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Alkbottle – Für Immer

Alkbottle – Für Immer

Kaum zu glauben, aber laut Pressetext der Band haben Alkbottle dieses Album im Sommer 2012 in Berlin in nur sechs Tagen im Studio eingespielt. Nach fünf Studioalben hat man darin schon Routine, die neue LP kann sich sehen lassen.

Mit den Alben von Alkbottle verhält es sich vergleichsweise wie mit der Discographie von Motörhead. Beide Bands haben sich einen gewissen Status erspielt und jede Neuerscheinung wird von der Fangemeinde mit offenen Armen empfangen. Die Kritiker verfallen aufgrund der neuen Songs zwar nicht in Jubelstürme und Lobeshymnen, vernehmen es aber mit Respekt und Wohlwollen der Band gegenüber. So ein Standing muss man sich erst einmal erspielen!

Was bietet dieses Album an wirklich Neuem? Gute Riffs, eingängige Refrains und Texte mit original Wiener Schmäh – nichts Neues also. Originell die Gastauftritte auf „Für Immer“: z.B. Robert Palfrader bei „So Brav“ und eine irrwitzig schimpfende Piefke-Tante im Opener „A Band (die ka Sau kennt)“. Sehr zu empfehlen auch die Hard-Rock-Ballade „Trink auf die Leben“, der Herzschmerz-Song „I dablos di nimmer“, die Schweinerock-Nummer „Die Eingsessenen“ oder auch der Bluesrock in „Clown in da Birn“. Die neue LP ist also durchwegs gut, lediglich „Der Meister“ wirkt wie die Wiener Version von Rammstein und ist deshalb auch eher Geschmackssache.

 

 Viele Fans haben bei dieser Band womöglich die selben Stufen des Kennenlernens durchlaufen: Zuerst erscheinen sie einem frech und interessant, kurz danach total cool und ironisch-witzig und nach einiger Zeit dann als vermeintlich alter Hut. So etwas wie ein guter Film, den man schon gesehen hat. Doch genauso wie man sich „Muttertag“ tausendmal in seinem Leben ansehen kann, wird auch Alkbottle mit seiner Musik nicht schlecht. Die Band ist Kult. Österreichisches Kulturgut sozusagen.

Wer Alkbottle also mag, kann auch hier ohne Bedenken den Preis für die CD beim Plattenladen seines Vertrauens hinlegen. Und wer die Wiener noch nicht kennt, dem wird „Für Immer“ ein sehr gutes Einstiegsalbum sein.

 

In aller Kürze:

ALKBOTTLE
„Für Immer“
VÖ: 09.11.2012

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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