Home   /   Interviews  /  Musik  /   Christina Perri im Interview

Christina Perri im Interview

Christina Perri im Interview

Mit „Jar of Hearts“ landete Christina Perri einen Welthit. Wir haben uns mir ihr über die Geschichte hinter dem Song, echte Gefühle und ihre Tattoos unterhalten. Eines sei vorab verraten: Die Frau ist wirklich äußerst sympathisch und lustig.


Hallo Christina, wie geht’s dir?

Mir geht’s fantastisch, und selbst?

Ebenfalls, vielen Dank. Starten wir gleich zu Beginn mit deinem bekanntesten Song „Jar of Hearts“. Er ist wirklich super und viele Menschen lieben ihn. Nach so einem Song sind die Erwartungen auf Folgendes natürlich wahnsinnig hoch. Was sagst du, ist so ein Song also eher Segen oder Fluch?
Ich denke auf jeden Fall, dass es ein Segen ist. Wenn ich auf die letzten zwei Jahre meines Lebens schaue, gibt es eigentlich gar nichts, das ich negativ sehen würde. Ich finde auch, immer wenn sich Leute riesigen Druck nach einem großen Erfolg machen, dann passiert das hauptsächlich in ihrem Kopf. Ich könnte mir nicht vorstellen, irgendetwas anderes als Musik zu machen. Und „Jar of Hearts“ hat mir jede Möglichkeit der Welt gegeben, alle meine Träume wahr werden zu lassen. Deshalb halte ich auch jeden Druck jetzt fern von mir. Und, ganz ehrlich gesagt, ich habe diesen Song in meinem Pyjama im Haus meiner Eltern geschrieben, er ist so authentisch. Und wenn ich das beibehalte, wird schon alles klappen. Alles andere wäre nicht authentisch und die Leute würden es merken. Ich werde einfach ich selbst sein, tun, was ich möchte und auch singen, was ich möchte.

Okay, das heißt du findest Authentizität ist eine der wichtigsten Komponenten von einem guten Song?

Ja, das denke ich auf jeden Fall. Richtige Gefühle kannst du nicht faken. Es mag sein, dass man einen Song schreiben kann, der die Charts rauf und runter geht, ohne echt Gefühle drinnen zu haben, aber ein Song, der die Menschen wirklich berührt, muss authentisch sein und das kann man nicht vorspielen.

Steckt eine wahre Geschichte hinter dem Song oder spiegelt er einfach eine Stimmung wieder, in der du beim Song schreiben warst?
Da steckt auf jeden Fall eine wahre Geschichte dahinter. Alle meine Songs basieren auf Erfahrungen. Der Tag, an dem ich „Jar of Hearts“ schrieb, war ein intensiver. Ich kann mich noch genau an alles erinnern. Es war der 26. Dezember 2009. Ich war über Weihnachten zu Hause und der Junge, mit dem ich sechs Jahre lang zusammen war, kam zu mir nach Hause. Iich war so aufgebracht, dass er tatsächlich nochmal nach Hause kam, denn wir hatten wirklich das tragischste Ende. Ich war so unglücklich und wütend, dass er wirklich glaubte, er könnte mich zurückhaben. Und dann erinnere ich mich daran, wie stark ich war. Ich sagte Nein, ich fühlte mich so stark und das ist die Geschichte, wie ich „Jar Of Hearts“ schrieb. Ich hab es einfach für mich geschrieben, ich war in so emotionaler Stimmung. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sicher, ob den Song jemals jemand hören würde. Weißt du, ich schreibe alle paar Tage einen neuen Song, einfach für mich. Später schaue ich die Songs wieder an und entscheide, welchen ich aufnehme. Das Songschreiben ist, was ich tue, um mich besser zu fühlen.

Jetzt zu deinem aktuellen Album, es trägt den imposanten Titel „Lovestrong“. Ist Liebe etwas, das dich stärkt?
Ja, aber es ist komisch, es hängt davon ab, wie man liebt, finde ich. Für mich bedeutet „Lovestrong“, zu lieben, als wäre man noch nie zuvor verletzt worden, als wäre dein Herz noch nie gebrochen worden, als hätte man noch nie Angst verspürt. Und das ist wirklich schwer. Es gibt Menschen, die geben alles was sie haben für eine Beziehung. Und dann ist sie vorbei und sie sind verzweifelt und geben bei der nächsten Beziehung deshalb von vornherein weniger und dann wieder weniger und weniger. Manchmal passiert mir das auch, aber ich versuche, mir das vor Augen zu führen und es nicht auf diese Weise zu tun. Deshalb, ja, Liebe macht mich jeden einzelnen Tag stärker.

