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The Sign of Hell Tour fest. Gorgoroth & Vader – Szene

The Sign of Hell Tour fest. Gorgoroth & Vader – Szene

Täglich finden in Wien viele tolle, spannende und erfolgreiche Events statt – Warum jener vom 29.11.2011 mit Gorgoroth und Vader in der Szene Wien nicht dazu zählt, erfährt ihr hier bei uns.

Es war ein kühler Dienstag-Abend, als wir uns zur Szene Wien bewegten. Ein Blick auf die Uhr: kurz nach 19 Uhr. Wir standen vor der Szene. Wir hörten Lärm. „Was ist los?“, dachten wir uns. Tatsächlich: Es wurde schon gespielt…

Wir betraten die Szene und wunderten uns. Beginn des Events 18:15 Uhr. Gar nicht so satanisch, böse und düster, wie wir es ansonsten gewöhnt sind. Ein Blick auf’s Ticket offenbarte auch schon das Skurrile: Auf dem Ticket stand ganz klar: Einlass ab 19 Uhr (das bedeutet, dass ab ca. 20 Uhr die erste Band spielt). Ein kurzer Blick auf’s Programm verriet uns, dass vor Kurzem die zweite Band des Abends losgelegt hatte. Doch zu jener Formation später. Begonnen hatten Deathtale – Eine Death/Thrash  – Metal Formation aus Wien. Anderen Besuchern zufolge waren sie nicht nur äußerst unmusikalisch, sondern spielten zusätzlich auch noch vor einer praktisch leeren Halle.

 

Abgelöst wurden sie von den Grazern Exanimalis, welche nicht nur unkreativ und deutlich überfordert waren, sondern auch noch höchstens ein bemitleidendes Lächeln hervorzaubern konnten. Sängerin Eva hatte es eindeutig nicht geschafft, die Stimmung zu verbessern – eine Angela Gossow Kopie scheint in Wien nicht Fuß fassen zu können. Es stellt sich eine Frage an die Veranstalter, ob es nicht sichtlich besser gewesen wäre, die beiden österreichischen Newcomer-Bands plus der dritten, bulgarischen Band Eufobia wegzulassen und ihnen ein Essen bei McDonalds zu schenken, als sie vor diese Blamage zu stellen. Für alle drei Bands galten drei Tatsachen: Erstens, das Auftreten der Bands war praktisch in jeder Hinsicht lächerlich. Zweitens, anstatt sich zu freuen und Dankbarkeit zu zeigen, wurde man nur mit arrogantem Auftreten und herablassenden Blicken gestraft. Drittens: Leute, Metal ist immer noch Musik – also behandelt ihn auch so. Es nutzt nichts, sinnlos zu trommeln und irgendwas auf der Gitarre zu klimpern und anschließend was reinzu-singen/growlen/screamen/brüllen/furzen/kotzen.

Zu Band Nr. 3 Eufobia: Der Auftritt war sowas von kraftlos und schwach, dass er uns müde, schläfrig und faul gemacht hat. So faul, dass wir nicht mal mehr Lust haben, manche Sätze fertigzuschr… Der erste richtige Act des Abends war Valkyrja. Mit richtig meinen wir jedoch weniger die Tatsache, dass der Auftritt gelungen war, sondern viel mehr, dass es sich endlich (!) langsam nach Musik für den harten Metalfan anhörte. Die Schweden gaben sich wirklich Mühe – aber es klappte auch nicht. Vor dem Untergang konnten sie weder die zerfetzten T-Shirts noch Corpsepaint schützen. Nach demütigenden und deprimierenden 45 Minuten war es dann endlich vorbei. Bühne frei für die wahren Könige des Abends: Vader.

Vader kamen pünktlich auf die Bühne und gaben von Anfang an Vollgas. Die Polen präsentierten sich nicht nur unglaublich erfahren und technisch überlegen, sondern schafften es vielmehr, das müde und schläfrige Publikum endlich wach zu rütteln. Sie spielten viele Klassiker sowie Hits vom aktuellen Meisterwerk „Welcome To The Morbid Reich“. Die Live-Show war hervorragend – neben Fan-Nähe und einigen netten Floskeln ging auch endlich die Post ab. Selbst 24-Stunden danach fühlen wir unsere Nackenstarre. Bravo Vader, wir erwarten euch nächstes Jahr zusammen mit Behemoth!

23:00 Uhr, Gorgoroth legten los. Schwach. Wirklich schwach. Nach der glänzenden und meisterlichen Performance von Vader, erschienen Gorgoroth wie ein Schuljunge, der beim Pissoir nicht nur seine Hände anpinkelt, sondern auch noch die ganze Hose zu Boden lässt. Die Show war sehr lahm – der Gesang kaum zu verstehen (Ja, wir wissen wie Black Metal sein soll!). Gorgoroth präsentierten sich mit einem Mitglied zu viel – und mit zu vielen Glatzen. Die ganze Bühne war in rötlichem Nebel eingehüllt – das war’s aber auch schon. Die Instrumente waren zu laut und der Gesang viel zu schrill – wir hatten das Gefühl, bei einem Konzert kreischender Paviane anwesend zu sein. Kopfschüttelnd und unfassbar enttäuscht verließen wir um 23:30 Uhr die Szene und machten uns auf den Heimweg. Auf der Fahrt begannen wir über den Abend nachzudenken und stellten fest, dass uns wertvolle drei Stunden unseres Lebens gestohlen wurden. Ob wir wohl um Rückerstattung bitten können…?

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Lukas Elzbieciak
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