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Kommando Elefant im Interview

Kommando Elefant im Interview

Jeden Mittwoch findet im B72 das Acoustic Summer in the City statt, bei dem ihr Musik bei freiem Eintritt genießen könnt. Am 3.8. waren Kommando Elefant an der Reihe und wir haben sie vor ihrem Gig für euch getroffen.

Für den Anfang, beschreibt euch doch mal in einem Satz.
Alf: Zwischen Party und Melancholie.
Luis: Punk und Pathos.
Alf: Thomas Bernhard macht ganz lange Sätze, die gehen dann über 4 bis 5 Seiten und sind extrem verschachtelt. Aber in einem kurzen Satz: Zwischen Party und Melancholie, zwischen Punk und Pathos, bewegen wir uns.

Heute spielt ihr ja akustisch? Was ist euch lieber, Akustik oder Normal?
Alf: Das kann man so jetzt gar nicht sagen, weil irgendwie ist für uns beides sehr reizvoll. Beim Akustischen sieht man dann wie die Songs funktionieren. Weil es ist dann ja sehr reduziert, wirklich nur auf den Song, ohne Streicher und so.
Luis: Was auch gut ist, dass es in kleinem Rahmen funktioniert, in kleinen Clubs, da braucht man keine fette Anlage. Man kann auch ohne Mikros auskommen, es ist fast schon „wohnzimmermäßig“.
Alf: Wir haben auch letztes Jahr Akustik-Shows bei diversen Gartenfesten gespielt, das war auch ganz nett.

Von welchen Künstlern lasst ihr euch beeinflussen?
Alf: Boah. Schwer. Es ist alles. Aufgewachsen sind wir – bin ich zumindest – mit deutschen Singer/Songwriter à la TOCOTRONIC und so. Dann auch mal Techno. Durch die Bank einfach alles was Spaß macht. Du bist dann der LIMP BIZKIT Fan. (zu Luis)
Luis: Ich höre auch alles querbeet. Aber wo ich mich mit Kommando Elefant musikalisch einreihen würde, schon irgendwie zumindest textlich, irgendwo zwischen KETTCAR, TOMTE und THEES UHLMANN.
Alf: Naja.
Luis: Doch.
Alf: Naja du, aber du schreibst ja nicht unsere Texte.
Luis: Aber ich versuch dich zu beeinflussen.
Alf: Na bitte, also man erfährt immer wieder Neues.

Habt ihr mal wieder was Neues in Planung weil das Album ist ja…?
Luis: Uralt. Ja also der große Plan ist, dass im Frühling nächstes Jahr dann das neue Album rauskommt. Da sind wir gerade am arbeiten daran und hoffen auch, dass das so funktioniert. Und wir spielen heute schon eine neue Nummer vom neuen Album.

 

Wir finden euer Video zu Party bis zum Untergang genial. Wie war der Dreh?
Luis: Der Dreh…
Alf: Eh eh eh.
Luis: Ja. (lacht) Ganz kurz. Die Schwierigkeit an dem Dreh war, dass unser Schlagzeuger und unser Arrangeur in einer anderen Band spielen, die am Vortag ein Konzert gespielt haben, das eine ziemliche Vernichtungs-Show war. Drehbeginn war um neun Uhr früh, der letzte Musiker von uns ist so um elf angetanzt. Und dementsprechend war die Mimik des fertigen Nerds ziemlich einfach darzustellen.
Alf: Stimmt. Also es war durchaus aus dem Leben gegriffen. Die ganze Aufzeichnung war in meiner Wohnung und das war auch interessant.

Von wem stammt die Idee zum Video?
Alf: Das war Michi. Wir haben ja immer Visuals bei unseren Konzerten dabei und die Leute die Visuals machen, machen auch unsere Videos. Und uns ist ja oft fad auf Tour. Rock’n’Roll ist ja 80% warten, da sitzt man immer herum, redet viel und dann kommen diese Ideen raus. Gemeinsam gebärt man irgendwie eine Idee.

Macht ihr gerne Party bis zum Untergang?
Alf: Ja natürlich. Kann ich nur mit einem klaren Ja beantworten. (beide lachen)

Wie ist es für euch auch dieses Jahr wieder am Frequency zu spielen?
Luis: Wir persönlich finden es gut, dass wir dort und dabei sind. Das ist eine große Promotion Sache, sag ich mal. Aber ansonsten sind diese Massenaufläufe immer ein bisschen fraglich. Ob die Leute wirklich wegen der Musik hingehen oder eher wegen der Sauferei? Und wenn man sich die Campingplatzsituation ansieht, sieht man oft Zeltburgen die sich keine einzige Show ansehen. Das finde ich dann ein bisschen traurig. Clubshows sind schöner weil die Leute dann auch wirklich wegen der Musik kommen, dort in erster Linie wegen der Sauferei.
Alf: Aber Hauptsache sie schauen sich uns an, der Rest ist ja egal.
Luis: Genau deswegen spielen wir ja absichtlich auf der Jack Daniels Bühne. Damit ist da schon mal eine gewisse Erwartungshaltung…
Alf: Ja dann ist das schon vorprogrammiert. (beide lachen)

 

Dann seid ihr privat keine Festivalbesucher?
Luis: Doch, doch durchaus. Aber mittlerweile schon in der VIP-Lounge. Irgendwo oben mit meinem Champus und so. (Alf lacht) Aber ich mag Festivals. Ich werde auch am Sonntag wahrscheinlich noch einmal aufs Frequency fahren. Nur so mit Champus.

Wahrscheinlich seltener gesehen am Frequency der Champus, dort fließt ja sonst eher Bier.

Luis: Ja weißt eh, Bier ist der Champus des kleinen Musikanten.

Was war bisher euer schönstes Konzerterlebnis?
Luis: Wir haben ganz in den Anfängen in Bayern gespielt, bei einem Festival. Es war riesengroß für unsere Verhältnisse. Es war das Prima Leben und Stereo Festival, da war MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER Headliner. Wir hatten einen Slot am Nachmittag, uns hat keiner gekannt. Wir machen den Soundcheck und spielen unseren ersten Akkord und von allen Seiten laufen so um die 30 bis 40 Leute her und kennen uns, kennen unsere Songs. Das war für uns völlig überraschend, angenehm überraschend.

Gibt’s noch irgendwas das euch auf der Seele brennt und ihr unbedingt noch loswerden wollt?
Luis: Ich freue mich, dass Uwe Scheuch ins Gefängnis kommt.
Alf: Ja das stimmt, wollte ich auch gerade sagen. Das ist Telepathie.
Luis: Liebe und Krieg am Ende Musik.

Was für ein schönes Schlusswort. Danke für das Interview.

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Vanessa Spanbauer
"Stop trying to fit in - when you were born to stand out!"
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