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Mario Rossori

Mario Rossori

Haben wir sonst immer Bands vor dem Mikro, schauen wir dieses Mal auf „die andere Seite“. Wir haben den Labelboss und Poppaten himself, Mario Rossori zum Interview gebeten und über Bandqualitäten und das Musikbusiness geplaudert.


Zuallererst einmal Gratulation zum 10-Jahres-Jubiläum von Pate Records. Wie geht’s dir dabei? Bist du stolz? Schaust du nostalgisch in die Vergangenheit oder eher voller Vorfreude in die Zukunft?
Natürlich bin ich stolz! Stolz auf die 10 Jahre und die vielen jungen KünstlerInnen, denen ich helfen konnte, die ersten Schritte in der Musikindustrie zu machen. Viele haben ihren Weg gemacht, zum Beispiel Garish, 3 Feet Smaller, Curbs, Jellybeat. Und ich schaue voller Freude auf die Katalognummer Pate Records 100: in 2, 3 Jahren werde ich also schon wieder feiern – meine 100. Veröffentlichung!

Im Laufe von 10 Jahren im Musikbusiness erlebt man sicher so einiges. Würdest du für uns kurz Revue passieren lassen? Die Ups, Downs und Highlights deiner Karriere?
Ein Highlight war sicher der Hitparadenerfolg von Eva K. Anderson 2008. Das gibt es dann, wenn alle Ideen und Konzepte, die ich mit den Künstlern entwickle, zu 100% aufgehen. Klar gibt es in 10 Jahren auch Downs. Es ist enttäuschend, wenn man mit der Band viel Zeit, Geld und Energie in ein Projekt investiert und weder die Medien noch die Konsumenten Notiz davon nehmen.

Unter deinem Label hast du nun schon einige Künstler und Bands herausgebracht. Gibt es welche, auf die du besonders stolz bist?
Stolz bin ich auf alle meine Künstler und Bands. Mit einigen erlebe ich Überraschungen wie mit Spout. .Spout wurden in Japan als heißester New-Metal-Act gehandelt und verkauften über 10.000 Stück.

Dein Ruf als Poppate ist ja quasi legendär. Jetzt mal an den Paten aus dem Film angelehnt: Wie siehst du denn selbst dein Image? Als noblen Beschützer deiner Familie (sprich deiner Bands und Künstler) oder eher als gefürchteten Herrscher, der im Hintergrund alle Fäden zieht?
Typisch österreichisch: ein bisschen von beidem!

Wie du sicher weißt, kümmert sich Enemy.at besonders um Newcomerbands. Hast du für solche vielleicht ein paar Tipps? Was müsste eine Band machen, wie müsste sie sein, um für Pate Records in Frage zu kommen?
Authentisch, ein guter Live-Act, eine gute Fan-Base und ein klares musikalisches Konzept. Die Band sollte ihre Fans von der Bühne aus mit ein paar Sätzen ansprechen, die über „Hallo“ und „Pfiat eich“ hinausgehen. Die musikalische Richtung ist mir ziemlich egal, da Pate Records ein Kraut- und Rüben-Label ist, das von Pop über Jazz bis New Metal schon alles veröffentlicht hat.

Was kann eine Band in Österreich generell tun, um sich zu behaupten, um erfolgreich zu sein?
Live spielen, Live spielen, Live spielen, und: Live spielen!

Nicht nur Bands sprießen im Moment geradezu aus dem Boden, sondern auch Musikunternehmen wie Labels, Bookingagenturen und Eventagenturen. Würdest du als jemand, der es geschafft hat, vielleicht verraten, wie man so weit kommt?
Durch konsequentes Arbeiten und viel Glück.

Hast du jetzt nach 10 Jahren langsam genug oder planst du schon die nächsten 10 Jahre?
Ich habe noch lange nicht genug! Es macht noch immer Spaß, junge Künstler auf ihrem Werdegang zu begleiten und offenbar habe ich noch immer ein Gespür dafür, was die unterschiedlichen Szenen hören wollen.

Wenn letzteres der Fall ist, wie sehen deine Pläne aus?
2012 ist klar darauf ausgerichtet, alle Veröffentlichungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichzeitig auf den Markt zu bringen und mit den neuen Partnern Good2go, Rough Trade und Schubert Music in neue Territorien vorzudringen.

Danke für das Interview!

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