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The Horrors – Flex

The Horrors – Flex

Mitten im November stiegen fünf schleierhafte Gestalten aus dem kalten Nebel, als Schauplatz für den Vortrag düsterer Hymnen diente das Wiener Flex. Das Resultat: Ein gesteckt voller Club und die Elite des psychedelischen Garage Rock – vereint.

 

The Horrors The Horrors

The Horrors: Nein, das ist keine Goth- oder Metalband, doch ebenso dunkel und intensiv kommt der elektronische Trashpop der fünf Briten daher. Und auch die Musiker selbst wirken stets wie von einem Hauch Mystik umgeben: Groß, schlank und vergleichsweise unbewegt stehen sie auf der Bühne. Und jeder Emo (gibt’s die überhaupt noch?) würde Sänger Faris Badwan wohl um seine Mähne beneiden, die so vorbildhaft Augen und 3/4 Nase verdeckt.

The Horrors The Horrors

Laut und noisy, aber mit gemäßigtem Tempo spielen die Briten ein homogenes Set herunter. Typisch kratzig, dafür mit viel Gespür weben sie einen vielschichtigen Soundteppich, in dem sich sogar Trompeten und Streicher wiederfinden. Obwohl musikalisch tadellos, wirken die fünf jedoch ein wenig kontaktunfreudig, Publikums-fern und unnahbar; wird doch außer einer handvoll Thank yous kein Wort an die Zusehermenge gerichtet. Irgendwie aber passt diese Aufmachung zur melancholischen Proteststimmung, die sie verbreiten.

The Horrors The Horrors

Lediglich die Visuals wirken oft zu bunt, hell und heiter für den düsteren Auftritt. Das Publikum scheint die subtil treibenden Songs in sich versunken zu genießen; getanzt wird zwar nur vereinzelt, mit geschlossenen Augen ausdauernd genickt dafür umso mehr. Bei „Still Life“ wird mancherorts sogar mitgesungen und am Ende erheben sich Stimmen, die lautstark um eine Zugabe bitten. Doch die bleibt den Besuchern verwehrt – The Horrors verschwinden ebenso subtil mysteriös, wie sie aufgetaucht sind. Zurück in den Nebel.

The Horrors The Horrors

Alle Fotos (C) Patrick Münnich.

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