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Alkbottle – Gasometer

Alkbottle – Gasometer

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie gelb sind deine Dosen. Das Ottakringer hängt auf dir und ich muss sagen, es gefällt mir. Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, so bist du nur mit Alkbottle. Ja, auf solche Zeilen kommt man mit Weihnachten + Alkbottle.

 

Das Ottakringer am Bäumchen ist übrigens keine Erfindung von uns, sondern tatsächliche Beobachtung am legendären „Fett wia a Christkindl“ Auftritt. Bevor es allerdings zu diesem kam, musste noch das Vorprogramm absolviert werden.

Rotzpipn waren die ersten, davon auch das „Absolvieren“-Gefühl. Denn Genuss wollte irgendwie nicht so recht aufkommen. Ganz dem Namen gerecht, dreschen die altersmäßig zwar schon ziemlich Erwachsenen wie kleine Rotzlöffel ohne erkennbaren Plan auf Gitarren und Schlagzeug ein. Begleitet von pubertärem Gelächter singen oder vielmehr brüllen sie alles Mögliche aus der untersten textlichen Schublade, gleich nach dem Lied für die Mama. Dann noch ein STS Cover, dass einem das Herz weh tut und das Verlassen der Halle scheint immer angebrachter.

Im Namen ebenso dialektverbunden, in der Musik jedoch meilenweit entfernt, sind Gnackwatschn die nächsten. Vor Kurzem erst noch ohne Trompeter vor Fiddler´s Green, hatten sie ihn diesmal dabei und die damals schon angedeuten Ska Einflüsse konnten sich voll entfalten. Dazu eine ordentliche Portion Witz und Selbstironie, Musik im Spannungsfeld zwischen Volkstümlichkeit und hartem Rock und man ist mit dem Abend wieder versöhnt. Über den Zeitpunkt des kommenden Albums sind sie sich noch nicht ganz einig, wir uns aber, dass wir uns das auf jeden Fall genauer anschauen müssen.

Dann geht alles ganz schnell. Das Gasometer ist auf einmal komplett voll, alle scheinen gerade richtig schön betrunken und ohrenbetäubender Beifall begleitet Alkbottle auf die Bühne. Nun ist es ja so, dass man den derb-provokanten Stil der Bottleheads mögen kann oder auch nicht. Was man jedoch nicht abstreiten kann, ist die ganz eigene Magie eines Alkbottle Weihnachtskonzerts.

Ja richtig, Magie war das Wort. Denn obwohl die Luft von Biergeruch durchzogen ist und man die Texte wohl alles andere als besinnlich nennen kann, war doch Weihnachten im Gasometer. Denn da trinkt und feiert man doch auch im Kreise der Familie, oder? Wie das Alkbottle Publikum, das als eingeschweißte Fangemeinde schon fast als solche zu bezeichnen ist.

Und man versucht einmal auch an andere zu denken, nicht nur an sich selbst. Wie Alkbottle, deren Schnapsengerl wieder „Dicht ins Dunkel“ und eine Charityaktion der besonderen Art bringen. Ja man kann sie mögen oder nicht. Aber eher schon.

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