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Blue October – Szene

Blue October – Szene

Ein Abend voller emotionaler Songs erwartete uns am 17.10., denn die US-Rocker Blue October beehrten die Szene Wien. Für den Support sorgte der Niederösterreicher Ben Martin. Ob ihr etwas verpasst habt, könnt ihr hier bei uns erfahren.

 

Es war noch relativ früh am Abend, als man sich diesmal in der Szene zusammenfand, um wieder einmal Musik in vollen Zügen genießen zu können. Um ca. 20 Uhr erschien ein einzelner Mann mit seiner Gitarre auf der Bildfläche. Sein Name, Ben Martin, wie wir erfahren durften. Kennen könnte man ihn schon aus seinen Projekten wie zum Beispiel der Electro-Pop-Combo I Am Cereals. Es war ein Support-Act, bei dem einige gespannt lauschten und zusahen, andere wiederum die Chance ergriffen sich von ihm berieseln zu lassen, während sie noch Gespräche führten. Beides funktioniert blendend mit der Musik des Mannes, der mithilfe eines Loop-Pedals auch schon einmal klingen kann wie eine ganze Band und dessen Stimme sich wohltuend über die auf den Hauptact wartende Menge legte. Eine gute halbe Stunde später war Ben Martin auch schon wieder von der Bühne verschwunden, es gab Applaus und der Feel-Good-Faktor blieb.

Als Blue October gegen 21 Uhr die Bühne betraten war die Szene gut zu zwei Drittel gefüllt. Es war ein etwas überraschender aber auch irgendwie wahnsinnig intelligenter Schachzug der Band eines ihrer bekanntesten Lieder, nämlich das 2009 erschienene „Say It“, gleich als ersten Song zu präsentieren. Denn auch wenn wir es eher gewohnt sind solche Songs später im Set oder gar erst bei der Zugabe zu hören, wenn sie gleich zu Beginn gespielt werden, spart man sich die Aufwärmphase und gibt gleich Gas. Auch der Mitsing-Factor war natürlich maßgeblich höher. Aber damit schienen Blue October sowieso kein Problem zu haben, denn das Publikum bestand zu drei Viertel aus Fans, die fast jedes einzelne Wort mitsingen konnten. Eher selten hatte man das Gefühl jemand sei gekommen um sich die Band nur mal so anzusehen. Eines ist ja über Blue October bekannt, die Texte sind sehr emotional geschrieben, es wird geliebt, gehasst, enttäuscht, zum Teufel gejagt und alles, was die menschliche Gefühlswelt noch so hergibt. Es wirkt fast wie eine Therapiestunde zu der uns Sänger Justin Furstenfeld eingeladen hat. Eine kleine Unterbrechung dieser Stimmung konnte uns das eher fröhlich klingende aber nicht weniger emotionale „Jump Rope“ verpassen. Die Menge liebt diese Band und vor allem einen, Justin Furstenfeld. Er scheint genau den Nerv zu treffen und das auszudrücken, was vielen in bestimmten Situationen nicht fremd zu sein scheint. Auch wenn er sich manchmal in den Texten etwas härter ausdrückt, die Sympathie kommt trotzdem rüber. Besonders schön waren auch die Violinklänge die uns Bandmember Ryan Delahoussaye bescherte. Bevor sie die Bühne vorerst verließen, spielten sie noch ein grandioses „Hate Me“. Einige Momente später tauchten sie für die Zugabe wieder auf und begeisterten die Fans noch einmal mit ihrer wunderbaren Energie.

Es war eine wohlklingende, intensive Therapiestunde mit der US-Band. Auch der sehr talentierte Support Ben Martin blieb hängen. Auch als relativer „Blue October-Laie“ ging man zufrieden wieder nach Hause, also konnte man sich vorstellen wie glücklich erst ein Blue October-Fan nach diesem Konzert gewesen sein muss.

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Vanessa Spanbauer

„Stop trying to fit in – when you were born to stand out!“

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