AFD + KTL – Szene

Lukas Elzbieciak 4. Juli 2011 0

Was für ein Abend! Obwohl das Event von herbstlichen Temperaturen gezeichnet war, brachten die drei Bands die Wiener Szene zum Glühen: Ein Metalcore – Event der feinsten Sorte. Mehr über Schweiß, Moshpits und pubertierendes Publikum, erfährt ihr hier.

 

Es war ein Musikabend, den die meisten von uns nicht wieder so schnell vergessen werden – drei Bands, welche sich wie heißer Blei in unsere Erinnerung gebrannt haben. Eine fast volle Szene legte pünktlich um 20:45 Uhr mit 5 DAYS BEFORE los: Ein Wahnsinnserlebnis. Kaum vorstellbar, wie die vier Burgenländer im Alter zwischen 15 und 16 (!) eine so unfassbar gute Show abliefern konnten. Hatten die meisten der Anwesenden aufgrund anwesender Eltern und T-Shirts mit Teddybär – Motiven anfangs ein Schmunzeln im Gesicht, so wandelte sich diese Skepsis in einen pulsierenden Ball reiner metallischer Energie um: Die Jungs von 5 DAYS BEFORE legten mit unfassbarer Kraft und Perfektion los – kaum einer konnte sich der Macht, welche ihre Musik versprühte, widersetzen. Schnell bildeten sich die ersten Moshpits – auch eine kleine Wall Of Death versüßte den Moshern den Beginn. Besonders interessant war die Tatsache, dass der 1,50 (?)m große und 15 Jahre alte Frontman Julian Weber großteils mit Genrekönigen wie SUICIDE SILENCE oder DESPISED ICON stimmlich mithalten konnte. Auch die musikalischen Fähigkeiten der übrigen Mitglieder dürfen nicht unerwähnt bleiben – einzig die für Deathcore unüblichen cleanen Gesangspassagen erwiesen sich als überflüssig. Für die meisten der Anwesenden war der Auftritt von 5 DAYS BEFORE die größte Überraschung des Abends.

Nach einer kurzen Umbaupause kam dann auch schon die erste erwachsene Band: KILL THE LYCAN stürmte voller Energie und Eifer auf die Bühne, um das perfekt aufgewärmte Publikum weiter anzuheizen. Dies gelang ihnen sehr gut – musikalisch spielt die Band sehr reifen melodischen Metalcore der feinen Sorte. Es wurde sowohl das Werwolf – Konzept präsentiert, als auch erfolgreich die herbeigesehnten Boygroup – Einlagen aufgeführt. Spätestens seit KILL THE LYCAN war die vordere Mitte des Saals ein ewiger Mosh- & Circlepit. Frontman & Sänger Patrice präsentierte seine Band sehr selbstsicher. Er erntete viel Aufmerksamkeit von Seiten des Publikums. Allerdings schien der heimliche Liebling des Auditoriums der Gitarrist und Sänger Stevo gewesen zu sein – kaum ein Name wurde an diesem Abend so oft gerufen wie der seine. KILL THE LYCAN leisteten eine Show, wie von ihnen zu erwarten war – sie präsentierten erfolgreich ihre EP und bereiteten das Publikum für den eigentlichen Headliner des Abends vor.

ALL FACES DOWN startete früher, als erwartet – die Jungs legten los, als die meisten Besucher noch genüsslich im Hof ihre Nikotinsucht stillten. Eilig machten sich die Gäste auf, um die Wiener Band auf der Bühne zu erleben. Der Saal füllte sich binnen Minuten und die Jungs heizten ordentlich der Szene ein. Die Band zeigte sich sehr kontaktfreudig und begeistert von ihrem Szeneauftritt – so gewann die Band sehr rasch die gesamte Aufmerksamkeit und Sympathie des Publikums. Musikalisch zeigten sie sich in Topform und lieferten eine sehr schöne Show – einzig das Duett zwischen dem Gastsänger und dem Frontman Georg wirkten für viele Besucher eher verstörend als effektiv. Nichtsdestotrotz spielten die Jungs viele gute Songs und präsentierten sich von ihrer besten Seite – gekrönt wurde der Auftritt von einer kleinen Wall Of Death. Als Zugabe präsentierte ALL FACES DOWN der Szene ihren Hit Stop To Fall und erntete für den gesamten Auftritt tobenden Applaus.

Es lässt sich nicht viel bemängeln an diesem Abend: Einzig das Wetter, welches sich eher nach Ende März/Anfang Oktober anfühlte und ein paar zu aggressive Mosher, welche teilweise die Regeln eines funktionierenden Moshpits vergessen haben. Außerdem ein paar Assoziale die der Reihe nach halbvolle Bierbecher ins Publikum warfen. Abschließend lässt sich noch sagen, dass es für alle Bands ein sehr erfolgreicher Abend war. Alle gaben ihr Bestes und es wird lange dauern, bis die Szene Wien wieder ein so tolles Konzert erleben darf.

 

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