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Diver im Interview

Diver im Interview

Ein minimalistisches Gebilde aus Harmonica, Gitarren, Gesang und Co – das sind Diver. Eine Band, die live fasziniert und auch auf Tonträger wunderbar klingt. Wir haben sie für euch interviewt – eine Geschichte über Folk, Soundtracks und musikalische Aufgaben.

 

Wie ist DIVER enstanden, erzählt doch unseren Lesern mal etwas über eure Entstehungsgeschichte!

Wir kennen uns schon eine Weile. Am Anfang war DIVER eine Idee von Wolfgang, als er in Berlin studierte. Er hatte Songs im Kopf, noch ohne bestimmte Klangvorstellung, die er festhalten wollte. So hat er Ebs gefragt, ob er mit ihm Songs aufnehmen möchte. Also haben es sich die beiden Anfang des Sommers gemütlich gemacht und die Ideen kreisen lassen. Olaf war auch kurz in Berlin, hat die ersten Entwürfe der Songs gehört und seine Ideen mit in den Kreis geworfen. Wenig später haben wir den Versuch gestartet, DIVER als Trio zu begründen. Fast den ganzen Sommer über waren wir in drei verschiedenen Städten – München, Berlin, Wien – also haben wir uns unsere Ideen immer übers Internet geschickt, bearbeitet, neu aufgenommen und wieder verschickt. Dabei sind unsere ersten sieben Songs entstanden, die wir dann in Linz nach zwei Tagen gemeinsamer Probe das erste Mal live gespielt haben.

Wow! Vielleicht erklärt das, dass es Musik wie eure kaum in Österreich gibt! Ihr klingt sehr einzigartig, was macht euch aus?

Sehr schmeichelhaft, danke! Harmonie kontra&pro Lyrics. Gegensatz und Einklang. Wir mögen es, einfache, zugängliche Musik mit Zweifel und Sackgassen im Text zu untergraben.
Und vielleicht ist es ein gewisser Purismus, mit dem wir Musik machen. Unsere Grundelemente sind schließlich immer nur akustische Gitarren und ein- und mehrstimmig gesungene Texte. Alles andere wie Klavier, Melodica und so soll bereichern, aber nicht verdecken. Allgemein wollen wir einfach einen natürlichen Sound erreichen.

Wie enstehen eure Songs?

Die Songs entstehen meist allein. Eine Gitarre, ein Thema, das einen beschäftigt. Mal zuerst Musik, mal der Text, manchmal beides zugleich. Auch ein Glaserl Wein trägt manchmal zum emotionalen Flow bei.
Manche Texte entstehen auch durch die Musik. Oft singt man irgendwelche Textfetzen beim Entwickeln der Melodie um die herum dann der finale Text entwickelt wird. Ist ein Song geschrieben, dann nimmt er meist wieder den Weg durch’s Internet und jeder entwirft seine eigenen Ideen dazu. Und erst dann, wenn wir eine gemeinsame Vorstellung haben, setzen wir uns zusammen und proben.

 

 

Was empfindet ihr als eure musikalische Aufgabe? Oder schreibt ihr Songs „nur“ um euch Dinge von der Seele zu schreiben?

Viele Texte haben schon therapeutischen Wert. Beim Livespielen geht es aber darum, die Emotionen dem Publikum noch begreiflicher und zugänglicher machen, um im Idealfall zu berühren. Es ist sicherlich eine Stärke unserer Musik, dass sie emotional ergreifend sein kann.
Manchmal mag es durchaus so sein, dass man sich etwas von der Seele schreiben muss. Manchmal möchten wir auch einfach etwas Persönliches erzählen. Wäre es nur eine therapeutische Maßnahme, dann müsste man ja nicht unbedingt auf die Bühne steigen, sondern könnte auch daheim im stillen Kammerl sitzen bleiben. Wir möchten aber schon für andere Musik machen, nicht nur für uns selbst.

Was hat Folkmusik für eine Bedeutung in Österreich?

Du hast ja selbst schon gesagt, Musik wie unsere gibt es in Österreich eher wenig. Das sagt vielleicht schon genug über deren Bedeutung hier. Allerdings gibt es eine kleine, aber feine Fangemeinschaft. Und dass auch solche Musik hierzulande funktionieren kann, zeigen schließlich so schöne Bands wie ALBATROS IT’S FOG AGAIN, CLARA LUZIA, EFFI oder auch LIKEWISE.


Welche eurer Textzeilen beschreibt euch am besten?

This trip won’t end“ – vielleicht Wunschvorstellung, zur Zeit aber schönerweise mehr als das.

Welchem Film hättet ihr gerne einen eurer Songs für den Soundtrack geschenkt?

Wolfgang: Garden State – Das ist einfach ein unglaublich passender und schöner Soundtrack. Es wäre schon ziemlich cool, auch da mit drauf zu sein. Oder Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott – auf diesem Soundtrack sind zahlreiche tolle österreichische Bands vertreten, die ich auch sehr schätze, wie EFFI oder CLARA LUZIA. Ein melancholisches Lied von uns in diesem verrückten Film würde mir sehr gefallen.
Ebs: The eternal sunshine of a spotless mind, man sieht schon dass wir hoffnungslose Romantiker sind (ironisch)
Olaf: Herr Lehmann. Auch wenn sich Filme meist schwer tun, an die Bücher heranzureichen – hier gefällt mir beides. Und was passt besser zu unseren Anfängen als sich in Berlin zu verlieren – oder zu finden.

Wenn ihr die Möglichkeit hättet, mit jeder möglichen Band auf der Bühne zu stehen – welche wäre das und warum?

Olaf: Wir haben sicherlich viele Einflüsse, aber für mich wäre das zum Beispiel FEIST. Schöne Songs, schöne Stimme. Oder auch KINGS OF CONVENIENCE, BON IVER,..
Wolfgang: BON IVER, obwohl auch er extrem minimalistische Musik macht, klingt es frisch, unglaublich schön und spannend. Was BON IVER mit ihren Stimmen machen, ist auf jeden Fall inspirierend; mit ihnen gemeinsam auf der Bühne zu stehen, wäre ein Traum.
Ebs: Mit dem jungen BOB DYLAN. Den würde ich gerne mal mit Mitte Zwanzig kennenlernen.

 

 

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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