From Dawn To Fall im Interview

Julia Bröderbauer 2. September 2011 0

Bevor es am 31.8. im B72 so richtig heiß herging, haben wir From Dawn To Fall zum Interview getroffen und über Listen, die man „abarbeitet“, Träume, die man mit 14 hatte und Zusammenhalt in der heimischen Musikszene gesprochen.


Heute Akustikgig im B72 (den BEricht gibt’s hier) und die Fans stehen schon Schlange. Wie geht’s euch?

Stefan: Super! Wir freuen uns immer, wenn es akustisch ist, für mich persönlich ist das das aller leiwandste. Und es gibt als Band glaub ich nichts Besseres, als wenn da wer Schlange steht. (grinst)

Sind euch die Akustikauftritte sogar lieber, als die „normalen“ oder ist es eher ein schöner Zusatz?
Stefan: Ja, auf jeden Fall Zusatz. Ich glaub aber, das kann man gar nicht vergleichen. Jedes Akustikkonzert ist etwas Besonderes, weil man es einfach seltener spielt. Aber es geht trotzdem nichts über Rock´n´Roll. (lacht)

Könnt ihr euch vorstellen, dass auf einem kommenden Album mal ein Akustiksong drauf ist?
Philip: Ja, definitiv. Wir haben ja vor einigen Jahren schon eine Akustik EP, das “Akustik Chapter” herausgebracht. Wir jammen auch so sehr gerne, wir mögen das unplugged. Wie Stoffl schon gesagt hat, ist das was ganz anderes und da könnte ich mir schon vorstellen, eine akustische Nummer mal auf einem „normalen“ Album drauf zu haben.
Stefan: Und es war ja als Hidden Track schon bei “The Beginning”.

 

 

Was war eigentlich das letzte Konzert, das ihr selber besucht habt?
Stefan: Ich glaub für mich war das letzte Konzert als Besucher am 11. Juni in Innsbruck bei Thirty Seconds To Mars, das war sehr sehr geil.
Philip: Bei mir war es jetzt erst vor einem Monat bei Limp Bizkit im Gasometer. Dann war ich in letzter Zeit auf ein paar Konzerten von Freunden von uns, letzte Woche zum Beispiel Show Your Teeth.

Geht man als Künstler selber oft auf Konzerte oder steht da die eigene Musik im Vordergrund?
Stefan: Ich persönlich hör´ ja nicht unsere eigenen Musik. (lacht) Jeder hat so seine Inspirationsquellen und ich geh sehr gern auf Konzerte. Ich schau mir extrem gern andere Bands an. Meine Vorbilder live zu sehen, das genieße ich schon.
Philip: Man sieht dann glaub ich die Konzerte vielleicht aus einem ein bisschen anderen Blickwinkel als die „normalen“ Fans. Man sieht da vielleicht nicht wirklich mehr, aber man achtet bewusst auf ganz andere Dinge. Darum glaube ich, als Musiker ist es ganz wichtig, sich viele Bands anzusehen, anzuhören, was funktioniert. Und dann halt die Bands, die einem selber gefallen. Wenn die in der Stadt sind, nimmt man natürlich jede Chance wahr.

Mit welcher der Bands, die ihr gerne hört, würdet ihr gerne mal auf der Bühne stehen?
Stefan: Wenn du mich das vor fünf Jahren gefragt hättest, hätt´ ich dir so viele sagen können. Aber wir haben einfach schon die Ehre gehabt, mit so vielen geilen Bands zu spielen, dass eigentlich nicht mehr viel fehlt. Eine Band, die ich mir unbedingt wünsche und immer gewünscht habe ist Yellowcard und die spielen am Freitag auch am Two Days A Week, also ist dieser Wunsch auch erfüllt.

Liste abgehakt quasi…
Stefan: Ja. (lacht)

Es heißt ja immer, Bands haben einen Schwerpunkt: Entweder sie sind live spitze oder eher eine Studioband. Wo würdet ihr euren Schwerpunkt sehen?
Philip: Es ist immer schwer, zu kategorisieren aber wenn ich mir da eines herauspicken würde, wäre es sicher live. Wir haben als Liveband logischerweise angefangen und irgendwie gleich gemerkt, dass das genau unser Ding ist. Wir verbringen sehr viel und auch sehr gerne Zeit im Studio. Vorm Computer arbeiten, das gefällt uns auch. Da haben wir uns vielleicht am Anfang ein bisschen schwer getan. Das war für uns völliges Neuland am Anfang, die erste Erfahrung, wie es bei jeder Band so ist. Aber live ist einfach das mit Abstand Geilste, das es einfach gibt. Die ganze Arbeit die du investierst – und da ist vielleicht Studio mehr Arbeit – zahlt sich dann aus, wenn du mit dem Set dann auf der Bühne stehst und das den Leuten präsentierten kannst. Die Energie, die entsteht zwischen Publikum und Band bei einer Liveshow – egal ob bei einem großen Festival oder einem Akustikclub – ist unverwechselbar. Da gibt’s nichts, was annähernd an dieses Gefühl herankommt. Deshalb würde ich sagen: definitiv live!

