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Perfect Days – Chelsea

Perfect Days – Chelsea
Eine Runde durch die legendärsten Locations Wien drehen die beiden (doch sehr unterschiedlichen) Bands Kidney Loop und Perfect Days gemeinsam, Station Nummer Zwei war nach dem U4 das Chelsea am 19. Mai 2009.

Merke: enemy nicht gleich NME
Vordergründig fehlte an diesem 19. Mai 2009 das Publikum – was man den Bands aber keine Sekunde ansehen konnte – gute Schauspieltalente oder einfach die Freude über diesen Gig?

Den Einstieg machten KIDNEY LOOP – eine Wiener Band, deren „Gib mir“-Single ich gerade in der Hand halte. Deren Song zur Fußball-WM vom vorigen Jahr, veröffentlicht auf FM4.
Im Chelsea machten die fünf Musiker gute Stimmung – Jakob Theiner am Mikrophon und Gitarre mit einer weichen, interessanten Stimme, ebenso auch Clemes Göller, der teils gesangliche Parts übernahm und meinem Geschmack nach viel zu selten die zweite Stimme gesungen hat. Thomas Rabl steht am Keyboard und trumphte einmal sogar mit kirchenorgel-ähnlichen Klängen auf (sehr imposant 😉 ebenso wie Bassist Sascha Stojan (laut Homepage: Marktwert „42355 Hamburger Royal ohne TS!“) und der nicht mehr allzu neue Drummer Paul Pozarek.
Songs wie „Gib mir“ haben gut aus dem Sammelsurium herausgestochen, ebenso „Alone in the Inside“, (welches neben vorher genanntem im Sendeprogramm von FM4 steht/stand) jedoch haben mir eingängige Melodien gefehlt.
Schön: das deutschsprachige EM-Lied mit österreichischen Dialektwörtern wie „Leiberl“ und im Text ein verwitzt deutsch-englisches „I can speak English auch, I really wanna show the camera my naked Bauch. I have tatooed on it my girlfriend’s name, but noone kanns sehn.“
Schöner: mein Anspieltipp (den man sich leider nur live anhören kann) „Time machine“:

Get on board my time machine, just wait until the lights turn green…

Schon langsam geht’s einem Runden zu: mein sechsten Mal mit PERFECT DAYS – und was hat sich mit der Zeit verändert? Ein neuer aber doch wieder schon „alter“ Bassist und viele neue Songs – sonst ist alles gleich: Perfect Days erzeugen noch immer gekonnt die einsame, fast triste Stimmung eines Novembernachmittags im verschwitzten sommerlichen Chelsea (und das sogar bei Ausfall der Nebelmaschine) und man sieht ihnen gerne zu: René Hartmann mit ausdrucksvoller Stimme und der eingängigen Gitarre, Silvio Sinzinger, der scheinbar noch nie etwas anderes getan hat, als Gitarre zu spielen (und nebenbei auch immer wieder mal ein paar Keyboard-Klänge dazwischenmischt), Georgi Tomov kunstgerecht am Schlagzeug und, ja der neue alte, Jakob Mahn am Bass, der sich sichtlich wohler fühlt auf der Bühne als früher.
Perfect Days spielen glücklicherweise eine gute Mischung an neuen („Come home“, „Unitled“) und alten („Balcony Scene“, „Love is elementary“, beide vom 2007 veröffentlichten Album „You don’t need to know“, welches übrigens bei unserem hauseigenen label stagedive herausgekommen ist) Songs. Ein Herausstecher am LineUp ist „Light up her room“, welches ich letzten Sommer live hören durfte und mir seitdem im Ohr lag.
Der Auftritt geht dem Ende zu und noch immer frage ich mich, was hat sich verändert? Perfect Days beenden das Konzert und geben das gewohnt obligatorische und vor allem fulminante laute Ende. Nichts hat sich geändert.
Who will be the last to turn off the lights?
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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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