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Enno Bunger – Chelsea

Enno Bunger – Chelsea

Tagträumen, Protest, Schmusestimmung, Livemusik – und das alles im Wohnzimmer? Kommando Elefant und Enno Bunger beehrten am 4.November das Chelsea mit ihrem Besuch und verbreiteten sommerliche Herbststimmung und andere Paradoxa.

 

Das Chelsea, wohlbekannte Anlaufstelle für Nachtschwärmer, sowie Bühne für große und kleine Künstler. Oder aber auch „Das Chelsea, unser Wohnzimmer“.

Mit diesen Worten begrüßen KOMMANDO ELEFANT am Donnerstagabend die Anwesenden. Die ersten Töne von Wittgenstein locken dann auch die letzten Fußballgaffer hinein – ins Herzstück des Chelsea. Drinnen lauschen gegenwärtige und zukünftige Fans zunächst einer handvoll Songs, ehe sich die gute Laune des Publikums in ersten Freudenschreien äußert. Als selbsternannte Sommerhits geben Alf & Co. neben Alaska auch Falsche Helden und Rabauken zum Besten. Als ganz und gar herzerwärmend erweist sich Wenn ich dich sehe bleibt mein Herz stehen. Schmusende und eng umschlungene Menschen wohin man nur blickt, die nachher sogar einen gut gemeinten Applaus locker machen. Allzu aprupt endet der gelungene Auftritt ohne Zugabe. Schade nur – wenngleich Fotografenfreundlich – dass sich der drei-Schritt-Respektgraben zur Bühne bis zum Ende des Konzerts leider nicht schließen sollte, KOMMANDO ELEFANT hätten es verdient.

Schon wenige Momente später betreten Enno, Nils und Bernd aka ENNO BUNGER die Bühne. Mit größtmöglichem Körpereinsatz wird Hier & Jetzt als Opener dargeboten. Auch bei der nächsten Nummer stellt man mit einer Mischung aus Ver- und Bewunderung fest, dass die drei Ostfriesen eindeutig bewegungsfreudig sind. Sogar Enno am Klavier lässt es sich nicht nehmen, bei lauteren Passagen enthusiastisch mitzustampfen.

Zwischendurch werden Anekdoten aus dem Leben geschildert, die den Zuhörer schmunzeln lassen. So erfährt man aus erster Hand, dass selbst die Turbojugend ein weiches Herz hat und Wahre Freundschaft schätzt. ENNO BUNGER arbeiten sich kreuz und quer durch ihr aktuelles Album Ein bisschen mehr Herz und sammeln Lied für Lied Sympathiepunkte. So ist man dem Sänger auch nicht böse, wenn er verlautbart: „Wie geht denn der Text jetzt?“. Denn im darauf folgenden Weltuntergang geht es auch nicht um die Apokalypse, sondern es heißt: „Doch das ist, wie du weißt, alles kein Weltuntergang“. Der als Melancholie getarnte Optimismus zieht sich durchs Konzert, bis Das Lied vom Nachtwind als letzte Nummer angekündigt wird. ENNO BUNGER ernten liebevoll dosierten Applaus und lassen das Konzert mit Herzschlag als Zugabe ausklingen. Am Ende kommt man sich ein wenig therapiert vor. Ein Blick durchs Publikum bestätigt die Annahme: Es gibt sie tatsächlich, die Musik, die auf jedes Gesicht ein Lächeln zaubert.

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