Home   /   Live Reviews  /   Deez Nuts – Arena

Deez Nuts – Arena

Deez Nuts – Arena

Mit dem neuerlichen Wintereinbruch machten Deez Nuts mit der „The Cool Sitch Tour“ in Wien halt. Mit im Gepäck hatten sie jedoch nicht Schneeschaufel, Frostschutzmittel und Streusalz sondern Endwell, The Amity Affliction und Louie Knuxx.

Auf Grund der großen Nachfrage, wurde die Show kurzer Hand von der kleinen, in die große Halle verlegt. Dieser Umstand sorgte für Erstaunen, denn so hatten sich DEEZ NUTS innerhalb von fast zwei Jahren vom DreiRaum, über die kleine Halle zur größten Indoor-Location der Arena vorgearbeitet.

Spätestens zu Beginn von LOUIE KNUXX stellte sich aber die Frage, ob dies die richtige Entscheidung war. Der Hip-Hop-MC vermochte es kaum der spärlich gefüllten Halle Stimmung einzuhauchen. Das Highlight seines Sets war ein Duett mit dem DEEZ NUTS Frontman JJ Peters, kurz hatte man das Gefühl er könnte das Ruder noch rumreißen. Weit gefehlt – das kurze Aufkeimen von Motivation im Publikum verschwand genau so schnell, wie LOUIE KNUXX von der Bühne.

Gespannt begann das Warten auf THE AMITY AFFLICTION – würden sie es schaffen, der bis dato langweiligen Crowd Bewegung zu entlocken? Das australische Post-Hardcore-Sextett machte grundsätzlich alles richtig: Eingängige Songs, eine gekonnte Mischung aus harten Shouts und melodiösem Gesang und richtig fette Gitarrenriffs. Jetzt war Energie spürbar, allerdings mehr auf der Bühne als davor. Der Band konnte man keinen Vorwurf machen, sie spielten sich die Seele aus dem Leib – was aber war mit dem Publikum los?

Ganz klar, die Menge durstete, abgesehen von Bier, nach einem härteren Sound. Diesen Gefallen machten ihnen ENDWELL nur zu gerne. Nun war Schluss mit Lustig und cleanen Vocals. Es wurde geshoutet was die Lunge hergab und die Gitarren wurden deutlich metallischer. Die Menge brauchte ein wenig um dies zu verarbeiten, dafür waren dann die ersten Moshpits des Abends zu sehen. Musikalisch war hier allerdings kaum Abwechslung geboten, Songwriting nach „Schema F“ und nahezu jeder Track wurde mit einer Widmung an die „Hardcore-Kids“ eingeleitet. Alles schon gesehen – alles schon gehört.

Man ertappte sich kurz bei dem Gedanken: „Hier läuft heute etwas ganz falsch…“ Kaum zu Ende gedacht, wurde man eines Besseren belehrt, dies in Person von JJ Peters und Band – DEEZ NUTS. Wenn du aus einem schalen Kindergeburtstag eine amtliche Hardcore-Party machen willst, drücke dem ex I KILL THE PROM QUEEN Trommler JJ Peters ein Mikrophon in die Hand und lasse ihn gekonnt Hip-Hop mit Hardcore mischen. Ganz nach dem Motto „Highfive – Stagedive“, flogen nun endlich die ersten Körper durch die Luft, es wurde gemosht was das Zeug hält und die Bühne geentert um seinen gesanglichen Beitrag zu leisten. Als bei der instrumentalen Pause von I Hustle Everyday die ganze Halle „Make Money Money Money, Take Money Money Moneeeeeeey“ skandierte, war klar – der Abend ist gerettet! Die Band hat die Meute fest im Griff und es ging in dieser Tonart weiter. Zum Schluss gab es als Draufgabe noch Tonight We’re Gonna Party, ganz in diesem Sinne endete der Abend auch.

Musikalisch war es ein sehr abwechslungsreicher Abend, welcher ganz klar seine Höhen und Tiefen hatte. Dennoch verließ man den alten Schlachthof mit einem positiven Gefühl. Zum einen war klar, warum DEEZ NUTS einen hervorragenden Ruf als Live-Band genießen, zum anderen das man als Fan des Genres THE AMITY AFFLICTION im Auge behalten sollte.

 

Wie gefiel euch Deez Nuts?

{mainvote}

Home   /   Live Reviews  /   Deez Nuts – Arena
Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
Related Article