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Seeed – Seeed

Seeed – Seeed

Sieben lange Jahre haben Seeed nichts von sich hören lassen. Jetzt sind sie mit neuem Material zurück und zeigen, dass sie immer noch ein verdammt gutes Team sind. Wir haben in das neue Werk hineingehört und sagen euch, wie es uns gefallen hat.

Wenn man seit 1998 eines der bekanntesten Aushängeschilder Berlins ist, darf man sich schon einmal eine Auszeit nehmen. Doch gleich sieben Jahre daraus zu machen, ist dann doch etwas gewagt. Komplett still wurde es um einige Mitglieder des elfköpfigen Ensembles ohnehin nicht, Pierre Baigorry alias Peter Fox erlebte mit seinem Album „Stadtaffe“ einen regelrechten Höhenflug. Seinen Kollegen Frank Dellé und Demba Nabé gelang es mit ihren Soloprojekten leider nicht die Masse zu überzeugen. Jetzt sind die Elf wieder vereint und setzen da an, wo sie aufgehört haben – ganz oben.

 

Seeed zeichnen sich seit vielen Jahren durch ihren unverwechselbaren Sound aus. Sie paaren Dancehall- und Reggae-Elemente mit Bläsersätzen, flechten dazu noch eine Portion Rap ein und kreieren daraus tanzbare Popmusik. Beim ersten Durchhören des Neulings „Seeed“ fällt einem eines ziemlich schnell auf, es ist viel mehr Englisch zu hören. Kein Wunder, erstreckt sich die Bekanntheit der Combo doch sogar schon bis nach Jamaika. Zum Glück erinnern sich die elf Herren doch noch daran wo sie eigentlich herkommen und versuchen den Kiez mit dem Klang der großen, weiten Welt zu verbinden.

Während der Opener „Beautiful“ mit Big-Band-Sound aufwartet, versetzt einen „Seeeds Haus“ sofort in die Party-Metropole Berlin. Fände die Fete nicht explizit in Seeeds Haus statt, könnte man fast schon Deichkind hinter dem sehr elektroniklastigen Song vermuten. Eher weniger gelungen ist der Track „Waist My Time“, der leider viel zu sehr an 90er Trash-Beats erinnert. „Molotov“ hingegen besticht durch ein treibendes Punkriff und schafft es ordentlich Druck aufzubauen. Auch die Coverversion des Hits „Wonderful Life“ kann überzeugen. Das Glanzstück des Albums ist jedoch „Augenbling“. Hier laufen sie zur Höchstform auf, kein Wunder also, dass es sich hierbei um die neue Single handelt.

Seeed
melden sich mit dieser Platte erfolgreich zurück. Nicht jeder Song bleibt sofort hängen und manche zeigen erst nach mehrmaligem Hören ihre ganze Pracht, aber im Großen und Ganzen ist „Seeed“ ein wirklich gelungenes, facettenreiches Album.

In aller Kürze:

Seeed
„Seeed“
VÖ – bereits veröffentlicht

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Vanessa Spanbauer
"Stop trying to fit in - when you were born to stand out!"
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