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Machine Head – Gasometer

Machine Head – Gasometer

Machine Head, Devildriver, Bring Me The Horizon und Dakest Hour. Am 12. November geigte ein Edelmetall-Package vom Feinsten im Wiener Gasometer auf. Einen Bericht, Schöne Fotos und das ein oder andere Zitat gibt’s im Bericht.

Als wir die ehrwürdigen Hallen des Gasometers betraten, fiel uns sofort auf, dass sogar die Tribüne offen war. Das konnte nur eines bedeuten: Die Show musste beinahe ausverkauft sein. Kein Wunder, dass Darkest Hour vor mehr Leuten spielte wie Guano Apes letztes Monat als Headliner. Der Sound war verhältnismäßig gut. Da haben unsere Ohren schon viel schlechtere Mischungen serviert bekommen. Die Jungs aus Washington D.C. entpuppten sich als würdiger Opener. „I wanne see your fist in the fucking air“ – „Ok, hier habt ihr sie“, um es in den Worten unseres austrodeutschen Sido zu sagen.

Bei Devildriver, mit ihrem neuen Album „Beast“ im Gepäck, verwandelten sich die „Fists“ in „Horns“. Die Halle war wirklich gut gefüllt und erste Crowdsurfer erkundeten das Menschenmeer. Das Publikum vor der Bühne kam langsam in Fahrt. „Open the fucking pit“ – dem Aufruf von Sänger Dez Fafara wurde Folge geleistet – wenn auch nur im kleinen Rahmen. Die Welle der Begeisterung flaute jedoch leider in der Mitte der Halle ab und hatte keine Chance, die hinteren Bereiche der Bank Austria Halle zu erreichen. Wahrscheinlich ist die Location einfach zu groß für typische Clubbands à la Devildriver und Darkest Hour. Vielleicht lag es auch daran, dass sie sich die Kracher „I Could Care Less“ und „Coulds Over California“ bis zum Schluss aufgehoben haben? Möglicherweise war auch das gemischte Publikum daran schuld.

 

Denn Bring Me The Horizon zogen definitiv eine andere Altersgruppe vor die Bühne – die jüngeren „emo-corigeren Teenies“ vorne, die älteren „typischen Metaler“ hinten.  Ein Clash der Generationen war vorprogrammiert. Sänger Oli Sykes hatte keine einfache Aufgabe. Der Applaus wurde von „Boo- und Machine Fucking Head-Rufen“ übertönt. Im Gegenzug wurden die Ansagen immer unfreundlicher. Von „Just go to the bar and get yourself a pint“ bis hin zu „Shut your fucking pieholes“. Den einzigen Kollektivapplaus gab’s bei „This is our last song“ – mit „Chelsea Smile“ eine starke Nummer. Bring Me The Horizon haben den eingeschlafenen Konflikt „Emo vs. Metal“ für einen Abend wieder aufgeweckt. Verrückt

Machine Head starteten pünktlich um 22:00 Uhr ihr Set. Die Halle war brechend voll und bis auf die Galerie hinauf wurden Haare durch die Luft gewirbelt. Zwei riesige Beamer sorgten für eine geniale Licht Show, der Sound war in Ordnung und die Stimmung Hammer. Jeder Machine Head Fan kam auf seine Kosten. Die Herren rund um Robert Flynn wissen eben, wie man die Massen begeistert. Das Publikum dankte es mit seiner Loyalität: Beinahe jeder Zweite trug ein Machine Head T-Shirt.

Alles in allem war es ein musikalisch mächtiger Abend. Wir hätten uns nur sozialere Fans gewünscht. Intoleranz in diesem Ausmaß ist absolut unnötig. Immerhin lieferten Bring Me The Horizon eine gute Show ab. So viel Hass dafür zu ernten, ist einfach nicht in Ordnung. Schließlich hat jeder das Recht die Musik zu machen/hören, die er will. Wenn’s nicht gefällt, kann ich mir ja draußen an der Bar ein Bierchen genehmigen und muss nicht den Anderen die Show versauen. Schließlich haben die auch Eintritt gezahlt – genauso wie ihr lieben Machine Head Fans (und wir wissen, dass nicht alle so sind – Gott sei Dank)!

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Daniel Kubera
“Life has improved immeasurably since I have been forced to stop taking it seriously.” - Hunter S. Thompson
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