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Switchfoot im Interview

Switchfoot im Interview

Am 19.11. besuchten die Rocker von Switchfoot Wien für ein Konzert im Gasometer. Wir haben die Grammy-Gewinner aus Kalifornien zum Interview getroffen und über ihr neues Album, die Tour und ihre Zukunftspläne geplaudert.


Wie läuft denn die Tour bis jetzt?
Drew
: Die Tour ist bis jetzt super. Wir sind seit ca. zwei Wochen in Europa und es ist toll. Wir konnten einiges an neuem Essen ausprobieren, haben viele historische Orte gesehen und die Shows waren wirklich klasse. Was denkst du Tim?
Tim: Ja, das Publikum hier ist der Wahnsinn. Wir haben dreifach Zugaben gegeben und das ist etwas, das man glaub ich in den Staaten nie sieht. Sie stellen das Publikum in den USA in den Schatten.

Wie mögt ihr das Wetter? Es ist ja ziemlich kalt hier.
Drew: Ja, es ist wolkig.
Tim: (lacht) Es ist verdammt kalt. Wir sind aus Kalifornien also sind wir das nicht gewohnt.
Drew: Es ist so extrem kalt.

Wart ihr überhaupt schon einmal in Wien?
Drew: Nein, wir waren noch nie in Wien, aber ich habe beim Aufwachsen in all meinen Musikstunden viel darüber gehört. Wien mit all der berühmten Musik während der Renaissance und der klassischen Ära der berühmten Komponisten. Nach dem Interview werden wir die Stadt anschauen gehen.

Ihr habt erst vor Kurzem ein Album veröffentlicht. Wie waren die Aufnahmen?
Drew: Unser neuestes Album heißt „Vice Verses“ und wir haben es in unserem eigenen Studio aufgenommen. Ich würde sagen, dass ein eigenes Studio eine ganz neue Ära für uns eingeläutet hat. Bei „Hello Hurricane“, unserem letzten Album, haben wir danach gesucht, wie wir unsere Musik machen wollen, wie unsere Songs jetzt werden sollen und was für ein Album wir machen wollten. Es war eine Reise Und dann bei „Vice Verses“ begannen die Dinge gleich so gut zusammenzukommen.
Tim: Ja, ich denke „Hello Hurricane“ und „Vice Verses“ sind Brüder. Sie kommen vom gleichen Studio, unserem Studio in St. Diego. Und wie Drew schon gesagt hat, es war eine sehr lange beinahe existenzielle Reise. Ich bin sehr stolz auf das Album.

Könntest du “Vice Verses” kurz für uns beschreiben?
Tim: Musikalisch gesehen ist es das rhythmusstärkste und gefühlvollste Album, das wir je gemacht haben. Textlich beschäftigt es sich mit der Polarität des Lebens, die Höhen und die Tiefen, das Dunkle und das Helle.

Und könntet ihr auch ein wenig über eure Single “Dark Horses” sprechen? Ich habe gehört sie handelt von obdachlosen Kindern.
Drew: „Dark Horses“ ist ein Song, der von der obdachlosen Jugend in St. Diego handelt. Wir machen dort etwas Charity. Wir veranstalten jedes Jahr einen Surf-Contest, der StandUp For Kids zugutekommt, einem Auffanglager. Es ist ein Song über den Underdog. Wenn man als Kind obdachlos ist, dann hat man jedes Recht den Kopf hängen zu lassen und etwas aufmüpfig zu sein, doch in letzter Zeit haben sie immer mehr Hoffnung.

