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Fii im Interview

Fii im Interview

„Scream Out Festival“ im steirischen Pöllau. Nach bangen Stunden für die Veranstalter machten die Regenwolken der Sonne Platz, was die allgemeine Stimmung eindeutig hob. Ebenso gut gelaunt war auch Fii der uns Frage und Antwort stand.

 

Hi Fii! Danke das Du dir kurz Zeit für ein Pläuschen genommen hast, wie geht es dir, wie läuft’s?
Oh das sind Fragen! (lacht) Mir geht es super, wie ich so schön sage, ich darf mich nicht beklagen.
Bookingtechnisch läuft es super, es werden superviele, ganz verschiedenartige Shows gebucht, ich hab schöne Cooperations- und Musikpartner, ich war vor Kurzem in Hamburg hab für „Bo“ sein neues Album was aufgenommen und selber nehme ich zurzeit auch mein neues Album auf, also ja es läuft und macht Spaß.

Es soll ja angeblich Leute geben, die dich noch nicht kennen bzw. noch nicht auf einem deiner Konzerte waren.
Was erwartet die Leute bei einer ­Fii-Performance?
Grundsätzlich ist es eine Reise durch meine musikalischen Genres ist, die ich gern hab. Also von Metal über Hardcore-Techno über Reggae über Pop über, was auch immer in meinen Kopf herumschwirrt, versuche ich alles zu kombinieren. Ich nehme sozusagen Musik nicht ernst, nimm mich nicht ernst und hab einfach Spaß dabei alles Mögliche zu kombinieren, also die Leute können erwarten, dass diese Show die sie einmal sehen beim nächsten Mal ein bisschen anders sein wird.

Beim Besuch deiner Homepage findet man einen extrem gut gefüllten Tourkalender, darunter einen Gig im „Whiskey-a-go-go“ im Zuge der LA Music Awards, wie kommt es zu dieser Ehre?
Ich hatte das Glück schon letztes Jahr bei den LA Music Awards dabei gewesen zu sein und wurde dabei von den Produzenten dieser Show als „Best Entertainer ausgezeichnet.
Dieses Jahr wurde ich als „Best International Artist“ nominiert, deshalb darf ich bei der Pre-Party im „Whiskey-a-go-go“ und bei der Show im „Avalon Theatre“ performen und hab die Möglichkeit bekommen an entsprechenden Orten wie diesen zu spielen, was natürlich Wahnsinn ist.

Du hast in diversen Castingshows wie X-Faktor und Supertalent gezeigt, das es auch in Österreich außergewöhnliche Künstler gibt. Wie war diese Zeit für dich, was erlebt man so hinter den Kulissen solcher Shows?
Also grundsätzlich muss ich sagen „Casting Shows“ wie diese machen für einen Künstler, der darin erfolgreich sein will, dann Sinn, wenn man schon vorher was gemacht hat. Wenn du als unbeschriebenes Blatt dort hingehst, dann wirst dort auch eben so behandelt und hast auch nachher kaum Möglichkeiten.
Du hast den einen Auftritt im Fernsehen, kommst vielleicht sogar weiter, aber das ist schon alles. Der Effekt des Fernsehauftritts ist extrem kurzlebig und du bist schnell wieder vergessen, außer du hast schon vorher was gemacht, man findet dich irgendwo im Netz etc., dann kann natürlich mehr daraus entstehen. Deshalb finde ich Castingshows grundsätzlich nicht schlecht, man darf nicht erwarten das Musik und Künstler gefördert werden, sondern es ist nicht mehr als eine Show fürs Publikum vorm Fernseher.
Und auf das muss man sich einstellen, wenn man sich darauf einlässt.
Man darf dort auch nicht hingehen mit dem Bedürfnis „okay ich möchte erfolgreich sein oder damit für mich selbst Promo zu machen“ weil, das merkt man auch.
Bei einem Fernsehauftritt wie diesen, vor allem wenn man das nicht gewohnt ist, muss man sich das so vorstellen; man geht hin, man hat keinen Soundcheck, man kann sich nicht auf den Auftritt einstellen, weiß nicht, wie es klingt, wie es aussieht und was noch als großer Faktor dazu kommt, ist das Publikum im Studio, welches auch aus sechs-siebenhundert Leuten besteht, die alles Erwarten und dadurch dementsprechend Druck machen. Und du hast eben nur eine Chance.
Somit ist es wirklich nicht so einfach, wie es aussehen mag, so in die Richtung „man ist in einer Castingshow und hat es geschafft“, es ist eher das Gefühl „das ist ein Step“ und man muss halt das machen oder es passiert halt gar nichts.
Wenn niemand darauf reagiert, dann reagiert eben niemand drauf, eben wie im alltäglichen Musikerleben! (lacht)


„Power To The People“ ist bombenmäßig in den Charts eingeschlagen, kein Fest kommt ohne diesen Song mehr aus! Schön so einen Erfolg für seine Musik zu ernten oder?

