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Scott Matthew – WUK

Scott Matthew – WUK

Der australische Singer/Songwriter Scott Matthew beehrte am 16.11. das WUK und teilte Freud und Leid mit seinem begeisterten Publikum. Alle „Sitzmöglichkeiten“ waren vergeben, denn der Abend sah restlos ausverkauft aus.

Als sich die Tore des Konzertsaals öffneten, war die erste Überraschung ein leerer Saal. „Hey?! Wo sind jetzt nun die Sessel?“ Ehrlich gesagt, man weiß es nicht. Aber von den Gesichtern der Besucher war deutlich abzulesen, dass ihnen das rein gar nichts ausgemacht hat. Im Gegenteil, sie waren sogar froh darüber.

Um genau halb neun, begann das Spektakel mit dem Opener „The Wonder Of Falling In Love“. Allein seine Anwesenheit lässt die Herzen der Fans höher schlagen. Vereint mit seiner Stimme, schlossen die meisten die Augen und widmeten sich ganz der Musik. Ohne viel Tamtam nimmt Scott Matthew sein Wiener Publikum mit auf eine musikalische Reise durch sein Gefühlsleben und berührt mit seiner Stimme die Seele seiner Fans.

Für seine Live-Performance holte er sich musikalische Verstärkung. Einen Pianisten und einen Cellospieler. Er selbst saß auf einem Hocker und spielte dabei auf seiner Ukulele seine herzzerreißenden Lieder. Das Bühnenbild war auf das Notwendigste reduziert. Ein bisschen Licht und ein Seiterl Glas Rotwein, mehr braucht es nicht. Im ganzen Konzertsaal herrschte totale Stille, man konnte sogar das Knipsen der Fotografen hören. Die Stille war erstaunlich. Es tat der Atmosphäre gut und jeder konnte ungehindert Scotts Gänsehautstimme lauschen.

Die Pausen zwischen den Songs setzte er geschickt ein und erzählte uns unter anderem, dass seine Mutter auf Facebook hinzugefügt hat und ihm das ein wenig peinlich ist. Nicht die Tatsache, dass er sie in der Freundesliste hat, sondern viel mehr die Einträge, die nach seinem Wohlbefinden fragen. Im Gesamten betrachtet ist es ihm natürlich nicht unangenehm und teilt uns mit, dass „Felicity“ extra für sie geschrieben hat.

Tiefste Traurigkeit ließen Songs wie „Sinking“, „Buried Alive“ und vor allem „White Horse“ nachempfinden. Durch die schwermütigen Texte, kombiniert mit der emotionalen Klangfarbe des Cellos wurde da auch schon die ein oder andere Träne im Saal vergossen. Als Gegenstück hierzu dienen Lieder wie „Felicity“ oder „Community“ unterstützt durch die Ukulele, die gleich Scott Matthews Humor, sympathisch unaufdringlich die Stimmung aufhellt und über die Wirren der Liebe scherzt.

 

 

Nach dem zweistündigen Konzert hat man auf beiden Seiten das Gefühl, sich besser zu kennen und es fällt schwer, sich zu verabschieden. Vor der Bühne machte sich dies durch tosenden Applaus bemerkbar, auf der Bühne durch insgesamt sieben Songs in zwei Zugaben. Ein besonderes Highlight ist hierbei sicher das Rihanna-Cover „Only Girl In The World“. Doch irgendwann musste man sich dann doch trennen und so ging ein wunderschöner Abend voller Melancholie und Herzschmerz, jedoch stets mit einer Portion Hoffnung vermischt, zu Ende.

 

 

Und hoffen darf man tatsächlich! Denn wer Scott Matthew in Wien verpasst hat, bekommt noch mehrmals in Österreich die Chance auf „The Wonder Of Falling In Love“:

30.11.2011 – Innsbruck
01.12.2011 – Linz
02.12.2011 – Salzburg
03.12.2011 – Ebensee

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