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Mosfet – Sickness Of Memory

Mosfet – Sickness Of Memory

Die Zeit im Underground ist vorbei und die Band Mosfet erkämpft sich ihren Platz in der österreichischen Metal Szene. Sickness Of Memory heißt die erste LP der selbst ernannten Bestie. Wir haben uns das Monster und die neue Platte mal genauer angesehen.

Die anfänglichen Nummern von Sickness Of Memory kommen auf den ersten Blick recht unauffällig daher und bieten scheinbar altbekannten Speed/Trash Metal. Doch was danach kommt, straft alle Vorurteile Lügen, denn zum pulsierenden Rhythmus von Schlagzeug und E-Gitarre gesellt sich das ganze, breite Können der Band.

Aurora (lat. Morgenröte) bietet zu Beginn das, was die Literatur Oxymoron nennt, einen perfekt inszenierten Widerspruch. Keine den Tag begrüßenden Klänge leiten nämlich diese sechste Nummer auf der CD ein, sondern zutiefst melancholische E-Gitarrenklänge begleitet von tristem Regenprasseln. Nach einem animalischen Aufschrei entfaltet sich dann für den Hörer eine außerordentliche musikalische Komposition, getragen von treibender Rhythmik und einprägsamer Melodik.

Gleich danach zeigen MOSFET eine weitere ihrer vielen Facetten und zwar einen gewissen dunklen Humor. Musikalisch genauso abwechslungsreich komponiert wie die vorhergehende Nummer, lässt die Band in Lawnmower den Rasenmäher als Henker auftreten, der all jene ins Grab bringt, die sich in der Vergangenheit Schuld auf sich geladen haben. Diese Nummer ist auch ein schönes Beispiel für den Bezug vieler Nummern auf den Albumtitel – Erinnerungen an Vergangenes, die jemanden auf grausame Weise wieder einholen. Düstere Stimmung, drohendes Unheil und Sterben – im tatsächlichen wie übertragenden Sinn – bilden generell den Unterton der „Krankheit der Erinnerung“.

Beim zweiten Mal Hören erweisen sich dann auch die restlichen Nummern der CD als gut durchdachte, spannende Songs, die bei jedem weiteren Mal Hören neue Elemente entdecken lassen. Zwar ziehen sich die metaltypischen Gitarrensoli wie ein roter Faden durch das ganze Album, was jedoch überrascht sind die verschiedenen Einflüsse: Neben harten Rock´n´Roll Teilen sind auch harmonisch klare Melodiepassagen oder leichte Anleihen aus der Death Metal Abteilung zu finden. Genre-Grenzen stellen also kein Hindernis für die Fünf dar, im Gegenteil, sie stürmen wild darüber hinweg und reißen an sich, was auch immer sie für ihren speziellen Sound brauchen.

Was dabei im Endeffekt heraus kommt? Mit Sickness Of Memory eine auf den ersten Blick typische, solide Speed Metal Scheibe, die jedoch nicht nur Headbangqualitäten in sich birgt, sondern zudem voller musikalischer Überraschungen steckt. Absolut gelungen!

 

In aller Kürze

MOSFET
Sickness Of Memory
VÖ – 2009

 

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