Frequency 2012: Part 2

Hannes Wurzwallner 20. August 2012 0

Am zweiten und dritten Tag standen Bands wie Parov Stelar, The XX, Beatsteaks, Korn und The Cure auf der Bühne. Nach der Absage von Placebo wurde wieder frische Motivation gesammelt, um die letzten Tage noch in vollen Zügen genießen zu können.

Freitag

Langsam machen sich körperliche Beschwerden breit. Die ersten paar Minuten verbringt man damit, sein Kreuz wieder einzurichten und hofft, dass sämtliche Eddinggemälde, die man im Gesicht trägt, leicht abwaschbar sind. Sind sie aber nicht. Hygiene ist für die meisten nun ein angesagtes Thema, was man anhand der Schlangen vor den Duschen erkennen kann. Mutige stürzen sich einfach in aller kühlen Früh in die Traisen und versuchen, dort den strengen Geruch loszuwerden. Funktioniert auch.

Währenddessen spielten Giantree aus Wien auf der Green Stage und motivierten die Fans mit Rasselbällchen, die jeder froh und munter im Takt mitschüttelte. Auf der Space Stage agierte danach Casper, die Menschenmenge wird gegen Abend immer dichter und bei The Subways ist die Stimmung sowieso schon am Explodieren. Schade allerdings, dass bei The Hives die Stimmung irgendwie abflaute und Sänger Per Almqvist verzweifelt zwischen nahezu jedem Song versuchte, die Leute mit irgendwelchen Vergleichen zwischen Schweden und Österreich zu unterhalten. Also machten wir einen Bühnenwechsel zu Frittenbude, wo bereits Haie, Katzen und Pandas auf der Stage herumsprangen und das Publikum aufgefordert wurde, eine „Wall of Love“ zu machen, bei der man zusammenläuft um sich zu umarmen. Eine herrliche Band.

Dann mussten wir aber schnell wieder zurück auf die Space Stage, denn Bush war an der Reihe. Die Band rund um Gavin Rossdale schreckte vor keiner noch so geilen Rockstar-Pose zurück und stürzte sich auf die Knie, spielten Rücken an Rücken, der Frontmann sprang mehrmals ins Publikum und vergewaltigte minutenlang eine Marshallbox. Einfach geil! So eine Energie sieht man selten auf der Bühne, doch die größten Teils jungen Zuschauer waren überfordert und kannten gerade mal das „Come Together“ Cover von den Beatles. Nichtsdestotrotz befand sich inmitten des Wavebreakers der hartgesottene Kern, der noch alle Hits aus den 90ern, wie „Glycerine“ oder „Swallowed“ kannte und mitbrüllte.

Die Beatsteaks sind immer eine hundertprozentige Garantie für ein grandioses, stimmungsvolles Konzert. Die Menge war begeistert. Anders war es bei Korn. Ich will damit nicht sagen, dass der Auftritt nicht gut war, sondern, dass das Frequency das falsche Zielpublikum für Korn hat. Was hat eine Nu Metal Band auf einem Indie-Alternative-Festival verloren? Korn wäre eindeutig besser auf dem Novarock aufgehoben. Trotzdem gaben die Herren alles und erreichten den Höhepunkt der Stimmung mit einem Cover von Pink Floyd’s „Another Brick In The Wall“ und ließen den Abend mit einem Dudelsack ausklingen.

Samstag

Der temperaturmäßig heißeste Tag wurde von den meisten Festivalbesuchern hauptsächlich in der Traisen verbracht, wo eindeutig am meisten los war. Jede Gruppe hatte seine Spiele um sich die Zeit zu vertreiben. Egal ob irgendwelche Saufspiele, oder der Versuch mit Menschen den Fluss zu stauen (was kläglich gescheitert ist), oder einfach nur das von Facebook bekannte „Anstupsen“ mal in echt zu versuchen. Diese Aktion brachte die unterschiedlichsten und witzigsten Reaktionen hervor, angefangen von ängstlich die Flucht ergreifen, oder die Verfolgung aufnehmen und zurückstupsen.

 

Als es für das Baden ein bisschen zu kalt wurde, machten wir uns auf den Weg zur Space Stage, denn dort wurde es Zeit für Bloc Party. Zwar kam diese Party erst langsam in Fahrt, doch war dafür bei „Ares“, „Helicopter“ und „Banquet“ nicht mehr aufzuhalten, die aber eher gegen Ende des Auftrittes gespielt wurden. Danach hieß es im Sprint rüber zur Green Stage, wo gerade der einzige Österreicher, der es geschafft hatte einen Slot nach Sonnenuntergang zu erobern, performte: Parov Stelar & Band. Die Menge sprang und tanzte und genoss die elektronischen Beats, die von wahnsinnig genialen Trompeten und Saxophon Soli perfektioniert wurden. Parov Stelar muss man sich einfach ansehen. Jedes Mal.

Nachdem das Tanzbein schon müde war, wurde uns eine Pause gegönnt, die schöner nicht sein konnte. The XX waren an der Reihe, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Es ist faszinierend, wie diese Musik einen fesseln und in seinen Bann ziehen kann, dass man sich wie in Trance und vorzugsweise mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts in den Armen völlig der Musik hingibt. Überall wo man sich umsah wurde geknutscht und gekuschelt. So magisch ist die Musik von The XX.

Eine andere Magie aber nicht minder wunderschön war jene von The Cure, die dieses fantastische Festival abschlossen. Nun war die Space Stage zwar nur sehr dünn besiedelt, doch dafür war jeder einzelne mit Herz und Seele dabei, um sich von Liedern wie „A Forest“ oder „Friday, I’m In love“ begeistern zu lassen. Es war einfach wunderschön mitanzusehen, wie sehr es auch Robert Smith nach mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte noch Spaß macht auf der Bühne zu stehen, und so ein Anblick treibt einfach Freudentränen in die Augen und der Gänsehaut Alarm war bei Songs wie „Lullaby“ sowieso schon vorprogrammiert. Nach mehr als zwei Stunden gab der unermüdliche Frontmann die Hymne „Boys Don’t Cry“ zum Besten und beendete damit dieses fantastische Festival. Es war zu schön, um wahr zu sein und fast unmöglich sich an diese Worte zu halten.

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