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Billy Talent – Dead Silence

Billy Talent – Dead Silence

Die vier Kanadier sind mit einem neuen Album zurück! Dieses heißt – wider aller Erwartungen – nicht „Billy Talent IV“! „Dead Silence“ wurde es genannt. Ob es sich für die Fans gelohnt hat, dass es drei Jahre lang totenstill um die Truppe war?

Gleich beim Ersten der 14 Tracks wird klar, dass das nicht die einzige Neuheit ist. Im Gegensatz zu den Vorgängern legen Billy Talent auf dieser Platte nicht gleich energetisch los, sondern stimmen uns mit langsamen und ungewohnten Klängen erst eine Minute lang ein. Danach folgen bekannte Töne; die erste veröffentlichte Single „Viking Death March“ und ihr Nachfolger „Surprise Surprise“.

Auch das bisher unbekannte neue Material reiht sich nahtlos an die Auskopplungen an, die uns schon im Vorfeld eines verrieten: Die Band klingt nicht mehr so wie auf den vorherigen Platten. Man hat sich entwickelt, und zwar in die richtige Richtung!

„Dead Silence“ macht seinem Namen glücklicherweise keine Ehre und steckt voller feinstem Rock’n’Roll, gerne gepaart mit Riffs in Richtung Metal. Das Quartett liefert eine Reihe Ohrwürmer ab, Songs mit feinen Gitarrensoli und besinnt sich darauf, Aggressivität in Form von Gesang zu formulieren. Einzig im siebten „Crooked Minds“ darf Benjamin Kowalewicz seine Stimmbänder kurz im gewohnten Maße strapazieren und schreien.

Zwischen den schnellen Nummern, die einen zum lauten Mitsingen und tanzen gleichermaßen einladen werden die Herren auch ein wenig langsamer und düster bis wehmütig. Zum Beispiel im Liebeslied „Stand Up And Run“ oder Titel 11, „Don’t Count On The Wicked“. Letzteres befasst sich indirekt mit der schweren Krankheit des Schlagzeugers Aaron Solowoniuk. Der an multiple Sklerose Erkrankte hat eine eigene Stiftung, F.U.M.S. (Fuck You Multiple Sclerosis), deren Slogan „Turn Anger Into Hope“ es in den Refrain des Lieds geschafft hat.

Zwar folgt nun ein im Gegensatz dazu fröhlich klingender Track, im Anschluss darauf erklingt jedoch wieder eine bedrückende und doch energetische Ohrwurmballade mit Klavierbegleitung („Swallowed Up By The Ocean“). Im gesamten Longplayer wechselt die Stimmung wie eine Achterbahn.

Und doch klingen auch die düsteren Nummern von Billy Talent nicht ganz so düster wie früher. Ihr Sound hat sich verändert, doch ihr Stil ist nichts desto trotz klar hörbar! Auch lyrisch hat sich wenig geändert. Von gesellschaftskritischen Texten, bis solche über die Liebe ist wie immer alles dabei. Und selbstverständlich sind auch die mehrstimmigen Gesänge vertreten, die für die Kanadier stehen wie nichts anderes.

 

 

In aller Kürze:

Billy Talent
„Dead Silence“
VÖ: September 2012

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