Fiddler´s Green – Szene

Julia Bröderbauer 12. November 2011 0

Hollareidudljooo….Draculalalala….Jiiieha…One-Two-Three-Four-Five-Hey! Wer diese Rufe alle noch im Ohr hat, war bestimmt am 10.11. in der Szene Wien dabei. Wer nicht sollte unbedingt hier nachlesen, was er leider verpasst hat.

Mit sympathischem Schmäh und charmanter Bodenständigkeit legten Gnackwatschn als erste Band des Abends los. Begleitung mit der Quetschn und kehlige Jodler brachten sie dabei ebenso authentisch herüber wie rockige Gitarrenriffs und schnelle Schlagzeugrhythmen. Das alles mit witzigen bis melancholischen, selbstwussten und tiefsinnigen Texten in Mundart. Der leider erkrankte Trompeter wurde durch eine witzige Pappfigur auf der Bühne ersetzt und auch ohne seine direkt Präsenz war der leichte Ska-Einfluss bei manchen Songs zu hören.

 

 

Ganz anders aber nicht weniger beeindruckend waren danach die deutschen Kellner. Da es mit Pop- und Rocksongs ein Textproblem gäbe – immer Liebe und so ein Schmarrn – haben sie einfach einen geschrieben, der Dracula heißt. Schon wenig später ging es in die Country Richtung und auch da konnten sie voll überzeugen. Vor allem Sänger Matthias Kellner hat uns umgehauen mit einer Stimme, die an ganz Große erinnert. Chad Kroeger vielleicht? Einigen konnten wir uns den Rest des Abends nicht darauf, dafür aber auf Kellner als bemerkenswerte Band, die wir uns in Zukunft genauer ansehen müssen.

 

Mit ihrer Sechs-Mann-Besetzung und ungebremster Motivation die Bühne gesprengt hätten dann beinahe Fiddler´s Green. Gleich zu Beginn gab es Wall Of Folk, jedoch noch ohne Publikumseinlage. Die kam dann erst einige Nummern später und in gewohnter Manier wurden bei der Wall Of Folk völlig friedlich und gechillt die Seiten gewechselt. Die Gasse dazwischen reichte bis ganz hinten in die Szene und war so breit und beeindruckend, dass es sich Sänger Ralf “Albi” Albers nicht nehmen ließ, mal durchzulaufen.

 

 

Schönster Moment und passend zum November war eine Showeinlage in der Mitte des Sets. Mystisch und anmutig hochgehalten strahlten zwei Laternen links und rechts von Violinist Tobias Heindl. Gerade noch rechtzeitig bevor das Publikum “Ich geh mit meiner Laterne” zu Ende singen konnte, entbrannte ein Instrumentalstück voller Leidenschaft und Eleganz.

Und bevor der Abend leider wie jeder andere zu Ende gehen musste, wurde zu Greens und Fellows eingehakt und geschunkelt. Ist ja auch das Lied extra für die Fans. Und wer bis zu diesem Abend vielleicht noch keiner war von Fiddler´s Green, ist es auf jeden Fall jetzt.

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