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Frames – In Via

Frames – In Via

Frames setzen ihren anspruchsvollen Weg auf ihrer zweiten LP fort. Ihr Instrumental-Arien-Prog-Rock-Gemisch wird bei vielen für spitze Ohren sorgen. Die vier Hannoveraner zeigen auf In via“ was sie im Stande sind auf ihren Instrumenten zu leisten.

Frames ist keine einfache Band, sondern spielt epische Rocknummern, die sich wellenartig auf und ab bewegen. Die Phasen dieser Musikstücke schwankt von Intro-haftem Gespiele immer wieder über zu wummernden Gitarren, gerne auch begleitet von weiteren Effekten. Das Piano und die E-Gitarre wechseln sich immer wieder ab wie Ebbe und Flut. Als roter Faden auf „In Via“ zeigt sich sicherlich der Rhythmus und die wenn dann nur leicht abgeänderten und deshalb immer stimmigen Tempowechsel.

Natürlich stellt sich hier die Frage ob manchen Songs wohl nicht Lyrics bzw. Gesangslinien gut getan hätten und somit das Album noch weiter angehoben hätte. Die Antwort ist ein „Möglicherweise“. Denn die Songs sind unglaublich rund, und würden Lyrics diese dann wieder in etwas ganz anderes umwandeln. Und dies ist keineswegs notwendig, denn die Songs besitzen auch so genügend Kraft und Wiedererkennungswert. Ganz ohne Lyrics kommt „In Via“ dann doch nicht aus, wurden bei dem Anfangs- und Endstücken „Departure“ und „Coda“ Originalvorlesungen von Hermann Hesse selbst („Stufen“) eingefügt. Ein geschickter Schachzug, zeigen die Herren Meyer, Schönfeld, Cirksena und Kulakowski mit diesem Rahmeneffekt der zehn Songs klar, wie wichtig ihnen der künstlerische Anspruch bei der ganzen Sache ist.

Wer auf der Suche nach etwas anderem ist in der Rockszene, der hat hier genau das Richtige gefunden. Jene die aber eher auf altbewährte Muster setzen, werden diese Musik spöttisch als Hintergrundmusik abtun. Auch wenn es womöglich stimmen mag, dass den durchwegs guten Kompositionen Texte vielleicht gut getan hätten, muss man diesem Verzicht doch ein schon Mut und musikalisches Gespür seitens der Band attestieren.

Ohne Zweifel diese Band polarisiert. Jene die sich auf Frames einlassen, sollten also genau wissen was sie erwartet. So werden diese Band und dieses Album auf jeden Fall für Zustimmung sorgen.

 

In aller Kürze

FRAMES
„In Via“
VÖ – 20.04.2012

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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