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Waves Vienna Tag 3

Waves Vienna Tag 3

Am Samstag ging das Waves Festival in seine vorerst letzte Runde und damit zu Ende. Wir waren für euch wieder dabei und genossen Workshops, musikalische Highlights und ein elektronisches Feinschmeckerbuffet mit abschließendem Frühstück.

Der letzte Tag des ersten Waves Festival startete für uns am späten Nachmittag mit den Workshops in der Pratersauna. Hier erfuhren wir unter anderem, wie das iPad als Instrument oder Live-Mischer fungieren kann und holten uns einige Tipps zum erfolgreichen Bloggen. Leider waren diese Angebote nur spärlich besucht – sehr schade für alle Vortragenden, denn interessant waren sie allemal!

Weiter ging’s mit dem Breakdance Workshop in der Eristoff Lounge, einem artistischen Spektakel sondergleichen. Wer’s verpasst hat, kann sich hier einen Eindruck verschaffen:

Das Abendprogramm startete für uns mit Bilderbuch im Flex, die kurzfristig ihren Platz im Line-Up mit Ewert And The Two Dragons getauscht hatten. Eines muss man dabei betonen: sie machen dem Gastgeberland des international besetzten Festivals alle Ehre. Intensiv, spannungsgeladen und überraschend – das Quartett bot eine runde Performance.

Publikum im Flex

Bald danach stand mit WhoMadeWho einer der Headliner am Programm. Dass sich das Flex bis hinten hin gefüllt hatte, war nur ein Indiz dafür, welche Erwartungen man in das dänische Dreiergespann setzte. Nach einem technischen Einstiegshoppala wurde anschließend doppelt Gas gegeben. Das Erfolgsrezept: Eine absolut perfekt eingespielte Band. Zwei Sänger, die mit engelsgleichen Stimmen im Duo Dirty Talk (bzw. Dirty Gesang) betreiben. Ohrwurmmelodien, stampfende Beats und ein am Mischpult hantierender Gitarrist. Und viel, viel, Charme. Das Publikum kochte, der Abschied fiel schwer.

 

WhoMadeWho

WhoMadeWho

 

Langsam aber sicher – grab a snack inklusive – machte man sich durch die Samstagnacht auf den Weg zum Praterstern. Dort waren Destroy, Munich gerade im Endspurt. Die Opel Corsa Stage, auf der die siebenköpfige Gruppe eigentlich auftreten sollte, musste nämlich wegen Anrainerbeschwerden leider geschlossen werden; der Autrfitt schlicht ins Fluc verlegt. Doch dann war es auch schon Zeit, Körper und Geist auf österreichischen Electro einzustellen. Ogris Debris gastierte in der selben Location. Und das Warten auf das Duo lohnte sich allemal. Zu den genretypischen subtilen Beats und dunklen Bässe gab es hier waschechte, live eingesungene Vocals. Und jeder sprach leise für sich mit: „Miezekatze, Miezekatze, Miezekatze … “

Ogris Debris

Ogris Debris

Einen weiteren Locationwelchsel später landeten wir rechtzeitig zu Wolfram in der Pratersauna. Hier sei nur so viel gesagt: Visuell ein 8-Farben-Erlebnis, à la Teletext, gekreuzt mit DSF-Nachtprogramm. Auditiv ebenso gewagt wie vereinnahmend. Es bleibt jedenfalls im Gedächtnis! Nicht weniger gut besucht war die Mainstage der Pratersauna, wo eine Weile später Photek die Turntables zum Rauchen brachte. Und schließlich, der Sonnenaufgang beim Pool und ein wohlverdientes Frückstück für alle.

Wolfram

Pratersauna

 

Unser Resumée: Das Team des Waves Festival hat sich ordentlich ins Zeug gelegt. Zwölf verschiedene Stages und über 80 Bands zu organisieren, ist allerdings kein Zuckerschlecken, und das musste zeitweise auch der Festivalbesucher erfahren. Die Street Stage musste leider komplett gecanceled werden, auch die Opel Corsa Stage wurde frühzeitig geschlossen. Besonders an Tag 1 wichen die on-Stage Zeiten leider oft weit von jenen im Timetable ab. Den Workshops hätte eine ordentliche Besuchermenge keineswegs geschadet.

Aber: Die Bands waren spitze, die Tickets leistbar, das Publikum friedlich aber motiviert, der Musictrain ein netter Bonus. Insgesamt also ein Festival, nach dem man sich alle Finger leckt. All die kleinen Hoppalas sind eben Symptome eines Festivals, das zum allerersten Mal veranstaltet wird.
Doch wir hoffen, dass es nicht zugleich das letzte Waves Festival war. Wir wollen es wieder, und zwar am Besten schon so bald wie möglich!

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