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Marrok

Marrok

Marrok haben sich unseren Fragen gestellt und geben Antwort zur österreichischen Musikkrise, eigenen Krisen und was das wichtigste für eine Band wie sie ist. Lest bei uns, welche Fragen ihnen man nicht stellen darf und was demnächst ansteht!

 

 

Ihr habt vor kurzem euer erstes Musikvideo aufgenommen – wie ist es dazu gekommen?

Im Zuge des ILAs haben uns Pellicullar aus Wien angesprochen. „Wir wollen mit euch a Video drehn. Bevor euch jemand anders wegschnappt!“, meinte J.Wagner, der Regisseur. Ein paar Wochen später hat er uns dann auch schon besucht und die Drehtage fixiert. Die Story war noch ein kleiner Streitpunkt, weil es in den ersten Ideen auf diese „Sänger – hübsches, unglückliches Mädchen – Masche“ hinausgelaufen wäre. Wir haben uns aber dann entschieden, ein Video drehen zu wollen, wo die Band im Vordergrund steht und außerdem passt der Songinhalt auch zu uns. „No Time To Die“ spiegelt unsere Einstellung wieder: Einfach keine Zeit zum Aufhören.

 

Was folgt denn nun auf das Musikvideo – wann was neues zu Hören oder Sehen?

Es sind so viele Sachen geplant, dass wir echt mit unserem kleinen Team etwas ins Schwitzen geraten. Einerseits wird’s bald ein zweites Musikvideo geben, dann wird ein zweites Album erscheinen, das Hosted by wurde gedreht und lief auf GoTV und die ganzen Gigs nebenher sind auch nicht weniger geworden. Gott sei Dank. Ausserdem werden wir per Facebook mit Livestreams online gehen, um die Fans so informiert wie möglich zu halten. Alle Infos dazu sind natürlich auf unserer Facebook-Seite vermerkt.

 

Durch welche Höhen und Tiefen ist eure Band gegangen?

Vor fünf, sechs Jahren war die Besetzung, bis auf Fill, eine komplett andere. Wir standen als Gewinner des Austrian Newcomer Awards in den Medien und dann verließen alle Bandmitglieder die Band. Es hatte sich zwar schon vorher abgezeichnet, dass irgendwie der Wurm drinnen war, aber es gab schon mehrere Situationen, wo es ausgesehen hatte, als ob die Band vor dem Aus stehen würde, doch es ging immer irgendwie weiter.
2006 bin ich (Mr. Lucky) auf Fill gestoßen. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mit ihm seine Bandformation wieder ins Leben rufen möchte. Zwei Jahre zuvor hatte ich noch im Fernsehen einen Bericht über MARROK gesehen und mir selbst gesagt: „Von so einer Band möchte ich mal ein Teil sein!“. Wir haben uns gut ergänzt, angefangen die ersten Songs für’s Album zu schreiben. Das erste Album wurde noch mit unserem alten Gitarristen aufgenommen, der aber Ende 2009 aus zeitlichen Gründen das Handtuch geworfen hatte. Damals waren wir schon in der ersten Runde des ILAs und standen vor der Aufgabe, einen neuen Gitarristen zu finden. Ende des Jahres fiel dann die Wahl auf Leech. Seitdem ist es aber vorbei mit den Tiefs – bis auf ein paar Streitigkeiten, die immer wieder vorkommen. Jetzt sind wir dabei, neue Höhen anzustreben und der erste Erfolg war der ILA, mit dem wir bis zuletzt nicht gerechnet hatten. Gehofft ja… Gerechnet nein.

 

 

Also – als Sieger des ILAs herauszugehen, zählt wahrscheinlich zu euren größten Erfolgen eurer Bandgeschichte?

Seit der Neubesetzung waren die größten Erfolge mit Sicherheit der ILA/ABC, das Fertigstellen unseres ersten Albums, die Produktion eines eigenen Videos und eine ausverkaufte Album-, sowie Videopremiere. Wenn man dann noch nachrechnet und sich dabei vor Augen führt, dass das alles innerhalb von zwei Jahren so aufgezogen wurde, dann ist das, denke ich, eine ganz respektable Leistung.

 

Und die Liste der Preise beim ILA ist sehr, sehr groß – welche Preise habt ihr schon eingelöst und welche waren für euch als junge Band am hilfreichsten?

Am hilfreichsten, denke ich, wie für jede andere Band auch, ist das Bargeld. Der Betrag von 11.000€ wird für uns Dinge wie einen Bandbus und ein, zwei Ausbauten im eigenen Tonstudio ermöglichen. Wichtig für uns sind auch Dinge wie ein Hosted by auf GoTV und die Platzierung unserer Songs auf diversen Samplern. Alles in allem sind die Preise, wo wir uns präsentieren und aufmerksam auf uns machen können, die Wichtigsten.

