Effi im Interview

Anna Obermeier 16. April 2011 0

Was für ein Abend im B72: Effi feierte seinen CD Release. Vor seiner ausverkauften Show haben wir den sympathischen Grazer zum Interview getroffen. Er erzählte von Neuseeland, Gipfeltouren und seiner Karriere als Straßenmusiker.

Du bist ja schon weit herumgekommen – wo hat es dir am besten gefallen?

 

Ja, ich war schon ziemlich weit weg. Am besten hat es mir in Neuseeland gefallen. Weil es ähnlich wie bei uns ist, nur mit viel intensiveren Farben. Ich glaube, man nimmt das ganz anders wahr, wenn man weit weg ist, es aber trotzdem aussieht wie daheim. Man hat ja schon einen bestimmten Bezug dazu, es wirkt aber trotzdem ganz neu. Drei Monate lang war das, mit 20.

 

Was haben deine Eltern dazu gesagt – ist ja nicht der Traum jeder Eltern, dass das Kind mit 20 längere Zeit in der Welt herumreist und dann auch noch Musiker wird.

Die waren froh, dass ich weg war! (lacht) Nein, meine Eltern stehen hinter mir, ich habe vollste Unterstützung bekommen.

 

Hast du noch Kontakt zu den Leuten, die du auf deinen Reisen kennengelernt hast? Wissen die von deiner Musik, deinem Album?

Gar nicht, komischerweise hat sich der Kontakt ganz verloren, so wie das meistens ist, auch wenn man eine intensive Zeit miteinander verbringt. Es hat zuerst einen regen Emailverkehr gegeben, wir haben uns ausgetauscht aber das hat sich mit der Zeit verloren. Das ist dann einfach untergegangen.

 

Du warst ja mit drei Franzosen musikalisch unterwegs. Wie ist es dazu gekommen?

Ich war alleine unterwegs – wir waren zu dritt, aber die anderen beiden wollten sich ein Auto kaufen, ich wollte allein etwas erleben. Also bin ich mit dem Bus herumgereist, habe Couchsurfing gemacht. Irgendwann bin ich gerade von einer dreitägigen Wandertour zurückgekommen – ich war am Gipfelpass, hab’ mich verlaufen, ins Zelt hat’s hineingeregnet, gerade, dass ich nicht erfroren bin. Dann bin ich dagestanden hab’ dann die Franzosen mit ihren Gitarren und Fahrrädern gesehen, was sehr absurd ausgesehen hat. Sie haben gefragt, ob wer ein Instrument spielen kann und ich hatte ja meine Gitarre mit – die hatte ich die ganze Zeit mit, hab’ sie sogar auf den Berg hinaufgeschleppt. Auf den höchsten Pass Neuseelands! Dann hab’ ich mich ihnen angeschlossen. Ich hab’ mir dann in Queenstown ein Rad gekauft und dann sind wir gemeinsam durch Neuseeland getourt.

 

 


Du bist also nicht mit der Idee, in Neuseeland Musik zu machen, mit deiner Gitarre dorthin geflogen?

Nein, überhaupt nicht, die hatte ich eher zum Spaß mit. Aber sie hat dann ja ihren Nutzen erfüllt!

 

Und sind deine Songs vom Album auch in Neuseeland entstanden?

Nein, kein einziges. Ich hab’ damals ein paar Dinge am Handy aufgenommen, aber hauptsächlich haben wir dort Coverversionen gespielt. Angefangen von französischen Chansons, spanischen Volksliedern bis zu Manu Chao, älteren rockigen oder jazzigen Sachen. Einer von der Franzosen war ja auch Saxophonist und da konnten wir uns ziemlich austoben.

 

Und der hatte sein Saxophon immer mit, auf der Radtour?

Ja, genau, Saxophon und Gitarre. Und der Saxophonkoffer hat für den Schlagzeuger als Bass Drum gedient. Der hatte noch ein paar Hi-Hats mit, Tamburin, lauter kleine Geschichten. War ganz fein.

 

Wie würdest du dein Album in 5 Adjektiven beschreiben?

Das ist eine gemeine Frage! Du musst mir so eine Frage vorher schicken, damit ich mich vorbereiten kann! Spontan fällt mir schwer etwas dazu ein! (lacht)

Ich kann sie dir auch nachher nochmal stellen!

Ja, stell sie mir nochmal!

 

Du hast in einem Interview gesagt, dass du auch mit Film und Artwork zu tun hast. Wie können wir uns das vorstellen?

Ja, stimmt, ich habe das komplette Albumlayout erstellt. Das war die erste größere grafische Arbeit. Ich habe mich mit den gängigen Programmen herumgespielt und blind einfach los Layouts entworfen.
Filmisch bin ich selbstständig nicht tätig, ich arbeite aber mit einem Freund von mir zusammen. Ich habe für einen Kurzfilm von ihm die Musik gemacht, mehr so experimental, flächig.

 

 

Welche heimischen Bands hörst du, mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten?

Zur Zeit höre ich total gerne THE SADO MASO GUITAR CLUB, eine Grazer Partie. Zusammenarbeiten würde ich gerne mal mit BINDER-KRIEGLSTEIN. Auch so ein Grazer Urgestein. Wieder Grazer! THE SHOWBOX, eine junge Grazer Partie, die gefallen mir vom Sound auch irrsinnig gut. Die werden noch einiges machen in der nächsten Zeit!
Zusammenarbeiten… das habe ich mir erst heute im Auto gedacht! Wenn man die Frage gestellt bekommt, ist es natürlich wieder weg! Aber es gibt so viel, TROUBLE OVER TOKYO, GARISH, FRANCIS INTERNATIONAL AIRPORT, da gibt’s genug.

 

Und was würdest du jungen Bands raten, wie man’s anstellt?

Songs schreiben und auf die Bühne! Ausprobieren, dann merkt man, ob es funktioniert. Sich dann Gedanken machen, wie man die Songs arrangiert. Im Studio ist es meistens zu spät, wenn man draufkommt, dass es nicht passt. Zuerst lieber selber aufnehmen und wenn es schlechte Aufnahmen sind, egal! Einen Plan sollte man sich zurechtlegen als junger Musiker. Man muss sich Ziele setzen – wo will ich hin in fünf Jahren?
Wichtig ist auch die Medienarbeit, die erspart Aufwand. Wenn du eine CD herausbringst, die Releaseshow spielst und keiner hat deinen Namen gehört und du denkst: jetzt hab’ ich den Durchbruch geschafft, das interessiert ja keinen im Endeffekt. Ist nicht böse gemeint, ist aber so!

 

Zu deiner Zukunft – du hast in einem Interview gesagt, du willst bald wieder ein Album herausbringen. Wie geht’s weiter, wird der Astronaut wieder eine Rolle spielen?

Beim ersten Album hat sich das so angeboten weil es das Hauptthema war. Beim zweiten Projekt bin ich mir noch nicht sicher, ob er einen Platz finden wird. Ich mache mir derzeit keine Gedanken darüber weil es noch in der Entwicklung ist. Es ist schwierig zu sagen weil der Prozess noch nicht so weit ist, dass man etwas sagen kann!

 

EFFIs Botschaft an seine Fans – hört selbst…

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Anmerkung der Redaktion: Die Frage zu den 5 Adjektiven zu seinem Album hat uns EFFI dann schlussendlich nicht beantwortet – wir haben vergessen, sie ihm nochmal zu stellen! Wir werden aber dranbleiben! :D – Fotos vom Konzert kommen auch noch!

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