 

 

Weil ihr öfter als Christian-Rock-Band bezeichnet werdet, habt ihr einmal gesagt, dass Religion kein Genre für euch ist. Was ist Religion für euch?
Tim: Naja, das Christentum ist für mich ein Glaube und kein Musikgenre. Es ist viel mehr als einfach dort, wo in einem Plattenladen unsere CD gelagert wird. Es schöpft alles, wer ich bin und was ich mache, nicht nur auf der Bühne. Es geht mehr darum was ich mache, wenn ich nicht auf einer Bühne stehe. Es ist zwar immer eine Ehre mit Christus assoziiert zu werden, der für die Armen und für die Underdogs gekämpft hat, aber bei Musik ging es für mich immer darum Leute zusammenzubringen, verschiedene Nationalitäten und verschiedene Religionen. Musik ist vereinend. Wenn wir anfangen Dinge in Schubladen zu stecken, spalten sie.

Ich frage mich ja immer, was Bands so auf Tour hören. Was ist gerade in eurer Playlist?
Tim: Da gibt es so eine Band aus Kalifornien namens Thrice, die ein gutes neues Album draußen haben.
Drew: Ich höre gerade etwas Phoenix und etwas Foster The People und Led Zeppelin. Und David Hasselhoff. (beide lachen) Wir sind ja gerade erst raus aus Deutschland.

Hat es etwas geändert das ihr einen Grammy für “Hello Hurricane” bekommen habt?
Drew
: Jeder muss mich jetzt Sir nennen, Sir Drew. Nein, das stimmt nicht. Einen Grammy zu bekommen war eine große Ehre. Es kam wie aus heiterem Himmel. Den Tag vorher waren wir im Studio, dann führen wir nach LA zu den Grammys und am nächsten Tag waren wir schon wieder zurück im Studio. Und dort geschieht Musik für uns. Musik geschieht nicht auf einer Worldstage sondern im Studio und beim live spielen.
Tim: Es war natürlich eine riesige Ehre und auch sehr schmeichelnd, aber das ist nicht das was uns motiviert als Band. Gestern haben wir in Mannheim in einem kleinen Club eine Sold-out Show gespielt mit ca. tausend Menschen. Das sind die Momente, die unsere Arbeit so wertvoll machen.

Gibts denn noch Ziele, die ihr als Band erreichen wollt?
Tim: Wir sind eine sehr ehrgeizige Band. Es ist lustig, wenn man bedenkt, wie viele Alben wir schon gemacht haben und wie lange wir schon zusammen sind, aber in gewissem Sinne fühlen wir uns, als ob wir erst am Anfang stehen. Mit „Hello Hurricane“ und „Vice Verses“ fühlt es sich an wie ein neues Kapitel und ich bin gespannt drauf, wo es uns hinbringt. Wir haben an einem gewissen Punkt darüber gesprochen, einen Langfilm zu machen und die Filmmusik dazu zu schreiben. Und wir sind jetzt zum ersten Mal in Österreich. Es gibt immer noch viele Orte, die wir noch nicht besucht haben.
Drew: Und vielleicht machen wir auch etwas mit David Hasselhoff. David, wenn du das jetzt liest, ruf an.

Welchen Beruf hättet ihr eingeschlagen, wenn eure Musikkarriere nicht erfolgreich verlaufen wäre?
Tim: Meine Garage ist voll mit Werkzeug vor allem Werkzeug für Holz. Ich liebe es Dinge zu bauen. Also wann immer wir entscheiden das mit der Band sein zu lassen, werde ich in einem kleinen Haus am Strand chillen und Möbel bauen.
Drew: Ich mag Tiere sehr, also würde ich wohl als professioneller Dogwalker enden.
Tim: Das wusste ich nicht.
Drew: (beide lachen) Ich habe es gerade erst herausgefunden. Du hilfst mir heute neue Dinge über mich selbst herauszufinden.

Das freut uns aber. Da wir jetzt leider schon am Ende des Interviews sind hier noch eure Worte an die Leser.
Tim
: Wir haben da so ein Mantra in der Band. Das Leben ist kurz, lebe es gründlich. Es ist leicht einfach nur so durchs Leben zu gleiten, aber es vollkommen zu leben ist eine Herausforderung.

Vielen Dank für das Interview!

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Vanessa Spanbauer
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