 

Ihr habt mit dem Sieg das Sprungbrett in die österreichische Musikszene erwischt – aber macht es in Österreich überhaupt noch Sinn, mehr als hobbymäßig Musik zu machen?

Es stimmt, dass die Musikszene in Österreich für einheimische Bands eigentlich stillgelegt wurde. Du hast einfach keine Chance, die österreichischen Medien für dich zu begeistern, außer du bist vorher im Ausland in den Charts. Zumindest was etwas härtere Gitarren angeht. Wir kennen selbst gute Musiker, die es mit eigenen Bands aufgegeben haben und sich für Partybands prostituieren um trotzdem ihr Hobby zum Beruf machen zu können. Das war auch uns klar, aber wir haben uns damals darauf geeinigt, dass wir aus Österreich raus möchten und das Feedback, welches wir aus Ländern wie Deutschland, England und Amerika zurückbekommen, ist sehr viel positiver als erwartet. Aber rein am österreichischen Musikmarkt wäre ein Überleben für uns nicht vorstellbar.

 

Was macht für euch die österreichische Musikszene überhaupt aus?

Grundsätzlich gibt’s in Österreich zwei Musikzweige. Der eine trägt Früchte wie Klostertaler, Seer, Christina Stürmer und Co, die alle irgendwo der Kategorie Schlager und Pop entspringen. Das Geschäft mit dieser Art von Musik boomt und wird stark gefördert. Auf der anderen Seite gibt’s halt noch Rock/Metal, welcher aber eher verkümmert ist, und von vielen gar nicht als Musikzweig in Österreich angenommen wird.
Um trotzdem Aufmerksamkeit zu bekommen, bemühen sich die Bands aus dieser Sparte mit Show und immer extremeren und schnelleren Songs die Massen zu begeistern, vergessen aber, dass das nur eine Randgruppe ist, die nach diesem absoluten Extrem sucht. Wenn man das jetzt auf uns ummünzt, versuchen wir hier eine Art Fusionierung zu schaffen. Eine Brücke zu bauen und die Menschen auch offen für Neues zu machen was uns bisher auch, wie wir denken, ganz gut gelungen ist. 🙂

 

 

Für welche Band würdet ihr sprichwörtlich euer letztes Hemd geben? 😉

Unser letztes Hemd? Wollt Ihr irgendwelche schmutzigen Fotos Veröffentlichen? Nein, Spass bei Seite. Bands wie Avenged Sevenfold, Alter Bridge, Dream Theater und Metallica sind mit Sicherheit die Bands, die uns am meisten geprägt haben und wo wir am meisten abgeschaut haben. Aber auch Legenden wie Michael Jackson gehört unser Dank.

 

„The World Of Marrok“ – wer regiert diese Welt, wer verwahrt die große Schatzkammer und vor allem: wer wohnt hier? 😉

Vier durchgeknallte Musiker, drei wunderschöne Nymphen und ein motivierter Fanmob! Außer der Band selbst sind noch Silvia, Sarah und Babs schwer am Werken und ständig damit beschäftigt, uns die Wadln „viare zu richten“. Weiters arbeiten wir immer wieder mit unseren Fans zusammen, die uns dann immer wieder aufs neue mit ihrer Motivation überraschen und Dinge auf die Beine stellen, die wir uns so nicht erträumt hätten. Ein großes, offizielles Dankeschön an die, die genau wissen, dass sie jetzt gemeint sind. Und an unsere Produzenten, die uns produziert haben. Unsere Eltern.

 

Es geht als Band nicht ohne …?

Ahhh… jetzt kommen die schmutzigen Fragen. Naja Sex Drugs and Rock’n’Roll ist ja doch schon ein etwas altes Sprichwort, trifft aber noch immer etwas zu. Wobei Drogen bei uns noch nie ein Thema waren. Wir trinken schon mal gerne ein, zwei Bier oder mal einen guten Whiskey, aber die härtesten Drogen, die wir benutzen, sind die Baldriantropfen, die wir Fill ab und an mal unter’s Trinken mischen, weil sonst würd’s ihn vor Energie zerreißen.

 

Welche Frage darf man euch nicht stellen? 😉

HAHAHA! Das kommt ganz auf die eigene Schmerzgrenze an. Je blöder die Fragen, umso blöder die Antworten. Kleines Beispiel: „Fill, du bist doch der Kopf der Band“ – „Na! Wir san a Hydra!“

 

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

 

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Wie gefällt euch MARROK?

 

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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