The Crimson – Wrong Pride

Andreas Straßmayr 25. Juli 2011 0

Melodischer, grooviger, moderner Metal auf höchstem Niveau, noch dazu aus Graz. Unfassbar aber wahr. Was die Grazer von The Crimson besonders macht und warum die drei Songs ihrer EP einfach gut sind, erfährt ihr hier.

Es ist schon sonderbar, was da so alles in der Redaktion eintrudelt. Völlig unerwartet und scheinbar zufällig landet ein kleines Päckchen im Briefkasten. Der Inhalt? Ein großzügiger Inhalt, bestehend aus CD, Bandfoto, Informationsbogen und diverse Give-Aways. Die Band? THE CRIMSON. Ort? Graz. „Aha, mal wieder böse Buben“, scheint der erste Gedanke zu sein, das ganze wird jedoch von einer gewaltigen Ladung Neugierde begleitet. Wenn man sich die Bandinformation durchliest wird das Verlangen nach einem akustischen Erlebnis mit jeder Zeile stärker. Ein guter Produzent, alle Bandmitglieder mit großer Studio- bzw. Live-Erfahrung, ein Song, der auf dem britischen Metalhammer-Sampler „Heavy Hitters“ abgepresst wurde – Was ist da los? Warum kenne ich diese Band nicht? Auf zum CD – Player.
Ein bisschen skeptisch, jedoch leicht zittrig öffne ich das CD-Case. Es entsteigt der zarte, jedoch wunderschöne Duft eines frisch gepressten Tonträgers und schon kommt der nächste positive Gedanke. Das CD – Fach scheint sich diesmal besonders langsam zu öffnen – so als wolle es die Spannung hinauszögern und zusätzlich steigern. Dann ist es soweit: Die erste Nummer beginnt.

 

Der Titelsong wirkt vielversprechend: Perfekt abgemischt, nicht zu hart, nicht zu weich – Die Musik von THE CRIMSON schafft Stimmung und eine ordentliche Atmosphäre. Der Gesang ist abwechslungsreich, die Musik niemals monoton. Die Technik ist auch ansprechend – einzig das Schlagzeug wirkt in einigen Passagen etwas zu einfach. Musikalisch bewegt sich THE CRIMSON hauptsächlich auf dem Boden des Groove Metal. Hier und da dudeln einige lockere Melodien herum – der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig in harten, groovigen, mittelschnellen Metalpassagen.
Auch bei den zwei darauffolgenden Liedern wird „weitergegroovt“. Distance To Eternity präsentiert sich als schwächstes Lied auf der EP – trotzdem ist der Song bei weitem übderdurchschnittlich, im Vergleich zu den meisten Songs, die ich mir letztens anhören durfte. THE CRIMSON machen ihren Job verdammt gut, schnell bekommt man Lust auf mehr. Bei jedem Song wackelt ein Körperteil mit, die Beats sind so ausgelegt, dass sie am liebsten den ganzen Körper mitreißen würden. Zu solchen Titel macht Headbangen Spaß. So auch bei der dritten Nummer, Cold präsentiert sich die Band reif, melodisch und abwechslungsreich.

Was bedeutet das für die Zukunft? Für mich persönlich ist THE CRIMSON der Stern am österreichischen Groove–Metal Himmel. Es bleibt zu hoffen, dass die Jungs aus Graz ihr Niveau und ihren messerscharfen Kurs beibehalten. Alle Vorbereitungen für ein massentaugliches Auftreten sind getroffen. Die Band wird mit Sicherheit wie der Blitz in der heimischen und hoffentlich auch in der ausländischen Szene einschlagen. Ich erwarte mit Freuden ein Album!

In aller Kürze:

THE CRIMSON
Wrong Pride
VÖ: bereits veröffentlicht

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