So, jetzt hab´ ich eine knifflige Frage.
Stefan: Uuuh, ich hasse knifflige Fragen. (lacht)

Was wäre euch theoretisch lieber: In zehn europäischen Hauptstädten ein paar Fans, oder in Österreich flächendeckend bekannt und gebucht und im Radio auf- und abgespielt?
Philip:
(lacht) Das ist natürlich immer schwer zu sagen. Wenn Leute unsere Musik mögen, das gefällt uns einfach, egal ob die aus Japan, aus Amerika, aus Österreich sind. Wir möchten mit unserer Musik so viele Leute wie möglich erreichen und uns gefällt es, wenn auch international Feedback kommt. Es ist beides schön. Ist ist super schön, in Österreich zu sein und hier viele Fans zu haben und genauso schön ist es, nach Bratislava zu fahren und dort vor 300, 400 Leuten eine Show zu spielen. Oder nach Rom zum Beispiel, wo wir eine super Clubshow gehabt haben vor einem halben Jahr, über die wir heute noch sprechen. Da haben wir um halb drei in der Früh in einem Club dort gespielt. Wir haben vor 3 Leuten begonnen und aufgehört haben wir vor 300 Leuten, die abgegangen sind, wie wir das noch nie in unserem Leben erlebt haben. Das war so eine Geschichte, die natürlich in Österreich auch passieren kann, aber uns ist sie in Rom passiert. Ganz egal, woher die Leute kommen, wenn ihnen unsere Musik gefällt, ist das natürlich ein super Gefühl.

Auf der Rückseite von Booklet von aktuellem Album haben wir etwas sehr nettes entdeckt: Ihr schreibt „Check Out Our Friends“ und zählt dann etwa All Faces Down und Zufallstreffer auf, die heute vor euch auf der Bühne stehen. Wie wichtig findet ihr Zusammenhalt innerhalb der österreichischen Musikszene?
Stefan:
Also ich denke, das ist enorm wichtig. Wir haben das ja selber am eigenen Leib erfahren. Wenn du startest als Band, musst du live spielen und die Chance bekommst du nur, wenn du Kontakt zu anderen Bands hast. Wir wurden zum Beispiel persönlich gepusht von Marcus Smaller, extrem. Das hat uns eine riesen Schritt weiter gebracht. Und wir versuchen jetzt, das auch weiterzugeben an andere Bands, wenn wir es können. Also meine Meinung ist, dass das enorm wichtig ist, gerade in Österreich, wo es so ein bisschen eine Undergroundszene ist.
Philip: Der Musikmarkt in Österreich für Popkünstler aber vor allem für Alternativ- und Indiebands ist extrem schwierig auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch extrem super, wenn du viele Bands hast, die dich supporten und dann auch Bands, die du selber supporten kannst, wie Stoffl schon gesagt hat. Es ist ein cooles Gefühl, jetzt Bands zu helfen, weil wir vielleicht schon ein oder zwei Schritte weiter sind, als wir vor ein paar Jahren waren. Wenn man den Bands unter die Arme greift, kommt extrem viel Sympathie zurück und man knüpft ja auch Freundschaften. Wir sind viel unterwegs und man trifft dann die Bands wieder und da entstehen Freundschaften, wo das einfach dazugehört. In Österreich ist es einfach extrem wichtig, miteinander zu arbeiten und auf keinen Fall gegeneinander.

Der Sommer neigt sich schon dem Ende zu. Was erwartet euch im Herbst? Uni? Arbeit? Irgendwelche großen privaten Pläne?
Stefan: Ich glaub das ist komplett unterschiedlich. Die meisten von uns studieren, Philip ist arbeiten. Es kommt auf jeden Fall viel Arbeit auf uns zu, es gibt einige sehr coole Shows, die schon stehen. Wir genießen das Leben gerade in vollen Zügen und nutzen auch den kleinen Hype um die Band total aus und ich freue mich auf jeden Fall auf alles, was ansteht.

Am Freitag spielt ihr wie schon gesagt am Two Days A Week. Freut ihr euch schon?
Stefan: Ja total.
Philip: Ja absolut. Wir haben ja schon die Ehre gehabt, am Nova Rock zu spielen, am Frequency, mehrere Male im Gasometer, in der Arena, beim Szene Open Air in Lustenau. Wenn man sich da so selber hört, wie man das alles aufzählt, was man in den letzten vier, fünf Jahren erleben durfte…. Wovon ich zum Beispiel immer geträumt habe, das war mit 14, war einmal in Perchtoldsdorf im Hyrtlhaus zu spielen. Da passen 100 Leute rein. Und wenn ich da jetzt so erzähle, wo wir überall schon spielen durften, ist das schon mal unglaublich toll. Aber das Two Days A Week, da haben wir noch nie gespielt und das ist von uns allen vom Flair her das Lieblingsfestival. Es hat so einen speziellen intimen Flair obwohl es ein größeres Festival ist und deshalb ist das definitiv ein ganz, ganz großes Highlight und wir freuen uns schon extrem.
Stefan: Wieder was, das wir von der Liste streichen können. (lacht)

Na gut, ich sag´ das Danke für das nette Interview und vor allem viel Erfolg weiterhin. Die letzten Worte gehören Euch!

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