William Fitzsimmons – WUK

Magdalena Thur 3. Juli 2011 0

Er ist ein Singer/Songwriter, wie er im Buche steht – und doch viel mehr. Mit William Fitzsimmons brachte das Jazzfest Wien einen extraordinären Künstler mit einem ebenso extraordinären Bart auf die Bühne des WUK. Seelenbalsam inklusive.

Für MARIA TAYLOR ist es das erste Mal, dass sie nur mit einer Gitarre gerüstet auf Tournee ist. Auch wenn es den Anschein hatte, dass die Leute allein wegen WILLIAM FITZSIMMONS gekommen sind, konnte sie mit ihrer sanften Stimme das Publikum für sich gewinnen. Sie spielte nicht lange, aber in dieser kurzen Zeit konnte sie die Zuseher überzeugen und zum Abschluss zum Mitsingen animieren. Die Fans schrieen nach Zugabe, jedoch vergeblich. Mit neu gewonnen Fans verlässt MARIA TAYLOR die Bühne und macht sie für SLOW RUNNER frei.

Die drei Jungs von SLOW RUNNER legen eine etwas andere Musikrichtung dar. Es ging vielmehr in Richtung Elektro-Pop. Der perfekte Ausgleich zur ersten Darbietung. Obwohl sie nicht recht viel mit den Zuhörern kommunizierten, schafften sie es dennoch sie zu unterhalten und zwar durch abwechslungsreiche Lieder. So wurde zu Auto-Happy getanzt und zu langsameren Songs wie Devil Moon kamen sich (die auffällig viele) Pärchen näher. Trotz tosendem Applaus und Jubel gab es auch von ihnen keine Zugabe. Andererseits bedeutete dies aber auch, dass die Bühne für den lang ersehnten Hauptact freigemacht wurde.

Der große Saal des WUK hatte sich bis in die letzte Ecke gefüllt, als WILLIAM FITZSIMMONS die Bühne betrat. Nach einem kräftigen Applaus machte sich knisternd gespannte Stille breit, die schließlich von zarten Gitarrenklängen abgelöst wurde. Darüber legte sich die samtweiche Stimme des Sängers, auf den sich alle Augen gerichtet hatten. Man konnte gar nicht anders, als der harmonischen Symbiose von Gitarre und Gesang gebannt zu lauschen, was durch rauschenden Beifall bestätigt wurde.

Musikalische Unterstützung an Bass, Banjo, Ukulele, Schlagzeug, Percussion und Keyboard erhielt William Fitzsimmons nach dem Soloeinstieg von SLOW RUNNER. Gemeinsam wurde nun auf höchstem Niveau musiziert. Jede Note, jeder Takt saß passgenau und fein aufeinander abgestimmt, sodass sich eine eindrucksvolle Klangwelt ergab. Klar, dennoch verträumt; behutsam, aber stark kamen die aus WILLIAM FITZSIMMONS‘ Feder entsprungenen Lieder bei den Zuhörern an. Diese ließen den Musiker ihre Anerkennung auch deutlich spüren.

Mit einer großen Portion Sympathie und Humor verstand es der Bärtige, das Publikum zu fesseln und zu begeistern. Dabei fühlte er sich selbst sichtlich wohl auf der Wiener Bühne und verlautbarte: „Richtig geile Crowd here! I love you all very, very sexually.“ Für ein weiteres Highlight des Abends kam MARIA TAYLOR abermals auf die Bühne und gab ihre gesangliche Unterstützung ab.

Als schließlich eine Zugabe anstand, ließ sich der Singer/Songwriter dazu hinreißen, einen Publikumswunsch zu erfüllen und gab Even Now als Soloperformance zum Besten. Nicht enden wollender Applaus entlockte den Musikern noch zwei weitere Nachschläge, bevor der Zauber entgültig vorbei war. Doch die magische Atmosphäre des gelungenen Konzertabends wird in Erinnerung bleiben.

 

 

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