Home   /   CD Reviews  /   You Say Party! – Remixxxx

You Say Party! – Remixxxx

You Say Party! – Remixxxx

Die kanadischen Indie-Punker haben die wohl schlimmsten Schicksalsschläge durchlebt, sich zurückgezogen, neu formiert, umbenannt und melden sich nun mit einem neuen Album zurück. Wie und ob es gelungen ist, haben wir für euch herausgefunden.

 

Schrecklich, welch Tragik diese noch so junge Bandgeschichte birgt. Im April diesen Jahres mussten Becky Ninkovic (voc), Stephen O’Shea (b), Krista Loewen (key) und Derek Adam (guit) für immer Abschied nehmen von ihrem Freund und Drummer Devon Clifford. Dieser kollabierte im Alter von nur 30 Jahren während eines Konzerts in Vancouver und starb kurz darauf im Krankenhaus. Es folgte eine mehrmonatige Rückzugsphase, die seine Freunde nutzten, um den tiefen Schock zu verarbeiten, das eigene Leben zu reflektieren und die Zukunft der Band zu überdenken.

Konsens der Hinterbliebenen: es wäre auch in Devons Sinne gewesen, die Band weiterleben zu lassen. Der ursprüngliche Bandname YOU SAY PARTY! WE SAY DIE! wurde verständlicherweise aus Respekt um den zweiten Teil verkürzt, die Keyboarderin verließ die Band und neu dazu kamen zwei Freunde und ehemalige Tourkollegen, Robert Andow (key) und Al Boyle (d).

Als YOU SAY PARTY! wollen sie nun nach vorne blicken und haben ihr aktuelles Album REMIXXXX veröffentlicht. Für die Erstellung desselbigen haben sich die Dance-Punks Unterstützung von Freunden und Kollaborateuren geholt und eine 11-Track-CD gepresst. Wie der Name schon sagt, finden sich ausnahmslos Remixes bereits existierender Songs vom Vorgängeralbum XXXX auf dem Tonträger.

 

Der Eröffnungsremix von CFCF ist durchaus spannend, klingt ganz vielversprechend und macht Lust auf mehr. Der darauffolgende Teen Dance Mix mit seinem trancig-weichen Synthesizer und auditiven Laserbeams eignet sich gut als Autobahn-Scheibe. Er ist jedoch insgesamt zu einfallslos bei einer Dauer von fast acht Minuten. Es folgt eine lahme Nummer Drei, die eine Herausforderung gegen verfrühtes Weiterdrücken darstellt. Aus dem erzeugten Halbschlaf wird man sogleich von einer Prolo-Disco-Version von There Is XXXX wachgerüttelt und danach eiskalt in Johan Ageebions Geräuschkulisse geworfen, in der man vor seinem geistigen Auge Blümchen und Marusha Hand in Hand auf rosa Wölkchen hopsen sieht. Die Begeisterung kriecht eigentlich bis zum Schluss der Platte nicht wieder aus dem Keller. Der Tremulance Mix von There is XXXX ist passabel. Die Finalnummer ebenso, wobei es sich hier um die Instrumentalversion von Track 1 handelt.

Das Bemerkenswerte am Album ist wahrscheinlich die vermeintliche Erkenntnis, wie unterschiedlich man ein und dasselbe Lied interpretieren kann. Es ist recht gut gelungen, den Sound der Originalnummern so zu verändern, dass sie nach Neukreationen klingen und sich auch voneinander absetzen. Das Album schafft es jedoch im Gesamtverlauf nicht, den Hörer in den Bann zu ziehen, daher Finger weg und lieber zu den Originalen greifen! Es sei denn ,ihr sucht nach trashiger Sounduntermalung für die ein oder andere Bad Taste Party.

Schön ist jedoch die Geschichte zum Artwork – Derek bediente sich beim Cover-Foto der letzten gemeinsamen Aufnahme mit Devon und tauchte es in seine Lieblingsfarbe Rot.

 

 

In aller Kürze:

YOU SAY PARTY
REMIXXXX
VÖ – 29.09.2010

Home   /   CD Reviews  /   You Say Party! – Remixxxx
Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
Related Article