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Bunny Lake – The Sound Of Sehnsucht

Bunny Lake – The Sound Of Sehnsucht

Der nächste Output der Film-Noir-Fans ist vollbracht. Die Frage, die allen auf der Zunge brennt, ist doch, ob auf der neuen LP wieder ein Hit wie „1994“ vom Vorgängeralbum ist. Die Antwort: Ja, unter Umständen.

Unter welchen Umständen? Naja, zum einen, ob Ö3 sich wieder dafür entscheidet Qualität in die österreichischen Charts zu pushen, und zum anderen ob FM4 in keinen Zwiespalt gerät, wenn die Lieder ihres Angestellten und Band-Mitglied Christian Fuchs gespielt werden.

Hauptziel der Band ist es ja von vorneherein nicht gewesen, die Chartsstürmer der Nation zu werden. Und im Hinblick auf so manchen momentanen nationalen Shootingstar ist dies wahrscheinlich sowieso nicht ratsam sich mit solchen „Künstlern“ zu messen. Ein Gabaliér und Bunny Lake passen so gut nebeneinander wie eine Leberkässemmel mit Kaviar.

Das Stichwort ist also Qualität. Musik, die sich schon als Unterhaltungsform versteht, doch wobei der Prozess der Entstehung genauso als Kunstform verstanden wird. Vielmehr gilt es hier die Ästhetik des Songs herauszuheben, und stets den Stil zu wahren, was sich aber auch in den recht unspezifischen Texten niederschlägt.

Das Album beginnt mit drei Songs in ähnlichem Tempo recht flüssig mit angenehmen Beats und Melodien. „Follow The Sun“, Eröffnungsstück und der längste Song des Albums, bietet wenig Höhepunkte oder Variationen und läuft mit treibenden Beat und markantem Gesang etwa acht Minuten durch. Das alleine zeigt schon die untypische und unkonventionelle Art der Band. Die folgenden Tracks „Woods On Fire“ oder „After The Revolution“ hätten eingangs erwähntes Hitpotenzial. „All The Screens Stay Dark Tonight“ erinnert ein wenig an die Nine Inch Nails in den Neunzigern. Ebenso wie „Young Lovers“ eine Mischung von ebendiesem Trent Reznor und David Bowie sein hätte können.

Doch so gut wie „The Sound Of Sehnsucht“ begonnen hat, bietet das letzte Drittel des Albums wenig Überzeugendes. Das Ende der LP hinterlässt einen etwas schalen Beigeschmack. So versandet „The Sound Of Sehnsucht“ in den letzten vier Tracks teils in uninspirierten Techno-Disco-Beats („Golden Secrets“, oder Tiefpunkt des Albums der letzte Song „Sehnsucht“) oder in ideenlosen Melodien („Against All Reasons“).

 

 

In aller Kürze

Bunny Lake
„The Sound Of Sehnsucht“
VÖ – 11.05.2012

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Bernd Eger

Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at

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