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Bilderbuch im Interview

Bilderbuch im Interview

Bilderbuch im Interview über Italien, abgebrannte Verstärker, große Bühnen und warum sie gerne mit sich selbst zusammenarbeiten. Eine extrem sympathische Band ohne Rechtschreibfehler im Frage-Antwort-Spiel.

Wie seid ihr auf das Italien-Konzept für euer Album gekommen?

Für uns hat sich relativ schnell, während des Arbeitens am Album, eine fixe Idee herauskristallisiert. Italien als Metapher für das „Problem“ des Aufwachsens. Einfach mit dem Grund, weil jeder von uns eine teils innige Beziehung zu diesem Land hat. Als Kinder galt es als Ritual des Kleinbürgers, nach Italien in den Urlaub zu fahren. Nun denn, the times they are a-changing. Nicht nur wir sehen uns mit der Last des Erwachsenwerdens konfrontiert, sondern auch Italien musste diesem Idealbild als Urlaubsdestination entwachsen.

Wie schaut bei euch der Songwriting-Prozess aus?

Der Songwriting-Prozess war bei diesem Album ein extrem kreativer und produktiver. Jemand wirft eine Idee in den Probenraum, die anderen nehmen den Faden auf und spinnen ihn weiter. Es steckt sehr viel ‚Band‘ in diesem Album. Wir sind eine durch und durch demokratische Band, was den Arbeitsprozess weitgehend verlängert und erschwert, die Erfahrung danach jedoch umso intensiver und befriedigender erscheinen lässt. Es ist diesmal sehr viel mehr über gezieltes Diskutieren und Nachdenken passiert, als beim ersten Album.

Woher bekommt ihr eure Inspiration?

Inspiration gibt es überall. Man muss sie nur zulassen. Glücklicherweise haben wir neben dem Abrocken auch noch alle ein mehr oder minder spannendes und aufregendes Leben. Zudem kann auch, wie in unserem Fall, die Aufarbeitung eines bestimmten Themas, mit dem jeder in unserem Alter konfrontiert ist, genügend Inspiration sein.


Die erste Zeile eures neuen Albums lautet Unsere Jugend wird dahin sein, wie der Rauch aus dem Schornstein!. Was sind für euch die Eigenschaften die man sich aus seiner Jugend erhalten sollte?
Wir sind immer noch eine wilde und ungestüme Band. Zwar reflektierter als beim ersten Album, Energie haben wir aber wie zwanzig Hühner. Ich denke, dass genau diese naive und rohe Energie uns auch ein bisschen auszeichnet. Nur wandeln wir heute nicht immer am schmalen Grat der Übertreibung, sondern setzen unsere Power bewusster und dosierter ein. Wenn wild, dann richtig.

Was hat sich seit der Veröffentlichung des ersten Albums bei euch  verändert?
Die Bedeutung eines Albums und das Selbstverständnis als Musiker und Band hat sich bei uns auf jeden Fall geändert. Waren es beim ersten Album hauptsächlich nur Songs, haben wir diesmal versucht, ein ‚Album‘ zu machen, bei dem ein Rädchen ins andere greift. Ein stringentes Konzept und ein Leitfaden. Das erste Album war noch relativ einfach. Dieses dafür umso schwieriger und schmerzhafter. Auch wenn’s ein Klischee ist, und ein Musikerspruch, aber diese neuen Songs sind WIRKLICH unser Innerstes, nach außen gekehrt. Wir haben demnach gelernt, persönlicher zu werden.

Wenn ihr euch einen Artist aussuchen könntet, mit wem würdet ihr gerne zusammenarbeiten?
Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, von uns ist jeder froh, dass er mit den anderen drei in der Band zusammenarbeiten darf ;). Unser Arbeitsprozess ist einfach gereift und weitaus klarer abgesteckt. Jeder hat seine Qualitäten. Und derer sind wir uns mittlerweile viel mehr bewusst. Das kann man dann auch ganz individuell einsetzen. Wir sind miteinander gewachsen und haben gelernt. Also ist der beste Artist, mit dem wir zusammenarbeiten können, eigentlich wir selbst.

Welche Erinnerungen habt ihr an euer erstes Konzert?
Unser erstes Konzert war am 22. April 2006 in einem Theatersaal, im schönen Kremsmünster. Davon gibt es sogar noch ein Video. Die erste Erinnerung, die mir dazu einfällt, ist der Geruch des abgebrannten Bassverstärkers, der während dem vorletzten Lied den Geist aufgab. 🙂

Letztes Jahr habt ihr am FM4 Frequency gespielt. Wie war es, vor so vielen Leuten zu spielen?
Das war natürlich eine unheimlich schöne Erfahrung. Die Bühne war größer als unsere Wohnungen. Wir stellten uns absichtlich ganz eng zusammen, damit nicht einer den anderen mit einem Feldstecher suchen musste. Alles in allem war es total surreal und irgendwie unecht. Gäbe es keine Fotos davon, würde ich heute denken, dass ich mir das nur eingebildet hab.

Welchen Song performt ihr live am liebsten?
Ich denke, das ist ganz unterschiedlich. Ich bin da als Schlagzeuger ja recht befangen, was das angeht. Am Liebsten spiel ich natürlich die Lieder, bei denen ich ordentlich auf die Felle dreschen kann. Aber das geht eigentlich eh bei allen.

Wie sieht ein perfekter Tag für euch aus?
Eine lange Busfahrt, miteinander dreißig Espressi trinken, Fußball spielen und am Abend fest abgiggen. Das klingt eigentlich schon ziemlich perfekt.

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Vanessa Spanbauer

„Stop trying to fit in – when you were born to stand out!“

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