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Februar 11 – HMBC

Februar 11 – HMBC

Enemy hat Philipp Lingg, den sympatischen Sänger der vorarlberger Formation HMBC zum Interview getroffen. Geplaudert haben wir über Werte im Musikbusiness, Erfolg ohne Label und den „HMBC-Fleischwolf“, der ihren Stil ausmacht.

 

Von fünf Freunden, die einfach gemeinsam Musik machen seid ihr zu einer Band geworden, über die jeder spricht. Wie geht es dir dabei?
Ja eh gut eigentlich. (grinst)

Nach eurem Erfolg könnte ich mir gut vorstellen, dass sich die Musikindustrie förmlich um euch gerissen hat. Gab es viele Angebote?
Es sind viele und gute gekommen, aber leider kein schönes, ehrliches nettes Angebot.

Zum Beispiel?
Ich will da jetzt keine Namen nennen, aber es sind sehr viele unpersönliche Geschichten gelaufen mit E-Mails und Telefonaten, anstatt dass man normal miteinander spricht. Ich will da jetzt niemand beleidigen, aber manche haben halt nur gesehen „Da ist gerade jemand erfolgreich, da springen wir gleich auf“.

Okay, das heißt Ehrlichkeit und Authentizität sind zwei sehr wichtige Werte für dich!?
Sehr wichtig. Ich glaub, nur deshalb funktioniert Musik. Wenn ich selber zum Beispiel nicht ehrlich bin, kann ich den Menschen – das klingt jetzt pathetisch – den ich mitnehmen will auf eine Reise, die musikalisch für mich wichtig ist, nicht dort abholen, wo ich das gerne möchte.

Ihr seid fünf verschiedene Persönlichkeiten mit vielen verschiedene Instrumenten und spielt Volksmusik mit allen möglichen Einflüssen. Kann man euer musikalisches Programm trotzdem kurz zusammenfassen?
Ich würde gänzlich auf die Stile verzichten. Es wird bei uns alles durch den HMBC-Fleischwolf gedreht, wie ich das so nenne. Früher haben wir ja zum Beispiel viele Coverversionen gespielt. Außerdem bringt jeder aus der Band eine andere Musikrichtung mit ein und die versuchen wir dann, miteinander zu vermischen. Das ist es ja auch, das so großen Spaß macht: Die Freiheit, dass man verschiedene Elemente miteinander verbinden kann.

Welche Musik hörst du privat?
Querbeet. Gerade zur Zeit ist zum Beispiel ein Sampler mit indischer Musik dabei. Einfach das, was gefällt, ohne sich einschränken zu lassen. Und für RADIOHEAD ist natürlich auch immer Platz.

Jeder aus der Band hat mehrere Projekte am Laufen, der eine studiert in Wien, der anderen in Salzburg. Heimat der Band ist eigentlich Vorarlberg. Wie bringt ihr Proben und Auftritte zustande, ohne dass dauernd einer fehlt?
Das ist eine gute Koordinationsgeschichte die mit einem großen Team funktioniert. Es hat jeder seinen Bereich und die Koordination ist sicherlich in letzter Zeit sehr wichtig geworden. Uns ist aber auch Spontanität sehr wichtig, das Programm für ein Konzert entsteht meistens erst eine halbe Stunde vorher. Es ist wichtig, nicht immer das gleiche zu spielen, weil Abwechslung macht das Leben schließlich süß.

Kurz zu euren Namen: Der ist eine Mischung aus langer Tradition und Ergebnis einer Bier-Brainstorming Session….
(muss laut lachen) Diese Geschichte muss ich leider revidieren. Wie kommt ihr denn darauf?

Auf Facebook haben wir das gelesen.
Na wenn das da drin steht, stimmt´s natürlich. (grinst)

Wie laufen bei euch sonst die kreativen Prozesse? Wie schreibt ihr Lieder?
Jeder schreibt zuerst selber individuell Sachen und dann geht man, wie es bei den Bands so schön heißt, jammen. Das ist ein kreativer Prozess, wo es darum geht, dass jeder sagt, was ihm gefällt und was nicht.

Ihr startet in den kommenden Tagen mit der Aufnahme von eurem neuen Album. Darf man schon was verraten?
Ist alles streng geheim von unserer Plattenfirma diktiert, wir dürfen nichts sagen….(lacht)
Nein, Scherz, wir haben keine Plattenfirma und lassen uns überraschen, was herauskommt.

Wir alle kennen das One-Hit-Wonder-Phänomen. Wie schaut eure Strategie aus, um nicht auch ein Opfer davon zu werden?
Naja, da wir ja nie darauf hingearbeitet haben, dass es so ein riesen Erfolg wird….. Also meiner Meinung nach kann man da auch gar nicht darauf hinarbeiten. Wir werden einfach weiterhin zeigen, was wir können. Das schöne ist, dass wir das ohne Druck von uns selbst tun werden. Wenn es weiterhin so gut läuft, ist es schön und wenn nicht, werden wir trotzdem weiter unsere Musik machen. Und das One-Hit-Wonder lassen wir dahingestellt. Was passiert, passiert.

Werdet ihr auf der Straße eigentlich schon erkannt?
Doch…vereinzelt schon. Ich pendle ziemlich viel zwischen Vorarlberg und Wien mit dem Zug. Und so vereinzelt kommt dann jemand und sagt „Hey, gut gemacht.“ Das ist eine strange Erfahrung, aber auch eine schöne Erfahrung. Ich weiß gar nicht so richtig, wie man damit umgehen soll, aber es ist auf jeden Fall spannend.

Und du freust dich darüber?
Auf jeden Fall. Also es ist noch keine Plage… (grinst)

Wir sind auf eine witzige Formulierung gestoßen, nämlich „Spice Girls der Volksmusik“. Was hat es denn damit auf sich?
(lacht) Unser Trompeter hat das quasi aus Zwang heraus formuliert. Das war die Situation: Jeder muss jetzt etwas über die Band sagen, jeder muss irgendeine Einleitung finden und ja, wieso eigentlich nicht? Es sollte auch einfach ein Spaß sein, das Leben ist eh viel zu ernst, finde ich.

Zum Schluss: Gibt es etwas, dass du euren Fans sagen möchtest?
Ja, ein aufrichtiges Dankeschön dafür, was bist jetzt passiert ist. Danke, dass ihr ehrlich die Platte gekauft habt. Einfach Dankeschön, dass ihr möglich gemacht habt, was und wo wir jetzt sind ohne künstliche Medien oder einer Plattenfirma, die das aufgebauscht hätte. Das ist eine schöne Sache, die ich sehr genieße.

 

Wie gefällt euch HMBC?

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