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Krautschädl – GemmaGemma

Krautschädl – GemmaGemma

In ein paar Jahren wird es wohl folgendermaßen in den Musiklexika geschrieben stehen – Genre/Stil: Goschnrock; ausgehend von: Oberösterreich; erste Band dieses Stils: Krautschädl; erstes Album des Sitls: GemmaGemma. Und hier ist es.

 

Wie kreiert man bloß so einen Stil, werden sich die Leute dann sicher fragen. Wie spielt man sowas nach? Eine Anleitung könnte wie folgt aussehen.

Zuerst nehme man eine handvoll verschiedener Stilrichtungen – Rock, Pop, Metal, Jazz, Austropop, was halt gefällt – und schüttle diese kräftig, bis sie in ihre Einzelteile zerfallen. Dann ist alles neu zusammenzusetzen. So entsteht ein Sound, wie man ihn schwer beschreiben kann. Ein Sound zwischen balladig Gefühlvollem à la Khoids Wossa und metalrockig Lautem wie Herr Meier.

Gesanglich ist der dreckig-charmante oberösterreichische Dialekt schlichtweg unverzichtbar. Einzusetzen ist er in einer Art Sprechgesang-Klargesang-Mischung voller Wortwitz und reimlicher Finessen. Wer diese Technik einem tiefer gehenden Studium unterziehen möchte, untersuche s´Woschbredl genauer.

Was den Text betrifft, ist der Spielraum beim Goschnrock groß. Man kann zum Beispiel Dreg von sich geben, ein provokant freches Statement über sich selbst. Altklug anmutendes Sinnieren über Die Zuckerseitn von Leben und Tun ist auch eine Möglichkeit. Oder man entscheidet sich für Donzn am Firm, tiefgründiges Beschreiben schönster Zweisamkeit, das den Hörer mit Sehnsucht erfüllt.

Und der Tanzstil zum Goschnrock? Eindeutig (Kraut-) Schädln!

Letzter guter Tipp zum Schluss: Versucht erst gar nicht, das nachzumachen. Der richtige Goschnrock kann nur von den KRAUTSCHÄDLn kommen.

In aller Kürze:

KRAUTSCHÄDL
GemmaGemma

VÖ – 18.2.2011

 

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