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No.Sar – Sin.N

No.Sar – Sin.N

Harte Klänge aus vorarlbergerischen Wäldern – so könnte man die Musik von No.Sar in etwa umschreiben! Über die Liebe zur Musik, die ersten Erfolge, die sieben Todsünden, den Hang zur Natur und noch vieles mehr, könnt ihr lesen. Viel Spaß!

Wer sind No.Sar? Oder eher no.sar? Oder heißen sie sin.N? Das erste große Problem ist es, herauszufinden, „was was ist“, beziehungsweise das junge vorarlbergische Quintett nicht mit dem fast gleichnamigen deutschen Pendant Sin(N) zu verwechseln. Nach ein paar Minuten hat man jedoch die Information herausgefiltert:

Punkt 1.: No.Sar kommen aus Vorarlberg – d.h. sie kommen aus dem Wald. Im Wald fühlen sie sich wohl und genau deswegen machen sie gute Musik.

Punkt 2.: Ihr Debüt-Mini-Album, welches ich eher als EP definieren würde, wurde im Wald produziert und hat deswegen einen guten Sound (sehr schöner grooviger Metal, mit teilweise cleanem Gesang und einigen netten Mundarten).

Punkt 3.: Die Jungs scheinen ihr Debüt-Album (ihre Debüt-EP) in einem E-Werk (Andelsbuch) in Vorarlberg präsentiert zu haben – ein Beispiel dafür, dass sie nicht nur im Wald spielen, sondern sich auch in der Öffentlichkeit auftreten.

Punkt 4.: (der wichtigste Punkt!) bei der Präsentation sind die Jungs alle 250 zur Verfügung gestellten CD’s losgeworden – das bedeutet: Sie scheinen verdammt gut zu sein (sowohl im Studio als auch live!).

Kommen wir nun zur eigentlichen Analyse.

„Sin.N“ ist ein Konzeptalbum, welches die sieben Todsünden behandelt. Die Band verkörpert Emotionen und Erfahrungen der Jungs – sie selbst bezeichnen ihre Musik als „Musik von der härteren Sorte.“ – Ich bezeichne es als Groove Metal mit leichten modernen (Melodic) Metalcore einflüssen. Breakdowns fehlen (Dem Wald sei Dank… Wir wissen, dass Waldtiere mit ihnen nicht umgehen können. Falsche Interpretationen und Ausführungen der „Dance-Moves während Breakdowns“ (Moshen, Violent Dancing) seitens des Publikums führen zu unendlich vielen Aggressionen seitens der „wahren Abgeher“. Hier scheinen die Jungs abhilfe zu schaffen und verzichten auf die riskante Spielerei gekonnt. Die Musik ist sehr ausgeglichen. Diese ist nicht, wie eine fette Presswurst die durch einen Fleischwolf geshreddert wird, sondern ist eher feinfühlig und einfühlsam. Sie passt sich angenehm dem Gehörgang an und fühlt zu einem relaxten Aufatmen. „Endlich mal wieder ordentlicher Groove Metal“, denkt man sich rasch.

Einzige Kritikpunkte: Für meinen Geschmack sind die Drums zu wenig fetzend (ich mag’s aggressiver) und die Gitarren sind mir zu schwach (Vielleicht beim nächsten Mal mehr Tonspuren beim Abmischen?). Musikalisch/Technisch gibt es somit fast nichts auszusetzen – die Melodien sind abwechslungsreich, hin und wieder dudeln Melodien aus den Boxen und der Gesang rundet das ganze Ideal ab. So erwarte ich mir guten österreichischen Metal. Es ist großzügig von den Jungs, ihr Material (noch!) kostenlos anzubieten – das wird sich, wenn sie unter Vertrag sind (und das wird bestimmt geschehen), sicherlich ändern. Dann kommt der klassische Ablauf: Eine Tour als Vorband, neues Album, neue Tour, Merchandise, Groupies, neues Album, neue Tour, noch mehr Merchandise, noch mehr Groupies, die erste Schlägerei mit dem Veranstalter, noch ne Tour, Schaffenspause, spontanes Comeback, usw. – Ihr kennt es ja.

Dass Österreich für Metal geschaffen ist und dass wir tolle Musiker haben, beweisen mir Bands wie No.Sar immer wieder. Sie werden sich bestimmt in die heimische Szene perfekt eingliedern können und setzen ein hohes Maß an Qualität, Technik und Erfahrung an. Ich erwarte die Jungs in Wien, um mir ein genaueres Bild von ihnen zu machen, und wer weiß? Vielleicht gibt es ja bald mehr zu hören… Ich hoffe es. Und jetzt gehe ich erstmals in den Wald.

 

In aller Kürze

No.Sar
„Sin.N“
bereits veröffentlicht

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Lukas Elzbieciak
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