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Fun. im Interview

Fun. im Interview

Am 16. Oktober trafen wir Jack Antonoff, den Gitarristen von FUN. in seinem Hotelzimmer in Wien und unterbrachen ihn gleich mal beim Mittagessen, um uns mit ihm über Schnitzel, mühselige Videodrehs und ihren plötzlichen Erfolg zu unterhalten.

Jack, das ist eure erste Europa Tournee. Wie war es bis jetzt?

Es ist großartig. Ich liebe Europa. Es ist eine total andere Erfahrung. Wenn du ein Konzert spielst und mit dem Publikum interagierst, merkst du, dass jedes Publikum anders ist.

Ihr seid nun zum zweiten Mal in Österreich. Was habt ihr gesehen? Welche Eindrücke habt ihr von Österreich?
Letztes Mal waren wir bei einem Schnitzelrestaurant, von dem ich den Namen aber nicht mehr weiß. Gestern sind wir auch wieder hingegangen. Leider hatten wir noch keine Zeit, uns mehr anzusehen.

Hat‘s geschmeckt?
Uns wurde erzählt, dass es das Beste ist. Und das ist es auch. Wir haben zwar in Amerika auch so etwas Schnitzelähnliches, aber bei uns schmeckt es total anders. Lange nicht so gut.

Euer erstes Album „Aim & Ignite“ wurde von Steven McDonald produziert, und „Some Nights“ von Jeff Bhasker. Das musste doch ein extremer Unterschied sein, oder?
Richtig. Es war das komplette Gegenteil. Steve lässt sich viel Zeit und denkt lange über Kleinigkeiten nach. Wenn wir einen Schlagzeugsound hatten, der ihm gefiel, verbrachten wir den ganzen Tag damit, diesen Sound wieder zu finden. Jeff sagte einfach nur: „Los, tut es.“ Wir spielen was. Es passt. Scheiß drauf. Fertig. Jeff kommt aus der Hip Hop Welt. Da wird mehr gesamplet. Für „Some Nights“ haben wir drei Wochen gebraucht und für „Aim & Ignite“ fast sechs Monate.

Euer Hit „We Are Young“ stürmte die Charts in einigen Ländern. Wie überraschend war der plötzliche Erfolg für euch?
Man muss zwischen dem künstlerischen und dem kommerziellen Teil unterscheiden. Künstlerisch versucht man natürlich, etwas Episches anzustreben. Da ist alles möglich. Auf der kommerziellen Seite war das sehr überraschend, weil man so etwas einfach nicht plant. Vor allem nicht mit einem Indie-Song. Hätten wir einen Pop/Dance Song gemacht, kann man heutzutage eher mit einem Erfolg rechnen.

Denkst du „We Are Young“ wäre auch so ein Erfolg geworden, wenn Serien wie „Gossip Girl“ oder „Glee“ euren Song nicht verwendet hätten?
Das ist schwer zu sagen, weil einfach so vieles passiert ist. Es ist ungefähr so wie mit einem Bogen. All diese Elemente sorgen dafür, dass du den Bogen immer mehr spannst und wenn du den Song dann rausbringst, lässt du los. Es war schon sehr wichtig, dass „We Are Young“ so oft verwendet wurde, denn so konnten wir weiter damit schießen.

Habt ihr irgendwelche neue ungewöhnliche Angewohnheiten, seit ihr so berühmt seid?
Man bekommt einen ziemlichen strengen Zeitplan. Es fühlt sich an, als wäre man in der Armee: Aufwachen, 20 Minuten Zeit für das Frühstück, fünf um zu duschen und so weiter. Man muss irgendwie dazwischen Zeit finden, um zu entspannen und mit Familie und Freunden zu telefonieren. Also die ungewöhnlichste Angewohnheit ist es, dass man sich dazu zwingen muss, Sachen zu machen, die früher einfach waren.

Eure Videos sind fantastisch. Vor allem das neue Video „Some Nights“ auf dem Schlachtfeld des Bürgerkriegs. Bist du gerne beim Videodreh dabei, oder würdest du lieber das Video einfach ansehen, wenn es fertig ist?
Ein Videodreh ist eine komplett andere Form von Kunst, als was wir eigentlich machen. Ich finde es schon cool, mit Regisseuren und Drehbuchautoren zusammenzuarbeiten, aber die Praxis sieht einfach anders aus. Man wartet 20 Stunden, dann erfüllst du für fünf Minuten deinen Zweck und dann wartet man wieder sechs Stunden. Es ist einfach sehr mühsam.

Dann lieber wieder zurück zu eurer künstlerischen Form: Ihr habt jetzt schon mit Panic! At The Disco, Janelle Monáe und Nate mit Pink zusammengearbeitet. Habt ihr vor, noch mit anderen Künstlern was zu machen?
Jeder Einzelne schreibt mit einem anderen Künstler ein paar Songs, aber für FUN. haben wir noch nichts geplant. Wir wollen immer als Erstes den Song schreiben, bevor wir darüber nachdenken, ob da noch jemand dazu passt.

Du wirst heute noch einige Fans treffen. Machst du das gerne, oder fühlst du dich eher unwohl dabei?
Nein, ich finde es toll. Es ist einfach großartig, wenn man sieht, wie die Leute auf deine Musik reagieren. Ich würde es nicht wollen, mich von den Fans zu isolieren. Ich freue mich immer über ein Feedback und es gibt kein besseres, als das der Fans. Es ist auch eine Erinnerung daran, warum man das hier macht. Vor allem ist es uns auch wichtig ein tolles Konzert abzuliefern, damit sich die Fans noch mehr freuen.

Das werden sie sicher. Vielen Dank und einen guten Appetit beim Schnitzelessen. Die letzten Worte gehören dir:
[audio: http://www.enemy.at/wp-content/uploads/2012/10/FunJackLastWords.mp3]

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