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Gotan Project – Posthof

Gotan Project – Posthof

Das Dreigestirn namens Gotan Project beehrte am 11.11. den Linzer Posthof. Ob sie mit den Nummern ihres neuen Albums Tango 3.0 und ihrer Live Performance an ihre bisherigen Erfolge anschließen können, lest ihr bei uns auf enemy.at!

Faszination Tango – ein zeitloses Phänomen. Denn Tango ist nicht einfach nur Musik oder ein Tanz, Tango ist Emotion, Erotik und Leidenschaft. Diese urtümlichen Attribute zu erhalten bei dennoch kreativer Entfremdung durch Elektronik ist eine Kunst, die das argentinisch-französisch-schweizerische Trio GOTAN PROJECT seit Jahren beherrscht wie kein anderer. Dass sie diese Kunst bis heute auch nicht verlernt haben, haben sie am 11.11. in Linz unter Beweis gestellt. Mehr noch, sie wagen sich immer mehr in andere Musikgenres, vermengen ihren Elektrotango sogar mit Hip-Hop- und Country-Elementen und trotz allem fließt einem ihr Sound mit derselben Eleganz durch Mark und Bein wie je her.

Vielleicht gerade um bei solch musikalischer Experimentierfreude die Wurzeln des Ur-Tangos zu wahren, haben sich die drei Herren ein gänzlich aus Buenos Aires stammendes Musikerkollektiv mitgenommen. Das zentrale Instrument Bandoneon gespielt von einem vermeintlichen BENICIO DEL TORO, der sein Instrument behandelt als würde er eine wunderschöne Frau liebkosen. Eine Violinistin, respektive Trompeterin, die je nach Bedarf die beiden Instrumente wechselt als wären es Block- und Querflöte. Ein Pianist und eine Sängerin mit verführerisch facettenreicher Stimme.

 

 

Die Setlist von SOLAL, MÜLLER und MAKAROFF hat ihre Höhepunkte in den Langzeit-Klassikern wie Diferente oder Santa Maria (del Buen Ayre), aber auch einige neue Stücke schaffen Begeisterung. Insbesondere Panamericana ein absolutes Highlight des Konzerts, mit dem GOTAN PROJECT ihr ganzes Spektrum beweisen: die Nummer trägt einen zuerst imaginär wie ein Zug durch die namensgebende Straße quer durch Südamerika – treibend, stampfend und doch Tango. Dazu Gypsy-Gitarren-Sound, der das Roady-Feeling noch verstärkt. MAKAROFF animiert das Publikum zum Mitklatschen in Flamenco-ähnlicher Rhythmik, legt dann noch ein Gitarrensolo hin, das im Donauwalzer ausklingt und den Zug am Zielbahnhof einfahren lässt. Vielseitig, abwechslungsreich, ein Genuss!

Schade nur, dass nicht mehr als gute eineinhalb Stunden geboten wurden. Ohne Support und bei Preisen von bis zu 60 € nur wenig erfreulich. Dass diese zeitlich magere Ausbeute mit einer ungeplanten Plauder- und Autogrammstunde vor den Toren des Posthofs zumindest teilweise wettgemacht wurde, blieb jedoch von den meisten Konzertbesuchern unentdeckt.

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