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My Chemical Romance – Arena

My Chemical Romance – Arena

Sommer-Abschlussfest der Unterstufe 2011, Arena. Live On Stage: ein paar fesche Amerikaner und Kanadier. Eltern sind auch gerne eingeladen! Über nette Schwiegersöhne, Heiratsanträge, Motherfuckers, kein Bier und gute, alte Zeiten.

 

Das war schon ein eigenartiger Anblick. Ursprünglich ging ich von der Annahme aus, das Durchschnittsalter würde 25 betragen, nachdem die richtigen Hoch-Zeiten von MY CHEMICAL ROMANCE und SUM 41 doch ein Zeiterl her sind. Um genau zu sein bei letzterer rund zehn Jahre (All Killer No Filler). So war es schier unglaublich, dass der Großteil der Menge in einem Alter war, mit dem man noch nicht bis 23 Uhr alleine draußen sein darf. Angst, große Angst machte sich breit. SUM 41, die kennen SUM 41 doch nicht mal! Wie soll da jemand mitsingen können? Wie soll das werden, mein erstes SUM 41 Konzert und keiner geht ab? Na toll…

 


Gerard Way / Deryck Whibley – by Jeremias Kreuzmayr

 

Es ist taghell, es wird viel Cola und Wasser konsumiert. Zwischen 14-jährigen Punkerinnen mit neongrünen Haaren und riesigen Stiefeln, stehen Mädels mit weißen Sommerkleidern und Blumen in den Haaren. Und auf der Bühne stehen auf einmal SUM 41. Und es wird gekreischt. Es wird geschrien. Es wird wild herumgesprungen. Der Großteil der unter 15-Jährigen springt! Cool! Ja, weiter so! Wow! Hat die da im Moshpit Stöckelschuhe an! Yeah! Go Go Go!  „We love you Deryyyyck!“ Aha.. Mhm… „Will you marry me???“ Er könnte dein Vater sein!!!

 

Einige Mütter sind froh, dass sie auf den seitlichen Terrassen der Open Air Arena einen ruhigen Platz erwischt haben. Die einen beobachten ihre Kids voller Panik im Moshpit, die anderen haben Sohn und Tochter brav verwahrt neben sich stehen. Deryck Whibley und seiner Band ist das alles ziemlich egal, sie verhalten sich geradezu als würden sie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt, ohne Fuck und Shit. Die Fans können immerhin mitsingen, also ist alles gut. Einzig bei den alten Knüllern Fat Lip und Still Waiting fühlen wir uns, als wären wir die einzigen, die wissen, worum es hier geht.

 

 

Pünktlich auf die Minute betreten dann auch MY CHEMICAL ROMANCE unter tosendem Applaus, aber vielmehr wildem Gekreische, die Bühne. Gerard Way scheint wieder Gott unter der Jugend zu sein. Jedes Wort wird mitgesungen, jede noch so kleine Bewegung mit der Handykamera festgehalten. Sie lieben ihn. So sehr, dass alle paar Minuten ein Mädchen aus der Menge gefischt wird und die Securities erst mal zu Sanis werden.  So sind alle froh, dass das erste Lied Na Na Na (Na Na Na Na…) so einen zum Mitsingen einfachen Refrain hat, konzentrieren kann sich erstmal keiner!

 

MY CHEMICAL ROMANCE sind so sympathisch wie nie, jeder Papa wünscht sich gleich alle vier als Schwiegersöhne. Einzig die vielen „Yo, Motherfuckers“ und „Fucking..“ müsste man ihnen abgewöhnen. Aber auch die Mütter begeistert vor allem der Rotschopf so, dass einige sich mit ihm, oder vielmehr der Bühne, während dem Konzert fotografieren lassen. Auch ich bin begeistert. Wie MY CHEMICAL ROMANCE ihre Fans in der Hand haben, wie liebevoll sie mit der jungen Menge umgehen. Sie freuen sich über jedes Plakat, jeden „I LOVE YOU“-Stofffetzen und sogar über die pinkfarbene Federboa, die ihnen ein Mädchen zuwirft. Und ich freue mich über all die Songs, die ich kenne, angefangen von Mama bis zu I’m Not Okay, und darüber, dass die neue Platte ziemlich gute Stücke draufhaben muss (Summertime, Planetary (Go!)).

 

 

 

Wie gefielen euch SUM41 und MY CHEMICAL ROMANCE?

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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