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Kommando Elefant – Scheitern als Show

Kommando Elefant – Scheitern als Show

Also wenn das nicht der große Wurf ist, dann läuft irgendetwas falsch im Musikbusiness. An den neuen Songs liegt es jedenfalls nicht. Die Show wird geboten, das Scheitern so gut es geht vermieden.

Das dritte Album der Wiener beginnt mit einem catchy Pfeifen, wo sich die Gitarren und Drums zu einem frechen Beat verschmelzen. Energiegeladener Indie-Rock, wie man ihn wohl so nicht wirklich erwartet hätte nach früheren milden Singles wie „Falsche Helden“ oder „Alaska“. Auch „Sternenmarie“, die erste Single, und der zweite Song des Albums rockt mit lässigem Basslauf im Midtempo dahin.

Spätestens der dritte Song „Fluchtpunkt Kairo“ lässt alle Verwunderung der ersten Minuten verfliegen, und man sinnt sich wieder in den für Kommando Elefant typisch harmlosen Indie-Popsongs á la „Rabauken“ oder „In all“ den Jahren. Es sind eben die schnelleren Tracks, die auf „Scheitern als Show“ überzeugen, denn alles andere hat man schon zur Genüge gehört und wirkt nur mehr belanglos fade.

Für Abwechslung sorgt dann in der Mitte des Albums der Song „Ich bin ein Arschloch“. Tja, es stimmt schon, dieses Thema musste schon zu oft als vermeintlich originelle Idee für Songs herhalten. „Schöner Tag“ bietet hingegen auffallend wenig Reime im Song, doch dafür umso mehr Elan in der Instrumentalisierung dieses eher punkigeren Songs. Weiter geht es in Kraftklub-ähnlicher Manier, wobei sich die Herren aus „Karl-Marx-Stadt“ den Song „Wir Sprengen Krokodile“ wohl auch gerne ausgedacht hätten.

Die Balance zwischen Pop Rock und Akustik ist sehr gut gewählt, und verleiht dem Album ein frisches Gesicht. Lediglich der Abschluss mit „Dein Fallendes Herz“ schwelgt sehr in Melancholie, aber darum steht dieser Song auch am Ende dieser gut gelungenen Platte und bietet mit dem Outro des Songs eine würdiges Grand Finale einer ideenreichen Komposition.

Die Empfehlung kommt nicht von irgendwoher, denn auch wenn man eher auf härtere Gitarren oder toughere Songs steht, wird man(n) im stillen Kämmerlein sich den meisten dieser Tracks nicht entziehen können. Dies sind die Songs, mit denen man ein cooles Mädchen für sich gewinnen kann. Und das sollte jedem noch so harten Typen bewusst werden.

In aller Kürze

 

Kommando Elefant
„Scheitern als Show“
VÖ – 27.04.2012

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Bernd Eger
Arbeitet auch als Redakteur bei Fussballerleben.at
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