(c) FRANCOIS BERTHEIR

Wie du bereits erwähnt hast, basieren alle deine Songs auf deinen Erfahrungen in Bezug auf Liebe, Beziehungen und gute und schlechte Erfahrungen mit beiden. Kannst du dir vorstellen, auch mal über etwas komplett anderen zu singen? Politik oder Gesellschaft zum Beispiel?
Hm, ich kann nicht sagen, dass ich es mir nicht vorstellen kann. Alles kann wachsen, sich ändern, das Leben ist so wandlungsfähig. Ich weiß nicht, was in fünf oder zehn Jahren sein wird, aber ich weiß, dass ich offen für die Möglichkeit bin, als Songwriterin zu wachsen. Für Album Nummer zwei habe ich ein bisschen etwas abseits des Gewohnten geschrieben. Ich würde außerdem gar nicht sagen, dass alle meine Songs von Liebe handeln. Sie handeln alle von verschiedenen Emotionen, die Liebe ans Tageslicht bringt. Und Politik oder irgendwelche spirituellen Sachen lassen mich fühlen, wie ich eben fühle, aber Liebe ist das, was mich inspiriert. Schreiben könnte ich aber, glaube ich, über alles, dass mich emotional fühlen lässt.

Jetzt zu etwas ganz Anderem. In deinen Videos sieht man, dass du eine ganze Menge Tattoos hast. Haben die, wie deine Songs, auch alle ihre eigene Geschichte, oder hast du auch welche, die du einfach nur hübsch fandest?
Alle haben ihre eigene Geschichte. Vielleicht sollte ich ein Buch schreiben, denn ich habe so viele (lacht). Ich sage den Menschen immer, dass ich mich selbst auf drei verschiedene Arten ausdrücke: Ich rede eine ganze Menge (lacht), ich singe und schreibe Songs und ich lasse mir Tattoos stechen. Das bin ich. Ich finde, Tattoos sind eine besonders gute Möglichkeit, sich auszudrücken, deshalb lasse ich mir auch so viele machen, ich habe ungefähr 50 bis jetzt und lasse mir sicher weitere machen. Die Auslöser können ganz groß oder auch ganz klein sein, Bücher zum Beispiel. Wenn ich ein neues Lieblingsbuch habe, lasse ich mir ein Tattoo stechen (lacht). Seit zehn Jahren lasse ich mich nun tätowieren und ich liebe alle Geschichten dahinter.

(c) FRANCOIS BERTHEIR

Hast du ein Lieblingstattoo?
Oh, das ist so schwierig zu sagen. Alle Leute, die Tattoos haben, sind sich, glaube ich, einig, dass das neueste immer das momentane Lieblingstattoo ist. Mein letztes an meinem Handgelenk begann mit einem kleinen Scherz. Jason Mraz hat mir eine Weihnachtskarte geschenkt und in der Karte war so ein Tattoo, das wieder abgeht, also ein falsches. Und ich musste so lachen, und dacht so in die Richtung „Wie kannst du es wagen und gerade mir ein falsches Tattoo schenken?“. Und dann habe ich mir das Motiv einfach stechen lassen (lacht).

Das ist wirklich mal eine gute Geschichte zu einem Tattoo. Aber zurück zu deiner Musik, seit April bist du auf Tour. Magst du es?
Ich liebe es so sehr, auf Tour zu sein. Dieser Job als Musikerin hat so viele verschiedene Facetten, so viele verschiedene Teile: Neue Leute kennenlernen, Songs schreiben, Songs aufnehmen, auf der Bühne stehen und eben touren. Mein liebster Part ist das Touren, weil es mir die Möglichkeit gibt, eine unglaubliche Verbindung zum Publikum zu haben, jeden Abend aufs Neue. Das ist Liebe fühlen, Liebe geben, Liebe fühlen, Liebe geben und so weiter und das ist fantastisch. Deshalb ist Touren das Beste und ich habe so tolle Freunde dabei, wir sind unglaublich verrückt auf Tour. Ich kann es deshalb nie erwarten, mit den elf mir liebsten Menschen auf der Welt in den Bus zu steigen. Die Tour dauert von April bis Oktober und ich bin so aufgeregt.

(c) FRANCOIS BERTHEIR

(c) FRANCOIS BERTHEIR


Es ist richtig schade, dass du dabei nicht nach Österreich kommen wirst. Aber apropos Österreich: Wenn du an unser kleines, schönes Land denkst, was fällt dir als Erstes ein?

Wien! Ich war schon mal hier und es war toll, wunderschöne Architektur, klassische Musik…ich liebe Wien.

Hast du noch eine Message für deine österreichischen Fans?
[audio: http://www.enemy.at/wp-content/uploads/2012/05/christinaperri.mp3]

Home   /   Interviews  /  Musik  /   Christina Perri im Interview

Tags

Related Article
One Comment