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Less Than Jake

Less Than Jake

Enemy.at unterhielt sich im Zuge ihrer Show in der Arena Wien mit Vinnie Fiorello, dem Schlagzeuger von Less Than Jake. Was uns der äußerst sympathische Herr über Tourerlebnisse, die Musikszene und Filesharing erzählt hat, lest ihr hier.


Wie kam es zur Idee, die TV/EP zu produzieren auf der sich ja nur Covers von Werbejingles und bekannten Fernsehmelodien befinden?

Die Idee hatten wir eigentlich schon eine ganze Weile. Wir waren gerade dabei zwischen zwei Touren neue Songs zu schreiben und Roger (Bassist und Sänger, Anm.) kam drauf, ein schon älteres Konzept wieder aufleben zu lassen. Wir haben ja mal eine EP zum Thema The Muppets gemacht und wollten in diese Richtung weiter gehen. Also haben wir uns diese ganzen TV-Melodien geschnappt und dran herumgebastelt. Außerdem ist die Band SNUFF aus England eine große Inspiration für uns und die haben auf einem ihrer älteren Alben einige britische Werbemelodien verwendet, was uns jetzt auch angespornt hat einige Werbejingles draufzupacken.

Ihr tourt seit bald zwei Jahrzehnten durch die USA und natürlich auch Europa. Wo liegen Eurer Meinung nach die größten Unterschiede?
Um ehrlich zu sein, die sind gar nicht so gravierend. Kids die auf Musik wie unsere stehen, haben in den USA, Europa und auch in Japan relativ ähnlichen Lifestyle. Somit ist es keine große Umstellung, egal ob wir jetzt in New York, Wien oder Tokyo spielen. Natürlich ist es manchmal aufgrund von Sprachbarrieren etwas komplizierter mit dem Publikum zu kommunizieren. Wir machen ja ganz gerne Witze zwischen den Songs und unterhalten uns auch mal mit Leuten im Publikum – was natürlich schwieriger ist, wenn man die Landessprache nicht kann.

A propos Tour – was ist das verrückteste was Euch jemals auf Tour passiert ist?
Hm… Das sind die Dinge die ich zwar immer ungläubig bestaune, aber dann doch gleich wieder vergesse (lacht).
Einmal allerdings, waren wir mit BON JOVI unterwegs, im Rahmen ihrer Crush-Tour für 13 Shows. Es ist schon ein ganz eigenes Erlebnis, wenn du in den Backstage-Bereich kommst und plötzlich Richie Sambora beim Üben auf der Gitarre siehst. Oder wenn dann auf einmal ein paar Jungs von SKID ROW vorbeischauen. Das hatte auf alle Fälle was ziemlich Surreales!

 

Ihr seid ja wie gesagt seit 1992 in der Musikszene unterwegs. Wie hat sich Eurer Meinung nach LESS THAN JAKE als Band und die Szene an sich seither geändert?
Die wohl größte Veränderung ist das Konsumverhalten von Fans in Bezug auf Musik. Als wir angefangen haben, hatten Bands noch Demo-Tapes, die wurden dann von CD-Rs ersetzt, dann kamen MP3s und noch später dann MySpace. Mittlerweile haben ja viele Websites schon Musik-Streamingmöglichkeiten, zum Beispiel Facebook oder Bandcamp, die ja auch vielfach von Fans genutzt werden. Dazu kommt dann noch der ganze digitale Aspekt, weil ja immer mehr Leute Musik und andere Medien einfach im Internet miteinander tauschen. Als Band willst Du natürlich einen Song für einen gewissen Geldbetrag verkaufen, andererseits ist es auch nützlich wenn möglichst viele Leute deine Songs hören, das ist halt ein recht schmaler Grat.

Hat der Filesharing-Boom Euch als Band eher genutzt oder geschadet?
Ehrlich gesagt glaub ich nicht, dass irgendwer, der Musik produziert, davon wirklich profitiert hat. Wer definitiv profitiert sind die Fans – immerhin ist es heute möglich so gut wie alles, egal welches Genre, gratis über das Internet zu beziehen.
Einerseits müssen sich Künstler natürlich überlegen, wieviel sie für einen Song oder ein Album an Geld verlangen wollen, andererseits müssen Leute deine Musik erst mal hören um sie überhaupt mögen zu können. Und Fans kaufen ja schließlich auch Konzertkarten und T-Shirts etc. In Bezug auf Geld haben die meisten Künstler hier also sicherlich Einbußen, aber der leichtere Zugang für Fans zur Musik macht meiner Meinung nach einiges davon wieder wett.


Was würdest Du Jugendlichen raten, die heute eine Rockband gründen wollen?
TOUREN! Das war aber sowieso immer schon das wichtigste, egal ob in den 90ern, vor 10 Jahren oder jetzt. Durch Livekonzerte wird man erst ein richtig guter Musiker. Mit all der Technik heute kann eigentlich jeder mittels ProTools so ziemlich alles in Tempo und Tonhöhe hinbiegen wie er’s braucht und das Ergebnis wird gut klingen. Eine gute Aufnahme sagt noch nichts über die Fähigkeiten des Musikers aus, sondern nur darüber, dass diese Person mit der verfügbaren Hard- und Software gut umgehen kann.Aber wenn eine Band live so richtig gut ist, dann ist das was, auf dem man eine Karriere aufbauen kann! CDs sind meiner Meinung nach ohnehin bereits relativ tot.

Wenn man für LESS THAN JAKE eines Tages einen Grabstein aufstellen sollte, was sollte Deiner Meinung nach draufstehen?
Hm… Verdammt, keine Ahnung. Ich bin nicht besonders gut bei so was (lacht). Jay, Du bist doch eher so ein spontaner Typ, was denkst Du?
Jay: It’s been a good ride!

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Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
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