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Elva Snow & Oliver Welter – Posthof

Elva Snow & Oliver Welter – Posthof

Herzzerreißend, amüsant, sarkastisch, traurig. Dieses Konzert hatte viele Gesichter. Dank der großartigen Interpreten Scott Matthew & Spencer Corbin (Elva Snow) und Oliver Welter.

Eröffnet wurde dieser fabelhafte Abend von einem gesundheitlich angeschlagenen Oliver Welter. Trotz Krankheit schlug sich der Kärntner wacker. Mit seinem trockenen Sarkasmus brachte er uns zum Lachen, mit seiner Musik zum Träumen. Er mag vielleicht nicht die über die weltbeste Stimme verfügen, doch versteht er es ganz ohne Frage mit seiner Hingabe unsere Seele zu berühren. Und darum geht’s doch bei Akustik-Sessions. Sein gekrächztes Potpourri diverser Leckerbissen fand sichtlichen Anklang und seinen Weg in unsere Herzen.

Neben ihrem wohl größten Hit Military Of The Heart sang Oliver Welter nicht nur Altbekanntes seiner Band NAKED LUNCH. Ein neues Stück fand seinen Platz in der Setlist. Oliver’s Angaben nach wird dieses auf dem nächsten Album erscheinen – also irgendwann in den nächsten sechs Jahren, wenn die Band nicht mehr zerstritten ist [Anmerkung der Redaktion: keine Sorgen, es handelte sich bei dieser Aussage sichtlich um Ironie]. Mit seiner Interpretation von Ike & Tina Turner’s River Deep – Mountain High lieferte er eines der wenigen nicht aus eigener Feder stammenden Stücke. Und er tat gut darin dem Rat eines Freundes zu folgen – „als weißer *beep* [Zensur] macht’s keinen Sinn John Lennon zu covern, cover die Schwarzen“! Zu guter Letzt amüsierte er noch mit einer köstlichen mexikanischen Nummer, die er mit der Bitte um Nachsehen einleitete, sei er doch dem Spanischen ebenso mächtig wie dem Kirgisischen.

 

Oliver Welter’s Meinung bei Scott Matthew handle es sich um einen „nicht nur irgendwie sondern ECHT großartigen“ Musiker sollte sich auch noch bewahrheiten. Der Wahl-New-Yorker wirkt menschlich und stimmlich wie eine zauberhafte Kunstfigur – speziell, androgyn, fragil, musisch. Er zieht einen als Zuseher und –hörer in den Bann, ergreift einen tief und hat auch an diesem Abend bestimmt die eine oder andere Träne im Publikum ausgelöst.

Um die Zuhörer seelisch zu berühren braucht es jedoch neben einer unverwechselbaren Stimme auch noch einen unverwechselbaren Arrangeur. Und diese Funktion hat Spencer Cobrin bravourös erfüllt. Die Arrangements des Ex-Morrissey-Drummers harmonieren perfekt mit Matthew’s Gesang. Auf der Bühne bedienen sie sich nur weniger Instrumente, was die gefühlvolle, leidende Musik von ELVA SNOW richtig zur Geltung bringt, jedoch Mulit-Instrumentalismus scheint Standard zu sein. Spencer wechselt zwischen Klavier und Gitarre, Matthew zwischen Gitarre, Ukulele und Mundharmonika. Auch ihr Cellist Sam Taylor switcht auf Gitarre und überrascht auch noch stimmlich. Ein wundervolles Trio, das uns ein wundervolles Erlebnis mit viel Emotion beschert hat.

 

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