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Hauk – ned weit weg

Hauk – ned weit weg

Hauk präsentieren das Wienerlied in dessen trockenster Form. Musik, die wie Weihrauch auf die schwarze Österreicher Seele wirken muss. „ned weit weg“ hat viele Seiten. Melancholisch, ironisch, grantig, beruhigend – hier ist für jeden was dabei.

Das Erste, was einem sofort auffällt als das erste Stück „Auf auf“ beginnt: Man hat das Gefühl der ehrenwerte Kurt Ostbahn singt einem entspannt ins Ohr. Die Ähnlichkeit der Stimme ist verblüffend, aber trotzdem in weiterer Folge nicht irritierend. Die Songs sind ungemein angenehm zu hören – extrem flüssig. Beruhigend wäre irgendwie der falsche Ausdruck dafür, „mellowed“ trifft es eher.

Es ist schwierig und auch unzulässig von so einem runden Album einzelne Songs herauszupicken. Von der Komposition und Umsetzung her ist jedes beinahe gleich gut. Hauk schaffen, trotz keiner großartigen Überraschungen, es dem „Zuahuacha net fad“ werden zu lassen. Mit trockenen Akusitkgitarren, feiner Percussion, Mundharmonika, hier und da einer Orgel, einem Klavier oder Akkordeon lassen sie den Österreicher stolz werden, ein Grantler, Ignorant und notorischer Schwarzseher zu sein.

 

 

In „Ums Eck“ oder „Da Teifl“ wird dies auf wunderbare Weise besungen. Grandios wie das Graben einer Schaufel in „Liaba Totengrober“ in den Anfang des Liedes eingebaut wird. Komposition und Text stehen durchaus in einer Linie mit den traurigsten (und besten) Stücken von Ambros, Danzer und Co.

Nach „Dreierbezeihung“ (2008), der EP „Herrlich ehrlich“ (2009) und „Mit dir aufs Land“ (2010) ist „ned weit weg“ bereits die vierte Veröffentlichung der Band. Christoph Hauk komponiert und textet Lieder, die den gleichen Soul in sich tragen, wie ein Café an einem regnerischen Tag im Café Korb, Hawelka, usw. Unterstützt wird „Hauki“ dabei von seinen Kollegen Axel Manredini und Tino Klissenbauer. Harmonisch, lässig, mal ernst, mal nicht, mal traurig, mal ironisch – wie gesagt, die Lieder auf „ned weit weg“ haben viele Seiten, vor allem viele gute.

 

 

In aller Kürze:

Hauk
„ned weit weg“
VÖ: 12.10.2012

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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