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Nick Howard im Interview

Nick Howard im Interview

Vielleicht seid ihr schon lange Fans und wisst es nur noch nicht: Einige Songs von Nick Howard, bestimmt einer der charmantesten Künstler überhaupt, sind in bekannten TV Shows zu hören. Grund genug ein bisschen mit ihm zu plaudern.

Danke, dass du uns vor deiner Show ein paar Minuten schenkst. Du bist mitten in deiner Falling For Europe Tour 2011. Wie gefällt es dir bisher?
Es ist super, macht wirklich Spaß. Wenn du unterwegs bist auf Tour, gehst du immer ein bisschen verloren: Wo bin ich, wo wohne ich, wo komme ich her. (lacht). Aber es war unglaublich bisher, das Publikum war fantastisch und es ist großartig, wenn du morgens aufwachst und denkst: Wo spiele ich heute Abend?

Gab es Highlight oder besondere Erlebnisse?
Bei jeder einzelnen Show war ich überrascht von all den Leuten, die gekommen sind, das ist immer toll. Aber gestern Abend (15.10.2011, Anm. d. Red.) haben wir in München gespielt und das war schon ein Highlight.

Heute Abend bist du im Wiener B72. Bist du nervöser als sonst, wenn du ein Konzert so weit entfernt von zu Hause spielst?
Hm, gute Frage. So weit bin ich vorher noch nie gekommen, bis Osteuropa. Aber jetzt gerade bin ich es. (lacht).

Das ist aber gar nicht notwendig.
Nein, nur ein Scherz. Ich habe jetzt schon so viel gespielt…aber aufgeregt bin ich immer.

Unten im B72 haben wir vorher ein paar Damen herumlaufen gesehen. Sind die mit dir auf Tour? Hast du deine Familie dabei?
Ja, wir haben ein paar sehr nette Mädels in der Crew. Meine Familie kommt ja aus England, wie ihr wisst und die haben sich ein Wochenende frei genommen, um mich hier in Wien zu unterstützen.

Ist es einfach, auf Tour zu sein, wenn man jemanden aus der Familie dabei hat? Wenn man wo hin kommt, wo man noch nie war und zumindest irgendjemanden dabei hat, den man schon kennt?
Ja, wobei, es ist sehr nett, mit der Band zu reisen. Du verbringst sehr viel Zeit miteinander und das macht Spaß. Aber sicher, es ist toll, die Familie dabei zu haben. Ich habe großes Glück, dass sie mich so unterstützen. Andererseits machst du dir auch die ganze Zeit Sorgen um, wenn sie dabei sind. (lacht)

Du bist Singer/Songwriter. Denkst du, dass in diesem Musikstil die Anforderungen höher sind, als bei anderen, weil man möglich Fehler nicht „verstecken“ kann hinter Lautstärke oder Verzerrung?
Ich denke schon, ja. Der Fokus liegt hier nämlich sehr stark auf dir selbst. Es ist toll, die Band hinter einem zu haben aber ich denke, bei einem Singer/Songwriter hören die Leute sehr genau auf die Texte, das ist sehr wichtig. Du musst den ganzen Text im Kopf haben und nicht zu viel durcheinander bringen.

Man hört ja immer, dass man als Band oder Künstler sein Publikum unterhalten soll. Mit aufwendigen Bühnenshows zum Beispiel. Für einen Singer/Songwriter ist das ja eher schwierig. Was ist dein Rezept, um dein Publikum zu unterhalten, zu bezaubern?
Ich versuche über die Songs zu sprechen, den Leuten davon zu erzählen, worüber sie handeln. Oft mögen sie deine Songs, wissen aber gar nicht so genau, worum es geht und deshalb versuche ich, das zu erklären. Und ich versuche witzig zu sein. Im Endeffekt bin ich dann oft gar nicht lustig, lache aber über mich selber und das ist dann lustig. (lacht) Ich denke, dass ich immer versuche, mir vorzustellen, dass es die letzte Show ist, die ich je spielen werde. Und was auch immer passiert, ich möchte danach von der Bühne gehen und wissen, dass ich alles getan habe, damit das Publikum eine gute Zeit hatte. Heute bin ich in Wien und die Leute kommen, um meine Songs zu hören und zu singen, das ist so verrückt für mich. Ich möchte, dass sie danach rausgehen und sich einfach gut fühlen.

In Österreich ist es für Newcomer relativ schwer, weil das Land sehr klein ist und genauso auch der Musikmarkt. Wie ist die Situation in den USA?
Naja, es ist das genaue Gegenteil. Die USA sind so riesig, dass es schwierig ist, sich am Markt zu platzieren. Wie ihr wisst komme ich aus England und dort ist die Situation eher wie hier. Millionen von Musikern versuchen es zu schaffen. Das ist auch der Grund, warum ich nach Amerika gezogen bin, ich wollte mich ein bisschen abheben. Und es hat mir tatsächlich geholfen, ein paar Sachen zu produzieren, die den Leuten aufgefallen sind. Wir waren in TV Shows und im Radio. Ich denke außerdem, was eine großartige Chance für mich war, war mit Bands wie Sunrise Avenue auf der Bühne zu stehen. Das ist der beste Weg, um vor neuen Leuten zu spielen.

TV Shows ist ein gutes Stichwort: Deine Musik bildet den Hintergrund von bekannten Shows wie Next, Cougar Town oder auch 90210. Schaust du selber in deiner Freizeit solche Shows?
Nein. (lacht) Nein, nur ein Scherz. Es kommt auf die Show an. Ich schaue sie immer, wenn meine Musik darin vorkommt, das macht Spaß. Aber, hm….ja, manchmal schaue ich sie. (lacht)

Ich kenne einige Leute, die Sachen sagen wie „Gestern in…sagen wir Cougar Town war dieses schöne Lied und ich will es haben, finde aber den Künstler leider nicht.“ Denkst du, es würde Bands und Künstlern auf ihrem Weg helfen, wenn ihr Präsenz in solchen Shows offensichtlicher wäre?
Ja, das würde sicher helfen. Einige machen da zum Glück schon einen guten Job. Obwohl ich nicht weiß, wie die Situation hier in Österreich und Deutschland ist…

Nicht so gut.
Oh, okay, nicht so gut. Aber was man ja immer machen kann, ist auf die Website der TV Shows zu gehen, und dort zu schauen. Die Leute sind heutzutage sehr gut darin, das Internet zu verwenden, um Dinge herauszufinden. Du kannst einfach den Namen der Show eingeben und die Songs finden, die darin vorkommen. Es gibt also Wege. (lacht)

Dein aktuelles Album „When The Lights Go Up“ ist sehr erfolgreich. Planst du schon das nächste oder konzentrierst du dich erst einmal auf die Tour?
Ich versuche im Moment, mich darauf zu konzentrieren. Und in England und Amerika ist es noch gar nicht draußen. Das ist auch der Grund, warum wir in Deutschland und der Schweiz und hier mit der Tour starten. In England kommt es Ende des Monats raus und dann werden wir dort erst mal touren. Und vielleicht schreibe ich dann nächsten Frühling das nächste Album.

Vielen Dank für das Interview, wir wünschen dir alles Gute!

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