn ich sie eines Tages aus dem Radio höre. Auch die Show ist beim Publikum sehr gut angekommen – zu recht! Diese Band ist eine MIT Band – Mit-Springen, Mit-Shaken, Mit-Singen!

 

Die EP ist sehr ansprechend produziert und gefällt mir persönlich sehr gut. Freunde von eingängigen Melodien und Songstrukturen kommen hier sicher voll auf ihre Kosten. Ein Anspiel-Tipp von mir ist aber auch der elektronisch angehauchte REMIX von „Hey! Babe at the avenue!“ – hier höre ich akutes Ohrwurm-Potenzial!

 

Einzig und alleine lässt sich bei dieser Formation über die Outfits – Stirnbändern, das muss nicht wirklich sein – streiten. Neue EP (die Songs gibt es auch zum Downloaden, wobei es nicht schaden kann, wenn man trotzdem die EP kauft!), weitere Infos gibt es auf www.myspace.com/abovethefrayrock.

Home   /   Live Reviews  /   Above The Fray – Hyrtl
Related Article