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Jonas Goldbaum – B72

Jonas Goldbaum – B72

Eigentlich war mir ja schwer danach, all die Euphorie aus meiner Konzertankündigung zu revidieren. Zu sagen: Alles Lüge. Alles Lüge, JONAS GOLDBAUM ist tot. Und all das, was noch da ist, sind nur Posaunen und Lärm. Doch das klingt in etwa so…

 

 

Sänger Arne Lechner // by Anna Obermeier

20:00 Uhr – Einlass im B72. Eine halbe Stunde später bin ich da, im Gepäck meine Waffe, meine Kamera. Ein paar Leute zieren die Bar und an den Werbeplakaten steht: „Arne Lechner mit neuer Band erstmals in Wien.“. Mhm. Mit neuer Band also. Und ich dachte, ich hätte zwei JONAS GOLDBAUM – Alben zuhause. Und hätte die auch schon mal live gesehen. Ich bin enttäuscht und gehe.
21:30 Uhr – Ich komme wieder – denn immerhin beginnt eine Band ohne Support allerspätestens eineinhalb Stunden später. Dachte ich. Manchmal denkt man aber falsch.
21:45 Uhr – Schon langsam wird mir fad. Viele Leute sind ja noch nicht da.
21:50 Uhr – Die Minuten vergehen wie Stunden. Schon langsam werde ich echt grantig.
22:00 Uhr – Unmut steigt in mir auf. Vor flotten zwei Stunden war Einlass und wir stehen alle immer noch hier und warten. Und warten. Und warten. Nicht mehr ganz so gebannt. Auf Kiss habe ich damals ungefähr eine dreiviertel Stunde gewartet. Auf die Toten Hosen eine halbe. Und auf JONAS GOLDBAUM fast zwei Stunden? In eineinhalb Stunden müssen die doch sowieso die Bühne wieder räumen – wie lange dauert denn so ein Set??
22:10 Uhr – Okay. Okay. Okay. Durchatmen.
22:20 Uhr – On Stage.

 

 

 

Also. Willkommen im Spiel. Vor mir steht eine Band – nicht wieder zu erkennen. Ein Viertel JONAS GOLDBAUM ist noch da. Arne Lechner steht der Angstschweiß ins Gesicht geschrieben und er überspielt seine Nervosität mit chaotischen aber sympathischen Ansagen.
Die Furcht vor neuen Songs, einer komplett neuen Band, war – mehr oder weniger – unbegründet. Altbekannte Songs wie „Yeah Yeah Yeah“ oder „Fallschirm“ werden ebenso gespielt wie neue Lieder namens „Absolutes Chaos“. Das Album dazu kommt 2010. Irgendwann.
Ganz wie früher stimmen die Leute ein, wenn es heißt: „Und du fliegst ohne mich zum Mond – ganz heimlich, still und leise. Und machst dich auf die Reise unverhofft„. Spätestens beim Intro von „Taucher im Meer“ und der so oft gehörten und mitgesungenen Zeile „Nach all dem Kalt und Warm, den Freuden und Gefahren, fehlst du mir so sehr, du mein Taucher im Meer.“ ist die Euphorie der ersten Stunde wieder da. Und JONAS GOLDBAUM. Ein bisschen, so wie ich sie kenne.

 

 

Jonas Goldbaum auf myspace

 

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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