Man muss sagen es hat natürlich zwei Seiten. Es ist einerseits ja unglaublich, dieser Song war auf deutschen und österreichischen Sampler vertreten, wurde im Radio, auf Tausenden Festl von Aprés Ski Partys über Disco’s „Tanzstadln“ usw. in verschiedenen Remix-Versionen und im Original gespielt. Einfach unfassbar! Dieser Song war in mehreren Ländern sogar in den DJ-Charts, das war überhaupt ein unglaubliches Ding!
Andererseits ist es auch sehr schwierig, weil dieser Song vor den Castingshows rausgekommen ist, inzwischen habe ich auch zwei neue Singles veröffentlicht, diese Releases bekommen aber weniger Leute mit. „Power To The People“ haben im Vergleich damals über zehn Millionen Menschen gesehen, und wenn ich jetzt meine neuen Songs poste, dann sehen es eben meine 40.000 Facebook Freunde, was natürlich schon Wahnsinn ist, aber es sehen halt „nur“ 40.000.
Es wird deshalb schon als „Misserfolg“ gesehen, wenn man dann plötzlich nicht in den Charts ist. Aber ich sehe das einfach realistisch, ich komme aus dem Underground, wo ich mir das meiste durch jahrelanges Auftreten erspielt habe.
Und wenn mein Song jetzt zum Beispiel 100-mal runtergeladen wird, ist es für deshalb auch schon ein Erfolg. Es ist eben Problematisch, wenn man musikalisch was erlebt was man im Underground nicht erlebt, deutsche- und österreichische Chartplatzierungen, einfach überall gespielt werden; das ist einfach unfassbar! Daher ist es dann einfach ein bisschen hart zu akzeptieren das diese extremen Erfolge nie so weiter gehen können, außer man kommt wieder in diese Ebene, wo man diese Medienpräsenz wieder hat. Das kann man aber weder „programmieren“ oder erwarten, das ist einfach Zufall und Glück, es passiert einfach!
Ich arbeite einfach weiter dran, mache meine Musik und schau was passiert.

Wann dürfen wir mit den nächsten Fii Album rechnen? Dürfen wir die eine oder andere Feature Überraschung erwarten?
Also grundsätzlich ist es so, ich arbeite zurzeit am neuen Album, hab einige Features im petto, da aber noch nichts fixiert ist, darf ich natürlich nicht mehr darüber sagen, es gibt jedoch lustige Überraschungen aus Österreich, Deutschland und vielleicht sogar Amerika.
Geplant ist jetzt das im Herbst etwas rauskommt, ich weiß noch nicht was und das Album kommt auch irgendwann raus, ich weiß aber noch nicht wann! (lacht)


Du wurdest mit dem L.A. Music Award ausgezeichnet, hast einen Eintrag im Guiness Buch, neues Album mit Top Featuresin Planung, machst neben deiner musikalischen Karriere noch mit Kids Musik-Schulprojekte. Was will Fii in Zukunft noch erreichen?
Mir geht es nicht ums „erreichen“, sondern ums Tun; ich liebe es Musik zu machen, hab die Chance einfach Musik machen und das ist einfach ein  supergeniales Gefühl. Und wenn es eben nicht mehr auf dieser Ebene funktioniert, dann gehe zurück zu meinen „Open Mic“ Sachen und spiele überall, wo ich spielen darf.
Für mich ist das ein Lebensgefühl, herum zu fahren und Musik zu machen; wie mein Booker und meine Agentur wissen, ist mir das Geld nicht so wichtig, ich habe jetzt eben mehr finanzielle Möglichkeiten, die ich in Studioaufnahmen, Projekte usw. investiere. Ich fühle mich jetzt nicht „Erfolgreich“ eben auf dieser Ebene „das ist jetzt ein erfolgreicher Mensch“, sondern ich hab mir immer meine Ziele gesetzt, hab diese auch erreicht und jetzt setze ich mir wieder neue Ziele, die ich verfolge. Mal schauen, was noch für Ideen und Projekte daraus entstehen.

Ich sag jetzt schon Danke für das Interview und überlasse dir den Abschluss mit ein Paar Worten an unsere Leser und deinen Fans!
Zuerst einmal muss ich mich bei dem anderen Redakteur, der mir vor sechs Monaten Fragen geschickt hat, schwerstens entschuldigen, dass ich ihm diese nie beantwortet habe, Sorry!
Also schaut euch Konzerte von österreichischen Künstlern an, die machen auch gute Musik, und wenn sie im Fernsehen sind, heißt, das nicht das sie gut sind … oder umgekehrt (lacht laut)

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