Hurts – Gasometer

Aylin Izci 25. Oktober 2011 0

Am 24. Oktober war es so weit. Hurts gaben ihre Songs in einer fulminanten Liveshow zum Besten. Nach der ausverkauften Show im März in der Arena wechselte man diesmal in den Gasometers, um das Publikum noch mehr zu begeistern.

Als Supportact waren The Heartbreaks mit dabei. Eine britische Indierockband, die Hurts schon zuvor begleitet hat. Mit ihrer Musik kam das Quartett durchaus gut an, wenn auch kaum jemand sich so richtig bewegte. Der Applaus fiel dafür aber umso lauter aus.

Zur Überbrückung der Zeit zwischen Vor- und Hauptband wurde nicht, wie üblich, leise Musik in die Halle gespielt. Stattdessen legte man laute Drum & Bass-Musik auf, um die Menge bis zu Hurts‘ Erscheinen auf der Bühne bei Laune zu halten.

Eine Stunde nach ihrer Vorband eröffneten Hurts dann ihre Show. Zuerst betraten die Livemusiker die Bühne, gefolgt von zwei mit Umhang und Maske versehenen Gestalten, die zwei große schwarze Fahnen vor sich herschoben. Erst nach ihnen erschienen Theo Hutchcraft und Adam Anderson auf der Bühne. Wie gewohnt in schwarzem Anzug und weißem Hemd, mit perfekt sitzenden Frisuren und getragen von tosendem Applaus.

 

Die Gestalten mit Umhang stellten sich als Tänzerinnen heraus, die sich an jeweils einem Rand der Bühne platzierten. In einem schwarzen Spitzenminikleid verblieben sie die ersten beiden Nummern (“Silver Lining” und “Wonderful Life”) und machten Bewegungen, die bei jedem Anderen mitnichten so gut ausgesehen hätten.
Später tauchten sie für den ein oder anderen Song in verschiedenen Outfits wieder auf der Bühne auf. Zu Mitte des Konzerts hatten sie sogar einen Soloauftritt, bei dem sie in der Mitte der ansonsten dunkel gehaltenen Bühne zu Klavierbegleitung tanzten.

Solch ruhige Passagen zum Runterkommen sind immer wieder Teil der Performance von Hurts, wenn die Stimmung zu ausgelassen wird. Nur ein Grund, weshalb man bei ihren Konzerten eine emotionale Achterbahn durchlebt. Ihre Show kann man schon fast mit einer Oper vergleichen. An Dramatik kaum zu übertreffen, lebt man alle Höhen und Tiefen der Songs mit! Bei Up-Tempo-Nummern muss sich bewegt werden, bei Balladen ist die Gänsehaut vorprogrammiert.

Zum Teil liegt diese Wirkung natürlich an den Songs selbst, der Hauptgrund ist jedoch, was Hurts live daraus machen. Was auf dem Album bereits großartig klingt, wird noch besser und die meisten Lieder werden plötzlich tanzbar. Theo Hutchcrafts außergewöhnliche Stimme klingt ebenfalls noch eindrucksvoller. Dieser Effekt wird durch den starken Hall natürlich noch verstärkt. Um allein gegen die vielen Instrumente auf der Bühne anzukommen, ist viel Hall auf der Stimme unerlässlich. Denn neben Schlagzeug und Gitarre teilt er sich die Bühne mit einem Synthesizer, diversen Streichinstrumenten und dem Klavier mit den fünf weißen Rosen darauf, gespielt von Adam Anderson.

Besonderes waren daher die wenigen Momente, in denen Theo mit minimaler instrumentaler Begleitung Balladen zum Besten gab. “Unspoken” wurde so performt, vor allem aber “The Water” und “Verona”, bei denen einzig das Klavier als Begleitung zum Einsatz kam.

Doch egal, auf welche Weise die Band ihre Werke spielte, Sänger Theo konnte man zu jeder Sekunde ansehen, dass er die Musik nicht nur liebt, sondern auch lebt! Zwar gab er sich, wie wir es vom Duo gewohnt sind, eher reserviert; die Ansagen waren kurz und er rannte nicht von einem Ende der Bühne zum Anderen. Allerdings sagten seine Mimik und Gestik mehr als tausend Worte!

Der Menge wiederum brachte ihre Begeisterung für die Musik von Hurts immer wieder lautstark zum Ausdruck. Sie tobte nach jedem Song, vor jedem Song und teilweise auch währenddessen lautstark und applaudierte minutenlang.
Jede der erwähnten weißen Rosen, die im Verlauf des Abends in der Menge landete, wurde genauso euphorisch in Empfang genommen.

Insgesamt war es ein kurzer, jedoch energiegeladener Montagabend. Neben den eigenen Songs performte die Band noch “Confide In Me”, ein Cover des Songs von Kylie Minogue. Den Abschluss machte ihre aktuelle Single “Better Than Love”.

Hurts verbinden tolle Musik mit einer klasse Show. Das Auftreten, die Kleidung, die ganze Performance, die Instrumente, der Einsatz von Licht und Videowall – alles passt und reißt einen mit! Wer die Chance hat sie live zu sehen, sollte dies unbedingt tun. Prädikat: sehenswert!

 

{flickr-album}Type=Photoset, Photoset=72157627851706363{/flickr-album}

Bist du schon Teil der enemy.at Familie?schliessen
oeffnen