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Zebrahead – Flex

Zebrahead – Flex

Draußen wird es immer kälter und die ersten Christkindlmärkte haben den Glühwein heißgemacht. Es geht klar auf Weihnachten zu. Daran konnte man im Flex jedoch gar nicht denken. Zebrahead entführte die Anwesenden nämlich nach Hawaii. Aloha!

Doch bevor Zebrahead den Sommer zurückbrachte, heizte ihre Vorband die Stimmung an. Zoči Voči heißt die Punkrock-Band aus der Slowakei, die mit ihren spärlichen Deutschkenntnissen eher belustigte, anstatt zu beeindrucken. Und trotzdem, oder gerade deswegen, gut unterhielt. Den vier Burschen konnte man deutlich ansehen, dass sie verdammt viel Spaß hatten. Jede Reaktion vom Publikum zauberte ihnen ein Grinsen ins Gesicht.
Die Tatsache, dass sie in ihrer Landessprache singen, überraschte im ersten Moment, gestört hat es nicht weiter. Die Band legte einen guten Auftritt hin und zeigte, warum sie in ihrem Heimatland trotz zarten Alters schon sehr erfolgreich ist!
Viel mehr irritiert hat die Musik während der Umbaupause. Munter drängten hawaiianische Klänge aus den Boxen des Flex, während Männer in Hawaiihemden die Bühne immer mehr zu einer Insel machten. Teil der Deko war eine Strandbar, die während der Show auch als solche genutzt wurde, „Aloha“-Schriftbanner und eine aufblasbare Palme.

Mit einem herzlichen „Aloha“ begrüßten Zebrahead auch wenig später das Publikum. Die Band, die sich bekanntermaßen selbst nicht zu ernst nimmt, stellte von Anfang an klar: „We sound way better when you are drunk!“.
Das gilt offensichtlich auch für sie selbst; das eine oder andere Bandmitglied wirkte bei näherer Betrachtung schon nicht mehr ganz nüchtern. Kein Wunder allerdings, lies Vocalist Ali Tabatabaee uns noch wissen, dass er sich nach der Show unbedingt übergeben möchte. Immerhin haben das auf dieser Tour noch nicht alle getan.

Wenn man bedenkt, dass das Konzert in Wien erst der fünfte Stopp der „Get Nice! Or Die Trying“-Tour war, kann man sich gut vorstellen, wie Zebrahead feiern. Wahrscheinlich noch krasser, als sie sich auf der Bühne präsentieren. Dabei gehören sie zu den Bands, die vor Energie nur so sprühen und einfach abgehen!
Eine Eigenschaft, die ihre Fans mit ihnen teilen. Von der ersten gespielten Note an wurde gemosht und gepogt ohne Ende. Nicht ein Mal auffordern musste man die wilde Menge. Davor, dass die Beteiligten dabei trotzdem noch genug Luft hatten, um bei den Songs mitzusingen, kann man nur respektvoll den Hut ziehen!

Das gegenseitige Herumschubsen reichte der Meute irgendwann jedoch nicht mehr und die ersten Stagediver wagten sich auf die Bühne und wieder herunter. Das Eis war gebrochen und plötzlich wollte scheinbar jeder ein wenig Crowdsurfen. Da es an diesem Abend keinen Bühnengraben gab, war das ein Leichtes. Für den perfekten Sprung wurde sogar das ein oder andere Bandmitglied Mal zur Seite gedrängt. Fans, die keine Anstalten machten, die Bühne wieder zu verlassen, wurden nach einer Zeit von einem Security sanft zurück in die Menge geschubst.
Nicht schlecht staunten die Amateursurfer allerdings, als plötzlich einer mit Schwimmflügel und Taucherbrille auf einem Gummiboot über die Menge schwamm.
Im Verlauf des langen und heißen Abends spielten Zebrahead nicht nur Songs vom aktuellen Album „Get Nice!“, sondern präsentierten zur Freude aller eine bunte Mischung aus fast allen Longplayern. Sogar Nummern vom Coveralbum „Panty Raid“ schafften es ins Programm. Unvergesslich bleibt die Performance von „Girlfriend“ (Avril Lavigne), „Oops!.. I Did It Again“ (Britney Spears) und „Wannabe“ (Spicegirls) als Medley!

Doch wie es leider nun Mal so ist, geht auch der schönste Abend ein Mal zu Ende. Oder in diesem Fall: der heiße, verrückte, energiegeladene Abend!

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